Bürgermeisterduell ist reine Frauensache

Hillesheim · Jetzt ist es amtlich. Zur Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim am 21. August treten zwei Kandidatinnen an: die parteilose Amtsinhaberin Heike Bohn (44) und CDU-Kandidatin Elisabeth Escales (46).

Hillesheim. Nach der Wahl am 21. August wird erneut eine Frau an der Spitze der VG Hillesheim stehen. Am Montagabend endete die Bewerbungsfrist für die Wahl zum Bürgermeister der VG Hillesheim am 21. August, zu der rund 7200 Wahlberechtigte des Hillesheimer Landes aufgerufen sind. Und außer den beiden bereits bekannten Kandidatinnen hat sich kein weiterer Bewerber gemeldet. Christian Backes, für die Bewerbungen zuständiger Mitarbeiter im Rathaus Hillesheim, sagte dem TV: "Es wurden fristgerecht zwei Bewerbungen eingereicht: die von Heike Bohn und die von Elisabeth Escales." Am heutigen Dienstag tritt der Wahlausschuss zusammen und entscheidet letztlich über die Zulassung der Wahlvorschläge.
Heike Bohn, seit 2004 hauptamtliche Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Hillesheim, hatte bereits Ende vergangenen Jahres bekanntgegeben, dass sie sich zur Wiederwahl stelle. Ihre Begründung: "Ich trete wieder an, weil ich die Verbandsgemeinde Hillesheim gut aufgestellt in die Fusionsverhandlungen und eine erfolgreiche Zukunft führen möchte, denn ich bin mit dem Thema seit langem eng, intensiv und auf verschiedenen Ebenen beschäftigt. Außerdem macht mir die Arbeit noch immer viel Spaß."
Bohn hatte sich bei der Wahl 2003 deutlich mit 58,4 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Mitbewerber Bernhard Jüngling durchgesetzt und somit zum einen die Nachfolge von Alfred Pitzen (CDU) angetreten, der 28 Jahre im Amt war. Zum anderen hat sie, die von SPD, FDP, FWG und Grünen als Kandidatin präsentiert wurde, mit ihrer Wahl die bis dato unangefochtene Vormachtstellung der CDU im Hillesheimer Land beendet.
Parteien positionieren sich


Nun will die CDU aber wieder die hauptamtliche Bürgermeisterin stellen. Lange hatte es danach ausgesehen, dass sie keinen Kandidaten nominiert, da niemand aus den eigenen Reihen bereit war anzutreten. Dann aber brachten Zeitungsanzeigen den Erfolg: Die 46-jährige Elisabeth Escales, die mit ihrer Familie in Hamburg wohnt, aber Wurzeln in der Eifel hat, wurde als Kandidatin vom Vorstand und dann auch von der Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbands Hillesheim ausgewählt. Zu den Gründen für ihre Bewerbung sagte sie: "Als Bürgermeisterin kann man viel bewegen. Mit meiner Qualifikation und Kompetenz und besonders meinem finanztechnischen Interesse will ich das gerne tun."
Escales setzt derzeit ihr durch die Erziehung der drei Kinder unterbrochenes Studium mit den Schwerpunkten öffentliche Wirtschaft, Finanzwissenschaften und betriebliche Steuerlehre fort. Der Abschluss ist für Ende dieses Jahres geplant. Und da es die Familie auf lange Sicht wieder nach Hause zieht, sie ihr Studium just zu dem Zeitpunkt beendet, zu dem auch die Bürgermeisterstelle frei wird, spricht sie von einer "glücklichen Fügung". Falls sie gewählt wird.
Im Lauf dieser Woche wollen sich auch die Parteien im Hillesheimer Land positionieren. Während sich bei der SPD beide Kandidatinnen vorstellen, ist zur Versammlung der FWG nur die Amtsinhaberin eingeladen. FWG-Sprecher Johannes Pinn sagt: "Der Vorstand ist in mehreren Gesprächen übereingekommen, auch diesmal wieder Heike Bohn zu unterstützen. Letztlich ist aber das Votum der Mitgliederversammlung bindend." Die neue Amtszeit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim beginnt am 1. Januar 2012 und dauert bis Ende 2017. Sie wurde vom Verbandsgemeinderat wegen der anstehenden Kommunalreform um zwei Jahre verkürzt. Dann gehen auch die Amtsperioden von Matthias Pauly (VG Gerolstein) und Diane Schmitz (VG Obere Kyll) zu Ende. Und da man mit beiden Gebietskörperschaften Fusionsgespräche führt, könnten sich die drei Bürgermeister dann auf Augenhöhe begegnen. So die Begründung der Entscheidung für eine verkürzte Amtszeit. mh