Büroleiter Arnold Schneider von der Verbandsgemeinde Daun pensioniert

Verwaltung : Büroleiter Arnold Schneider in den Ruhestand verabschiedet

Vom Landwirtschaftsgehilfen zum Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Daun: Arnold Schneider hat nach fast 50 Jahren Abschied vom Rathaus genommen.

(sts/red) Fast ein halbes Jahrhundert – genau 47 Jahre und zehn Monate – war das Dauner Rathaus der Arbeitsplatz für Arnold Schneider. Und er hatte dabei drei Bürgermeister als Chefs: den mittlerweile schon legendären Julius Saxler, der einst maßgeblich am Erhalt des Kreises Daun beteiligt war, es folgten 20 Jahre Amtszeit von Adolf Waldorf, und seit 1994 sitzt Werner Klöckner im Chefbüro in der Leopldstraße.

Für Arnold Schneider ist das aber nun alles Geschichte, denn der Büroleiter und Leiter der Zentralabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Daun ist im Ruhestand. Und erlebt das, was viele in seiner Situation erleben: „Es fühlt sich noch ein bisschen wie Urlaub an“, sagt der 65 Jahre alte Rengener. Ein paar Sachen, die in und ums Haus liegen geblieben sind, hat er als rüstiger Pensionär schon erledigt, will aber den neuen Lebensabschnitt „einfach auch mal genießen.“

Schneider begann nach der Schule 1968 eine Ausbildung zum Landwirtschaftsgehilfen im elterlichen Betrieb sowie am 1. Januar 1972 die Ausbildung als Verwaltungsangestellter bei der Verbandsgemeindeverwaltung. Dort arbeitete er im Aufgabenbereich „Statistik, Wahlen, Information und Förderung der Landwirtschaft“. 1975 wechselte er in die Personalabteilung, deren Führung er 1978 übernahm. Berufsbegleitend besuchte er einen Studiengang an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Koblenz mit dem Abschluss zum Verwaltungs-Betriebswirt. Im April 1995 wurde Schneider innerhalb der Zentralabteilung auch die Leitung des Sachgebietes „Schulen, Kindergärten und Sport“ und der Bereich „Organisation“ übertragen.

Am 1. April 2006 trat er die Nachfolge von Gerd Becker als Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung an. Mehr als 13 Jahren hatte er diese Funktion inne, eine Zeit, die „echt wie im Flug vergangen ist“, sagt Schneider. Als markante Punkte in der Zeit nennt er die Sanierung des Hallenbads, den Start des Wege-Prozesses in der VG und viele Bauprojekte, die er mit begleitet hat. Da war natürlich nicht alles eitel Sonnenschein, aber „mir wurde ja attestiert, dass ich immer eine gewisse Gelassenheit an den Tag gelegt hätte, auch wenn es mal hoch her ging“.

Über viele Jahre hinweg war Schneider auch nebenamtliche Lehrkraft im Fach Personalwesen an den Berufsschulen in Daun und Gerolstein („Wo ich einige Schüler unterrichtet habe, die später Karriere gemacht haben, beispielsweise als VG-Bürgermeister“), Fachlehrer an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen, seit 1998 ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Trier und seit 2004 Mitglied in Beratungskommissionen des Kommunalen Arbeitgeberverbands Rheinland-Pfalz. 2011 wurde ihm die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

Bürgermeister Werner Klöckner ließ bei der Verabschiedung den beruflichen Werdegang Schneiders Revue passieren und verwies auf dessen kontinuierliche berufliche Fortentwicklung bis hin zur Übertragung der Büroleitung. Durch den Besuch zahlreicher Seminare habe er sich stetig fortgebildet und sei immer am Puls der Zeit geblieben.

Neben der Personalleitung und organisatorischen Fachverantwortung habe er sich besondere Verdienste unter anderem auch bei den Baumaßnahmen im Schul-, Kindergarten- und Sportbereich sowie der Erweiterung des Verwaltungsgebäudes und der Sanierung des Laurentiusbades in Daun erworben. Auch die Ausbildung der Nachwuchskräfte und deren berufliche Förderung hätten ihm immer am Herzen gelegen.

Die hohe Auszeichnung der Verleihung der Ehrennadel des Landes sei eine Bestätigung dessen, dass Schneider Enormes neben dem Beruf geleistet habe. Der Verwaltungschef Klöckner betonte, dass Schneider in all den Jahren und bei seinem enormen Arbeitspensum nie etwas zu viel gewesen sei und er seine Aufgaben stets mit vorbildlichem Engagement und viel Freude bewältigt hat. Er habe die VG mit zu einer führenden Kommune in Deutschland gemacht.

Der neue Büroleiter Fabian Schorn überreichte als Abschiedsgeschenk ein Fotobuch mit Bildern und Anekdoten der Kollegen aus all den Jahren. Im Anschluss überraschten diese Schneider mit auf ihn abgestimmten Liedvorträgen und einem Gedicht. Schneider erklärte: „Ich bin stolz, dass ich in einer Verwaltung arbeiten durfte, in der sich die Mitarbeiter über ihr Fachwissen hinaus durch Angebote des Arbeitgebers als Persönlichkeit weiterentwickeln können.“

Er freut sich nun auch mehr Besuche bei den Enkelkindern, und es ist auch nicht so lang hin, bis er den Ruhestand gemeinsam mit seiner Frau Brigitte genießen kann. Sie hat noch ein Jahr und vier Monate bis zur Pensionierung.

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