Büroleiter will Bürgermeister der Verbandsgemeinde werden

Büroleiter will Bürgermeister der Verbandsgemeinde werden

Am 14. Januar wird im Kelberger Land ein neuer Rathaus-Chef gewählt. Einer, der dort schon seit fast 40 Jahren arbeitet, stellt sich dann dem Wählervotum: Johannes Saxler.

Kelberg Noch gut drei Monate, dann wird in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg ein neuer Bürgermeister gewählt. Karl Häfner (CDU) geht 2018, nach dann 34 Jahren im Amt, in Pension. Nachgefragt beim Verwaltungschef: Sind denn schon Bewerbungen eingegangen? "Ja, insgesamt fünf", teilt Häfner mit, ohne Namen zu nennen. Es muss ja auch nicht bei den fünf bleiben,endet die letzte Frist fürs Einreichen der Unterlagen erst am Montag, 27. November, 18 Uhr.
Kelberger Land ist traditionell CDU-Land, die Partei ist größte Fraktion im VG-Rat, stellt seit jeher den Bürgermeister. Will sie jemand aus den eigenen Parteireihen ins Rennen schicken? "Nein, wir stellen keinen eigenen Kandidaten auf", verkündet der Gemeindeverbandsvorsitzende Peter Burggraaff auf TV-Anfrage. Aber auf die Unterstützung eines Bewerbers hat sie sich trotzdem schon festgelegt: "Als klar war, dass sich der Büroleiter der VG-Verwaltung Johannes Saxler als freier Bewerber ohne Mitgliedschaft in der CDU bewerben wird, haben sich der Gemeindeverbandsvorstand und die Fraktion im VG-Rat einstimmig dazu entschlossen, ihn aufgrund seiner Kompetenz bei seiner Kandidatur zu unterstützen."
Also ein Kandidat mit großem Bekanntheitsgrad, schließlich ist Saxler seit August 1978 im Kelberger Rathaus beschäftigt, seit Oktober 1991 als Büroleiter. "Ja, ich will Bürgermeister werden", bestätigt der 55-Jährige. Selbstverständlich sei das aber nicht gewesen: "Einige haben es tatsächlich als normal betrachtet, dass ich Bürgermeister werden wolle. Aber für mich hat es dann doch ein paar Monate gebraucht, bis ich mich endgültig entschieden habe", sagt Saxler. Mit dem "Segen" von Frau und Töchtern (17 und 21 Jahre alt): "Sie haben gesagt: Wenn du es wirklich machen willst, unterstützen wir dich." Mitglied einer politischen Gruppierung sei er nie gewesen, "und daran wird sich auch nichts ändern". Deshalb wird er als Einzelbewerber antreten, was bedeutet, dass er 50 Unterstützungsunterschriften vorlegen muss, um zur Wahl zugelassen zu werden. Die er aber vermutlich allein schon im Kelberger Ortsteil Köttelbach, seinem Heimatort, zusammen bekommen dürfte.
Wie sieht es bei den anderen Fraktionen im VG-Rat aus: Werden sie einen Kandidaten aufstellen? "Nein", sagt Wilfried Jax, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kelberg. "Wir warten den Ablauf der Bewerbungsfrist ab und schauen, ob ein Kandidat dabei ist, den wir unterstützen könnten." Reinhold Jansen (Fraktion Sturm im Wald) teilt mit: "Wir werden keinen eigenen Kandidaten aufstellen." Laut Walter Eich, Vorsitzender der VG-Ratsfraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft Hochkelberg, ist "bisher noch keine Entscheidung in der Angelegenheit getroffen worden. Wir werden das aber sicher tun, sobald die Namen der Bewerber und deren Unterlagen offiziell bekannt sind." Er selbst kenne zwar die Namen der Bewerber, sie aber teilweise nicht persönlich, ebenso wenig wie deren Qualifikation und Vorstellung einer künftigen Zusammenarbeit. "Der einzige Bewerber, den ich diesbezüglich sicherlich sehr gut einschätzen und bewerten kann, ist der Büroleiter der VG-Verwaltung. Insofern kann ich sagen, dass die CDU nach meiner Einschätzung eine gute Entscheidung getroffen hat."KommentarMeinung

In der Favoritenrolle
Wie viele Bewerber es am Ende auch sein werden, die die Nachfolge von Karl Häfner an der Spitze der Verbandsgemeinde Kelberg antreten wollen: Gegen die Favoritenrolle wird sich Johannes Saxler nicht wehren können. Allein durch seine fast 40 Jahre Arbeit in der Verwaltung kennt er die Ecke zwischen Neichen und Nürburgring in- und auswendig, ein nicht zu unterschätzendes Pfund, das er mitbringt. Also alles schon gelaufen im Kelberger Land? Das wohl nicht, denn zahlreiche Direktwahlen haben bewiesen, dass die Wähler immer für eine Überraschung gut sind. s.sartoris@volksfreund.deExtra: KEINE ZEITLICHE EINSCHRÄNKUNG

Bürgermeisterkandidat Johannes Saxler. Foto: (e_daun )


Selbstverständlich ist es nicht, dass im Januar ein neuer Bürgermeister mit voller Amtszeit von acht Jahren gewählt wird. Denn die VG Kelberg ist für das Land eine Kommune mit "vordringlich eingestuftem Gebietsänderungsbedarf". Was bedeutet: Fusion mit einer anderen VG durchaus möglich. Deshalb war auch lange spekuliert worden, ob der Chefposten wieder besetzt würde, und wenn ja, auf wie viel Jahre. Im Frühsommer dann die Ansage aus Mainz: Ja, es wird gewählt, und es gibt keine zeitliche Einschränkung, was die Amtszeit angeht.

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