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Bund Förderprogramm Reaktivierung Eifelquerbahn Gerolstein Daun

Verkehrsinfrastruktur : Schnell handeln, um Geld für Eifelquerbahn zu bekommen

(sts/red) Kreisübergreifendes Treffen: 50 SPD-ler aus den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell haben sich am Bahnhof in Ulmen getroffen. Das Thema: die Reaktivierung des Eifelquerbahn-Teilstücks von Gerolstein nach Kaisersesch.

Die Strecke ist 2019 zum Verkauf ausgeschrieben worden, zwei Interessenten gibt es: die Eifelbahn Verkehrs GmbH aus Linz (Kreis Neuwied) und die Brohltal-Schmalspureisenbahn-Betriebs-GmbH aus Brohl-Lützing (Kreis Ahrweiler). Stephan Pauly von der  Brohltalbahn war auch nach Ulmen gekommen. Er erklärte: „Wir haben seit dem Jahreswechsel komplett neue Voraussetzungen durch geänderte bundesrechtliche Rahmenbedingungen. Der Bund fördert Ankauf und bauliche Maßnahmen der eigentlichen Reaktivierung mit 90 Prozent. Erstmals wird sogar die Planung mit zehn Prozent der entsprechenden Kosten gefördert.“ Jens Wießner vom Verein Eifelquerbahn appellierte an die Kommunalpolitiker, die Chance zu ergreifen und die Reaktivierung voranzutreiben. Der Cochem-Zeller SPD-Landtagsabgeordnete Benedikt Oster ergänzte: „Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen. Eine Reaktivierung ist nun so realistisch wie schon lange nicht mehr.“ Seine Kollegin Astrid Schmitt (Kirchweiler) betonte: „Immer wird von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Städten und auf dem Land gesprochen. Dann gilt es jetzt, dass wir hier auf dem Land in Sachen Schienenanbindung auch endlich etwas davon spüren. Es kann nicht sein, dass Daun als Mittelzentrum und Kreisstadt nicht durch eine Zugverbindung angebunden ist.“ Jens Jenssen, Kreischef der SPD Vulkaneifel, sagte: „Vor dem Hintergrund des Klimawandels brauchen wir ein Umdenken in der Mobilität und dringend eine klimaneutrale Anbindung der Vulkaneifel an die Rheinschiene.“ In den Gesprächen wurde deutlich, dass es auch innerhalb des Landes eine Schieflage bei Reaktivierungen gibt. Im südlichen Teil wurden in den vergangenen Jahren im zweistelligen Bereich Strecken reaktiviert, im Norden dagegen nur zwei.

Alle Beteiligten richteten einen  Appell an Verkehrsminister Volker Wissing (FDP): „Wir erwarten, dass die Strecke von Kaisersesch bis Gerolstein zeitnah dem Bund gemeldet wird und wir in den Genuss von Fördergeldern kommen wie schon andere Bundesländer zuvor.“ Dies sei auch deshalb nötig, weil die Reaktivierungsprojekte in  Rheinland-Pfalz im Wettbewerb mit anderen Projekten in ganz Deutschland ständen. Die SPD-Fraktionschefs in beiden Kreistagen sowie die VG-Räte Kaisersesch, Ulmen, Kelberg, Daun und Gerolstein werden in den nächsten Sitzungen Anträge dazu einbringen.