Bundesjury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu Besuch in Basberg.

Wettbewerb : „Wir haben jetzt schon gewonnen“

Basberg konkurriert mit 29 weiteren Dörfern in ganz Deutschland um Gold, Silber und Bronze beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Am Mittwoch war die Bundesjury zu Besuch.

“Sie kommen! Da kommt der Bus“, rufen die Kinder von ihrem Beobachtungsposten hinter dem nigelnagelneuen Gemeindehaus herüber. Eine Verwechslung ist ausgeschlossen: Auf dem Reisebus, der die 24 Mitglieder der Bundesbewertungskommission nach Basberg bringt, prangt in großen Lettern der Schriftzug „Unser Dorf hat Zukunft“.

Die Freude über die Teilnahme am Bundesentscheid ist riesig - im mit 93 Einwohnern kleinsten Ort der Vulkaneifel bereiten rund 60 Basberger ihren Besuchern einen herzlichen aber kurzen Empfang, denn unmittelbar nach der Ankunft geht ein Wolkenbruch nieder - man flüchtet gemeinsam in das Bürgerhaus.

Die Bewertung der Dörfer erfolgt durch eine Kommission auf Bundesebene, die vom 18. Juni bis zum 10. Juli durch Deutschland reist. Unter den Mitgliedern sind Landschaftspfleger, Architekten, Vertreter der Bauern- und Landfrauenverbände und Experten für Kultur und Soziales aus verschiedenen Bundesministerien. Vorsitzende der hochrangig besetzten Reisegruppe sind Reinhard Kubat, Landrat in Hessen und Elmar Henke, Bürgermeister der Gemeinde Sommerach in Bayern.

Während es draußen in Strömen regnet, stellen die Basberger sich, ihr Dorf und die wichtigsten Projekte ihrer kleinen Gemeinde vor. Zu bieten haben sie allerhand: „Unser Motto heißt Wohnen und Wohlfühlen“, sagt Ortsbürgermeister Franz-Josef (Jojo) Diederichs. „Das schließt ein, dass wir Nachhaltigkeit, Naturschutz und das soziale Miteinander ganz groß schreiben.“ Aufgrund der geringen Einwohnerzahl sei es gewollt, dass möglichst alle in wichtige Entscheidungen eingebunden sind. „Partizipation ist in Basberg keine Worthülse“, sagt Diederichs. Das Engagement der Dorfgemeinschaft sei der große Pluspunkt Basbergs. „Ein Beispiel ist sicherlich das neue Bürgerhaus, dessen Bau noch nicht ganz abgeschlossen ist: Hier haben die Bürger unserer Gemeinde inzwischen rund 2500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.“

Auch die „Basberger Halunken“ stellen sich der Kommission vor. Von 93 Einwohnern sind 25 Kinder unter 18 Jahren. Kein Wunder, dass sie die Dorfgemeinschaft stark prägen. Ihr Leitspruch lautet: „Das Dorf ist für uns da – und wir sind fürs Dorf da.“ Etliche Naturschutzprojekte gehen auf die Kappe der Halunken: Nistkästen, Insektenhotels und auch um die Ziegen, die den Katzenberg, den Hausberg des Dorfes beweiden, kümmern sich die Kinder.

Basberg ist Kandidat für die Bundesentscheidung des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Der angereisten Kommission zeigten die Bürger und die Halunken, was der kleinste Ort der Vulkaneifel zu bieten hat. Foto: Vladi Nowakowski
Die Halunken, der starke Nachwuchs von Basberg, machen etwas für ihr Dorf. Unter anderem kümmern sie sich um die Ziegen, die den Katzenberg abgrasen. Und das alles haben sie auch der Jury selbst berichtet. Foto: Vladi Nowakowski
Basberg ist Kandidat für die Bundesentscheidung des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Der angereisten Kommission zeigten die Bürger und die Halunken, was der kleinste Ort der Vulkaneifel zu bieten hat. Foto: Vladi Nowakowski
Basberg ist Kandidat für die Bundesentscheidung des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Der angereisten Kommission zeigten die Bürger und die Halunken, was der kleinste Ort der Vulkaneifel zu bieten hat. Foto: Vladi Nowakowski

Kaum sind die die letzten Infos zum Dorfleben weitergereicht, kommt draußen die Sonne hervor. Das Signal für die Kommission, sich Basberg mit eigenen Augen anzuschauen. Es bildet sich ein großer Tross aus Kommissionsmitgliedern, Bürgern und den Kindern des Ortes, der durch Basberg zieht. Die Architekten und Landschaftsplaner unter den Gästen sind vom Erhalt und der Restaurierung alter Bausubstanz und der liebevoll gepflegten Landschaft angetan – immer wieder suchen sie das Gespräch mit den Bürgern, und auch mit den Halunken, die ihnen ihren Bauwagen und das Insektenhotel zeigen. „Egal, wie die Entscheidung ausfällt, wir haben jetzt schon gewonnen“, sagt Petra Himmels, die ehemalige Bürgermeisterin des Ortes. „Die zwei Jahre des Wettbewerbs haben die Basberger noch mehr zusammengeschweißt, als es vorher schon der Fall war.“ Ortsbürgermeister Diederichs ergänzt: „Wir fahren im Januar 2020 auf jeden Fall zur Auszeichnung der Bundessieger nach Berlin, auch wenn wir nicht gewonnen haben.“ Insgesamt hätten sich bereits 62 Basberger angemeldet.

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