Bundeswehr investiert in Eifelkaserne in Gerolstein

Bundeswehr : Bundeswehr-Standort Gerolstein wird massiv aufgerüstet

In den nächsten zehn Jahren sind Investitionen von rund weiteren 50 Millionen Euro in der Eifelkaserne „Auf windiger Höhe“ in Gerolstein-Lissingen geplant. Die Arbeiten laufen bereits.

Die Bundeswehr rüstet massiv in Gerolstein auf: In den nächsten zehn Jahren werden weitere gut 50 Millionen Euro in die Eifelkaserne „Auf windiger Höhe“ investiert – nachdem mit dem neuen Mensagebäude, einer neuen Kfz-Halle sowie Erneuerungen und Sanierungen bereits in jüngster Vergangenheit rund 15 Millionen Euro investiert worden sind.

Der Großteil der bestehenden Gebäude wird abgerissen und durch Neubauten (zum Teil an anderer Stelle) ersetzt. Darüber hinaus werden mindestens eine weitere Satelliten-Bodenstation sowie eine eigenständige Zentrale, wo alle Daten zusammenlaufen, errichtet – und dafür die Kaserne in Richtung Lissingen erweitert. Es entsteht eine neue Sporthalle, das gesamte Strom-, Wasser- und Abwassernetz wird erneuert und die beiden Kfz-Stellplätze, die so groß wie zwei Fußballfelder sind, mit mehreren Mega-Carports überdacht.

Oberstleutnant Christian Sohns, Kommandeur in der Eifelkaserne, sagt: „In den nächsten 15 bis 20 Jahren wird sich hier etliches tun.“ Man könnte auch sagen: Auf windiger Höhe bleibt kein Stein auf dem anderen.

Dass Sohns bereits deutlich über den Planungshorizont von zehn Jahren hinausblickt, hat mit Erfahrungswerten zu tun. „Am Geld liegt es nicht, das ist – anders als früher – offensichtlich vorhanden. Doch angesichts der Tatsache, dass es einerseits bei den Planern zu wenig Kapazitäten gibt und andererseits die Baufirmen stark ausgelastet sind, wird sich alles wohl etwas länger hinziehen als derzeit geplant“, mutmaßt der Kommandeur und fügt hinzu: „Aber natürlich freuen wir uns, dass unser Standort so massiv aufgewertet wird.“

Eine Standortgarantie auf alle Ewigkeit ist nach Ansicht von Sohns mit den Mega-Investitionen aber nicht verbunden. Dennoch sagt er: „Angesichts unseres Könnens und unseres Auftrags – wir sind an allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt – bin ich zu 99 Prozent davon überzeugt, dass der Standort gesichert ist.“

Aktuell ist eine Firma dabei, das alte Mensagebäude abzureißen. Das passiert nicht mit einem großen Bagger und der Abrissbirne, sondern in viel Hand- und Kleinarbeit. Stabsfeldwebel Markus Malinn, der sich um die Liegenschaften in der Eifelkaserne kümmert, erklärt: „Die Gebäude und auch die meisten Anlagen stammen aus den sechziger Jahren, als noch viele bedenkliche Baustoffe verarbeitet wurden. Deswegen wird alles sorgfältig abgebaut und getrennt nach Stoffen wie Holz, Metall, Bitumen oder Asbestplatten gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.“

Dies sind die Maßnahmen:

Abriss Mensagebäude: Bis Jahresende soll das Gebäude rückgebaut und entsorgt sein. An die Stelle soll ein anderes Gebäude, nämlich das...

... neue Stabsgebäude: Der Sitz der Führungscrew des IT-Bataillons 281 wird dreigeschossig und  größer als das bisherige Stabsgebäude.

Abriss Kompaniegebäude: Die bisherigen sieben Blocks, in denen die einzelnen Kompanien, die Waffenkammer und das Material der Einheiten untergebracht sind, werden ab 2024 abgerissen. Dafür entsteht ein ...

... neues Unterkunftsgebäude: Die Kosten sind mit 15 Millionen Euro beziffert. Das dreigeteilte und dreistöckige Gebäude, das auf der großen Wiese in der Nähe des Appellplatzes entstehen soll, wird 200 Wohneinheiten für Soldaten (16 Quadratmeter große Einzelzimmer mit Nasszelle) sowie Spinde für 500 weitere Soldaten beherbergen, die zuhause schlafen. Oberstleutnant Sohns sagt: „Wir haben uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass wir hier einer von drei Standorten im gesamten Cyber-Organisationsbereich der Bundeswehr werden, die Grundausbildung anbietet.“

Neubau Sporthalle: Der entsteht auf der anderen Straßenseite. Spatenstich soll noch dieses Jahr sein. Die Baugrube ist ausgehoben, der Raum mit den Versorgungseinrichtungen bereits (im Boden liegend) fertiggestellt. Die geplante Großsporthalle inklusive Fitnessraum soll 4,4 Millionen Euro kosten. Die künftige Nutzung der bisherigen Halle ist noch unklar.

Neubau IT-Ausbildungsgebäude: Ganz in der Nähe der Sporthalle wird ab 2022 ein Komplex errichtet, in der künftig die gesamte Ausbildung der angehenden IT- und Kommunikationsspezialisten vonstatten gehen soll. Bislang waren die Ausbildungsräume samt technischem Equipment auf mehrere Gebäude verteilt. Der neue Komplex soll dementsprechend hoch technisiert ausgestattet werden. Kostenpunkt: mehr als drei Millionen Euro.

Neue Bodenstation: Mindestens eine neue Bodenstation, die alleine mit einer Million Euro zubuche schlägt (Malinn: „Die sind zum Beispiel mit einer 100 Kilowattstarken Heizung ausgestattet, um auch im Winter einwandfrei zu laufen.“) soll errichtet werden, um die zunehmenden Kommunikationsbedürfnisse zwischen Heimat und Einsatzland sowie zwischen den Verbänden im Einsatz sicherzustellen. Zudem wird 2024 eine eigenständige Zentrale, wo alle Daten zusammenlaufen, errichtet –  und es wird Platz für eventuell weitere Satellitenschüsseln vorgehalten. Dafür wird 2019 die Kaserne in Richtung Lissingen erweitert und neu eingezäunt.

KFZ-Stellplätze: Die beiden Kfz-Stellplätze, die so groß wie zwei Fußballfelder sind, werden mit Mega-Carports überdacht. Kostenpunkt: 2,2 Millionen Euro. Dafür wird der gesamte alte Beton herausgerissen, die Fläche neu betoniert.

Leitungsnetz: Das gesamte Strom-, Wasser- und Abwassernetz wird erneuert.

Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: Das alte Mensagebäude wird zurückgebaut, die einzelnen Materialien werden getrennt entsorgt. An die Stelle kommt das neue, dreigeschossige Stabsgebäude. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude (wie das alte Mensagebäude) abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner
Angriff an allen Fronten: In der Eifelkaserne werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unter anderem entstehen eine neue Sporthalle und neue Unterkünfte. Auch das gesamte Leitungssystem wird erneuert. Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Foto: TV/Mario Hübner

Erneuerung der Schießanlage: Die Standortschießanlage in Gees erhält eine neue Schießbahn und ein neues Gebäude. Die Aufrüstung kostet rund 6 Millionen Euro.

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