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Bundeswehr ist seit 45 Jahren in Daun

Bundeswehr ist seit 45 Jahren in Daun

Vor 50 Jahren wurde das Fernmeldebataillon 51 - der heutige Fernmeldeaufklärungsabschnitt 931 - gegründet, seit 45 Jahren ist die Einheit in Daun stationiert. Heute gibt es am Standort rund 900 Soldaten und rund 200 Zivilbeschäftigte.

Daun. Daun, Ende der 1950er Jahre: Der Wiederaufbau nach dem Krieg ist gemeistert, nun geht es darum, der kleinen Stadt neue Perspektiven zu eröffnen. Mehr Arbeitsplätze soll es geben und die Einwohnerzahl erhöht werden. "Wie ist das zu schaffen?" lautet die Frage. Antwort: mit der Bundeswehr.

Ein besonderes Argument, das damals angeführt wurde: "Der damalige Dauner Amtsbürgermeister begründete die Bemühungen auch damit, dass sich mit der Ansiedelung der Bundeswehr für junge Frauen in Daun und Umgebung das Angebot an heiratsfähigen Männern deutlich vergrößern würde", erinnert sich der frühere Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, Adolf Waldorf. Daun bewirbt sich als Standort einer Bundeswehreinheit - und bekommt den Zuschlag.

"Etwas Besseres hätte Daun nicht passieren können", bilanziert Waldorf heute. 1965 kam die Bundeswehr nach Daun. Das fünf Jahre zuvor gegründete Fernmeldebataillon 51 (der heutige Fernmeldeaufklärungsabschnitt 931) und eine Ausbildungskompanie machten sich auf den Weg von Bergisch-Gladbach in die Eifel, um den neuen Standort zu übernehmen. Die Ziele, die die Stadt mit der Bewerbung verfolgte, wurden erreicht: Die Bundeswehr bot (und bietet immer noch) neben den militärischen auch viele zivile Arbeitsplätze, die Einwohnerzahl stieg von knapp über 5383 (1962) auf knapp 6700 (1967).

Heute gehören die Bundeswehr und der Anblick von Uniformen im Straßenbild längst zum Alltag von Daun, aber dass Soldaten nach wie vor in der Kreisstadt präsent sind, ist nicht selbstverständlich. Denn Anfang der 1990er Jahre stand der Standort auf der Kippe, wie sich Waldorf noch gut erinnert. "Ich bin damals im Urlaub angerufen worden, dass Daun geschlossen werden soll, und habe mich gleich auf den Heimweg gemacht, um alles in die Wege zu leiten, um das zu verhindern. Eine Auflösung hätte für Daun dramatische Auswirkungen gehabt." Als damaliger VG-Bürgermeister versuchte er, mit maßgeblichen Leuten im Bundesverteidigungsministerium in Kontakt zu kommen. "Das war nicht einfach, aber ich habe mich nicht abwimmeln lassen."

Auch die Bürger zeigten Flagge: Tausende machten bei einer Unterschriftenaktion für den Verbleib der Bundeswehr mit. Waldorf: "Viele haben geholfen, und am Ende wurde es geschafft: Daun blieb Bundeswehrstandort." Sein Engagement wurde dabei besonders gewürdigt: Er wurde zum Ehrenoberst ernannt.

Die Bundeswehr will sich für die Zusammenarbeit und die Verbundenheit mit einem großen "Tag der offenen Tür" am Samstag, 26. Juni, bei allen Bewohnern Dauns und den umliegenden Gemeinden bedanken und einen Einblick hinter die Kulissen der Kaserne geben. Das tut zuvor auch der Trierische Volksfreund: In einer kleinen Serie wird er einige Soldaten und zivile Mitarbeiter vorstellen und die Bedeutung des Standorts für Daun erläutern.