1. Region
  2. Vulkaneifel

Café Grenzenlos Gerolstein feiert zweiten Geburtstag

Integration : Zwei Jahre „Grenzenlos“

Einheimische und Gäste aus mehreren Nationen feiern kleines Jubiläum im Mehrgenerationenhaus in Gerolstein.

Das Buffet ist angerichtet, und mittendrin prangt ein großer Geburtstagskuchen mit der Aufschrift „Happy Birthday Café Grenzenlos – Mehrgenerationenhaus Gerolstein“. Den Kuchen schneidet Pastor Gerhard Schwan gemeinsam mit Ahmad Ayoubi aus Afghanistan an, und danach dürfen alle Gäste sich bedienen. Etwa 50 Menschen sind an diesem Montag zusammengekommen. „Hast du Geburtstag?“, fragt ein Junge eine der Helferinnen und bekommt zur Antwort: „Wir alle haben heute Geburtstag!“ Kurzes Kopfschütteln bei dem Kind, aber dann greift es beherzt zu.

„Das Café Grenzenlos ist eine Erfolgsgeschichte, einfach, weil die Flüchtlinge hier eine Anlaufstelle haben, um sich zu treffen oder Ansprechpartner zu finden für ihre unterschiedlichen Anliegen“, betont Anette Weber, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land. Sie gehört zu dem Team aus kirchlichen, kommunalen oder freien Trägern, wie dem Forum Eine Welt oder dem Haus der Jugend, die das regelmäßige Treffen organisieren.

„Deutschland ist für uns gut, weil wir keinen Krieg und keine Angst mehr haben“, erklärt Kathere, „mich nennen alle Kati, weil mein Name so schwer ist“, lacht die Jugendliche.

„Für meine Eltern ist es noch schwer hier in Deutschland, und sie haben alles zurückgelassen, aber wir müssen klarkommen, weil wir jetzt hier leben wollen“, ergänzt die junge Afghanin. Auch Ahmad Ayoubi, der mit Pfarrer Schwan den Geburtstagskuchen angeschnitten hat, ist froh über den Frieden, den er und seine Familie in Deutschland gefunden haben: „Vorgestern gab es in Kabul eine Bombe von Taliban, und 64 Kinder, Frauen und Männer sind tot, hier in Deutschland gibt es keinen Krieg.“ Seine Deutschkenntnisse hat er sich in Gesprächen mit Kollegen auf der Arbeit im Dauner Krankenhaus angeeignet. Das Café Grenzenlos ist für ihn eine wichtige Anlaufstelle, „weil, wenn ich Probleme habe, die können mir helfen.“

Christa Karoli vom Forum Eine Welt, die gerade einer Frau aus Somalia hilft, einen Lebenslauf zu schreiben, sieht das Montagstreffen ebenfalls positiv: „Wir haben verschiedene Exkursionen mit den Flüchtlingen gemacht und spezielle Veranstaltungen, wie etwa Ostereier bemalen. Das Treffen hier ist ganz vielfältig, es ist Begegnung, und die Menschen wissen, dass sie sich hier Rat und Hilfe holen können.“ Während draußen die Kinder miteinander toben, erklärt  Karoli: „Die Kinder aus den verschiedenen Nationen spielen miteinander, sie sprechen aber immer Deutsch untereinander.“

Auch wenn zurzeit nur 20 Geflüchtete regelmäßig das Café Grenzenlos besuchen, wird bei diesem Treffen deutlich, es ist eine wichtige Anlaufstelle, die den einen das Ankommen in Deutschland erleichtert und den anderen die Hemmschwelle vor „Fremden“ nimmt.