Caritas feiert Richtfest für die künftige Gero-Wohngemeinschaft und die Sozialstation.

Demographie : Wohngemeinschaft statt Altersheim in Gerolstein

Der Rohbau samt Dachgebälk steht, jetzt hat der Caritasverband Westeifel in der Gerolsteiner Raderstraße das Richtfest für die künftige Gero-Wohngemeinschaft und die Sozialstation gefeiert.

„Das ist eine Herzensangelegenheit der Caritas, auch hier in Gerolstein eine Alternative zu den Altenheimen zu bieten“, sagt Caritasdirektor Winfried Wülferath. Diese Alternative nennt sich Gero WG und wird als ambulant betreute Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren im Frühsommer 2020 an den Start gehen. „Die Menschen, die hier einziehen, sind welche, die nicht mehr alleine zu Hause zurechtkommen. Sie bekommen hier so viel Unterstützung, wie nötig, aber auch so wenig, wie möglich“, erklärt Wülferath. Wichtig sei es, „eine höchstmögliche Autonomie zu behalten“.

Zwölf Menschen können in der WG wohnen, werden rund um die Uhr betreut und gepflegt – wenn nötig. Ihren Alltag können sie gemeinsam mit den anderen Mitbewohnern gestalten oder auch jeder so, wie es passt. In Kyllburg und Bitburg gibt es bereits solche WGs der Caritas, und aus diesen Erfahrungen „sind wir uns sehr sicher, dass das auch hier gut angenommen wird“, sagt Wülferath.

„Das ist ein tolles Angebot für Menschen, die selbstbestimmt leben möchten; ein Angebot, das zukunftsorientiert ist und häufiger nachgefragt werden wird“, ist sich auch Hans Peter Böffgen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, sicher. „Dieser Gedanke, noch gebraucht zu werden, noch eine Aufgabe zu haben, das alleine gibt den Menschen Wertschätzung, Selbstbewusstsein und Lebensqualität“, betont Böffgen.

Auch wenn sich laut Wülferath die Kosten für die Bewohner etwa auf dem Niveau einer Unterbringung im Altersheim bewegen werden, bietet der weite Blick über Gerolstein ein kostenloses Vergnügen. Das loben auch die rund 40 Gäste des Richtfestes, darunter Handwerker und einige Mitarbeiter der Caritas.

„Wir sind von der ursprünglichen Planung etwas abgewichen: Wir haben im Bereich der Pflege jedes Jahr zehn Prozent Wachstum, brauchen also in Zukunft mehr Mitarbeiter. Deshalb haben wir jetzt schon das Obergeschoss ausgebaut, und nächstes Jahr im Herbst ist geplant, dass die Sozialstation dort einzieht“, sagt der Caritasdirektor.

Bäumchen, Richtspruch, Schnaps: Die Zimmerleute (von links) Tom Hahn, Horst Dederichs und Oliver Overbeck setzen beim Richtfest für die neue Gero-WG auf Tradition. Foto: Alwin Ixfeld
Die zukünftige Gero-WG in der Geolsteiner Raderstraße. Foto: Alwin Ixfeld

Die Kosten für das Gebäude beziffert Wülferath mit 1,75 Millionen Euro, zuzüglich 800 000 Euro für das schlüsselfertige Obergeschoss. Die Energieversorgung soll über Solarpaneels erfolgen, die auch die Tankstellen für Elektroautos versorgen sollen.

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