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Kommunalwahl: CDU bleibt die dominate Kraft im Kreis

Kommunalwahl : CDU bleibt die dominate Kraft im Kreis

Der Kreistag Vulkaneifel wird durch den Einzug von UWG und AfD deutlich bunter. Die Grünen verdoppeln ihr Ergebnis und erzielen fünf Sitze im 38-köpfigen Gremium.

Auch einen Tag nach der Wahl steht das vorläufige Endergebnis des Kreistags und somit die Sitzverteilung nicht genau fest. Der Grund sind Probleme aus dem Gerolsteiner Bereich, wo laut Wahlleiter Hans-Josef Hunz zwei Datenträger nicht funktioniert haben und die Ergebnisse somit an den Kreis gefaxt wurden und von Hand eingegeben werden mussten. Zudem wird das Briefwahlergebnis für den Kreistag aus Hillesheim am Dienstag neu ausgezählt, da sich Unregelmäßigkeiten ergeben hätten. Die Analyse spiegelt demnach den Stand von 156 von 159 Stimmbezirken wider, was etwa 98 Prozent entspricht.

Bei der Wahl zum neuen Kreistag zeichnen sich ebenfalls die bundesweiten Trends (zur Europawahl) ab, aber – wie in der Eifel traditionell – beileibe nicht so krass. Zwar verlieren auch hier die beiden großen Parteien CDU (-3,5 Prozent) und SPD (-5,3 Prozent), aber eben nicht erdrutschartig. Und der Aufstieg der Grünen (+ 6,6 Prozent) und auch der AfD (+3,6 Prozent), die erstmals angetreten ist, ist zwar beachtlich, aber nicht kometenhaft. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,7 Prozent, vor fünf Jahren waren es 64,5 Prozent.

Die großen Wahlgewinner sind die Grünen, die dank 12,7 Prozent künftig 5 statt 3 Sitze im 38-köpfigen Gremium bekommen. Die Neulinge von der UWG Kylltal, eine Abspaltung der FWG mit Hauptverbreitung im Gerolsteiner Land, sowie der AfD erzielen auf Anhieb jeweils einen Sitz.

Die FWG sackt um 2,5 auf 10,5 Prozent ab und zieht nur noch mit 4 (zuvor 5) Vertretern in den Kreistag ein. Die FDP legt um 3,2 Prozent zu, was ihr den dritten Sitz (zuvor 2) im Gremium sichert. Die komplett neuformierte Linke erreicht 3,1 Prozent, was für weiterhin einen Sitz  reicht.

Die SPD sackt um 5,3 auf 18,7 Prozent ab und büßt somit zwei Sitze ein. Mit sieben Vertretern ist sie aber weiter zweitstärkste Fraktion. Nach wie vor die stärkste politische Kraft im Kreis bleibt unangefochten die CDU, die mit einer deutlich verjüngten Liste angetreten ist. Sie erzielt mit 40,9 Prozent ein ordentliches Ergebnis. 3,5 Prozent weniger sind als noch vor fünf Jahren bedeuten zwar einen Sitz weniger, mit 16 Vertretern im 38-köpfigen Kreistag geht aber an ihr kein Weg vorbei.

Und das sagen die Spitzenkandidaten der im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen:

Gordon Schnieder (CDU-Kreisvorsitzender und MdL): „Es ist nur ein kleiner Trost zu wissen, dass wir nur ein bisschen Stimmen verloren haben. Für uns wird es wohl einen Sitz weniger geben, dass ist schon schmerzhaft – eine stabile Mehrheit ist wahrscheinlich nicht immer so einfach.“

Marco Weber (FDP-Kreisvorsitzender und MdL): „Wir sind eine der wenigen Parteien, die dazugewonnen haben und können so sehr zufrieden sein. Dass die Grünen so einen Zuwachs haben, liegt daran, dass die Leute glauben, mit diesem Kreuz etwas für das Klima zu tun – das ist ein Trugschluss. Wir werden den Breitbandausbau weiter vorantreiben. Andere Kreise sind da weiter voraus. Auch die Attraktivität der Dörfer sollte weiter gesteigert werden.“

Jens Jenssen (Kreisvorsitzender der SPD): „Ich kann soviel sagen, dass wir im Vergleich zu den Verlusten, die anderes wo eingefahren wurden, noch zufrieden sein können. Wir starteten bewusst mit einem sehr jungen Team in den Wahlkampf, verzichteten auf einige altgediente Kommunalpolitiker, die wohl ein paar mehr Wähler allein durch ihre Bekanntheit erreicht hätten. Ich denke aber, dass wir mit dem jungen Team frisch an die Arbeit gehen können und nicht unzufrieden sein sollten.“

Dietmar Johnen (Kreisgeschäftsführer Grüne): „Wir freuen uns sehr über das gute Ergebnis. Im Kreistag sind wir wohl mit fünf Sitzen vertreten und so die drittstärkste Kraft. Ein tolles Ergebnis, das das Resultat einer kontinuierlich guten Arbeit ist. Die Interessen der Bürger haben sich im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung unserer Themen verschoben. Mit unserer Arbeit zu den Themen Gesteinsabbau und Wasserschutz haben wir ihre Interessen anscheinend gut vertreten. Wir stehen aber auch für eine gute wirtschaftliche Entwicklung noch der Devise gut leben und gut arbeiten in der Vulkaneifel. Genau dafür setzen wir uns ein.“

Ariane Böffgen-Schildgen (Spitzenkandidatin UWG Kylltal): „Wir sind aber stolz, es direkt in den Kreistag geschafft zu haben. Am Herzen liegt uns die Geburtenstation im Kreis, da gibt es ja schon viele Partner die sich dafür gemeinsam einsetzen und wir hoffen langfristig wieder eine Station etablieren zu können. Ich selber werde mich auch auf die Themen Familie und Bildung konzentrieren – besonders die Diskrepanz in Sachen Ausstattung zwischen Land und Stadt darf nicht größer werden.“

Karin Pinn (Kreisvorsitzende FWG): „Es bleibt bis zum letzten Moment spannend. Wie ich gerade hörte wird noch weiter gezählt. Dienstagmorgen steht dann fest, mit wem wir und vor allem mit wie vielen Sitzen wir im Kreistag vertreten sind. Ich habe sehr die Hoffnung, dass wir fünf Sitze erhalten. Damit wären wir in dritter Periode in dieser Stärke im Kreistag vertreten.“

Marlene Hilsenrath (Kreisvorsitzende Linke): „Wir hatten sehr die Hoffnung, dass wir einen zweiten Sitz dazugewinnen, leider ist da nichts draus geworden. Mit Rudolf Schnur haben wir aber einen jungen Mann gefunden, der uns im Kreistag gut vertreten wird. Voranbringen möchten wir weiter die Diskussion um die Geburtenstation. Zwar ist es etwas ruhig geworden um das Thema, wir werden es aber wieder aufgreifengreifen.“

 2705 Kreistag Vulkaneifel
2705 Kreistag Vulkaneifel Foto: TV/Schramm, Johannes

Beate Härig-Dickersbach (Kreisvorsitzende AfD): „Wir sind ja noch eine sehr junge Partei, mit dem Ergebnis sind wir in der stark von der CDU dominierten Vulkaneifel natürlich glücklich – wobei es sicher noch ausbaufähig ist. Als wichtigstes Projekt sehen wir den weiteren Ausbau der Infrastruktur im Kreis an. Ohne gute Verkehrsanbindungen ist es schwer, Unternehmen davon zu überzeugen, sich hier anzusiedeln.“