Kommunalpolitik: CDU Daun setzt auf Friedhelm Marder, SPD Gerolstein auf  Uwe Schneider

Kommunalpolitik : CDU Daun setzt auf Friedhelm Marder, SPD Gerolstein auf  Uwe Schneider

Verbände der Parteien haben ihre Kandidaten für die Stadtbürgermeisterwahlen am 26. Mai nominiert. In der Kreisstadt sieht es nach nur einem Bewerber aus, in Gerolstein geht man von vier aus.

Diesmal soll es nun aber wirklich gelingen: ein CDU-Mann als Dauner Stadtbürgermeister. Seit 1999 warten die Christdemokraten der Kreisstadt fast sehnsüchtig darauf, und in diesem Jahr stehen die Chancen so gut wie lange nicht.

Denn außer Friedhelm Marder, den die Partei in der jüngsten Mitgliederversammlung einstimmig als Bürgermeisterkandidat nominiert hat, ist kein weiterer Konkurrent in Sicht. Und selbst wenn bis zum Bewerbungsschluss Anfang April noch jemand den Hut in den Ring wirft, bleibt Marder ganz gelassen: „Ich nehme, was kommt.“

2014 hatten die Dauner CDU-Mitglieder die Qual der Wahl: zwischen Gerd Becker, der als offizieller Parteikandidat auftreten wollte, und Martin Robrecht, der trotz CDU-Mitgliedschaft als  unabhängiger Bewerber antreten wollte. Auch wenn die Partei ihm damals die Unterstützung versagte und sich für Becker entschied, am Ende hatte Robrecht doch die Nase vorn und wurde Stadtbürgermeister.

Nach dem gebürtigen Bremer will es nun ein „Eifeler mit allen Ecken und Kanten“ (Selbsteinschätzung von Friedhelm Marder) wissen. Und das ganz bewusst als offizieller Kandidat der CDU: „Eine Bewerbung als freier Kandidat war für mich kein Thema“, sagt der 59-Jährige, der aus Neroth stammt und seit 35 Jahren in Daun lebt. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne. Beruflich ist er für die Organisation des Teams von Haustechnikern zuständig, das die Schulen in Kreisträgerschaft in Daun betreut. Auf der kommunalpolitischen Bühne der Kreisstadt ist er seit 2007 aktiv, seit 2014 als 1. Stadtbeigeordneter.

Vorschusslorbeeren gibt es für Marder vom Amtsinhaber, der im Herbst 2017 erklärt hatte, nicht mehr anzutreten: „Ich kann mir keinen geeigneteren Nachfolger vorstellen. Schenken Sie Friedhelm Marder Ihr Vertrauen“, warb Martin Robrecht in der CDU-Mitgliederversammlung.

Anders als in Daun, wo es derzeit nach nur einem Kandidaten aussieht, ist die Konkurrenz in Gerolstein schon jetzt groß. Der amtierende Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz will noch einmal antreten, wenn seine Partei, die CDU, ihn erneut nominiert. Bewerben wird sich auch Bernd May, der Vorgänger von Bongartz als Stadtoberhaupt.

Fix ist nun die Kandidatur von Uwe Schneider: SPD-Mitglieder der Kernstadt und den neun Ortsteilen haben den 49 Jahre alten Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins und auch der SPD-Stadtratsfraktion einstimmig als Stadtbürgermeister-Kandidat gewählt. In Gerolstein ist es schon etwas her, dass ein SPD-Mann an der Spitze der Stadt stand: Georg Linnerth war von 1989 bis 2004 Stadtbürgermeister. In dieses Amt will nun auch der ledige Postbeamte Uwe Schneider.

Unter dem Motto „Auf einen Kaffee mit Uwe Schneider“ will er in den nächsten Monaten die Wähler zum Gespräch einladen, aber auch der klassische Tür-zu-Tür-Wahlkampf steht auf dem Programm des Stadtbürgermeister-Kandidaten. „Ansonsten gehen wir jetzt an die detaillierte Ausarbeitung der Wahlkampf-Strategie“, kündigt er an.

Drei bis fünf Schwerpunkte wolle er sich setzen, so Schneider. Dazu gehört die Zukunft des Brunnenareals, wo er inzwischen eine touristische Nutzung bevorzugt, sowie der Oberbegriff „Familienfreundliches Gerolstein“. Dazu zählt er die Zukunft der Kinderbetreuung und eine Verkehrsberuhigung, bei der mehr auf Fußgänger und Radfahrer geachtet werden  soll. Trotz der von vielen erwarteten Konstellation mit vermutlich insgesamt vier Kandidaten ist er selbstbewusst: „Ganz klar: Ich will im ersten Wahlgang gewinnen.“

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