CDU-Kreisvorsitzender kündigt Rückzug an

CDU-Kreisvorsitzender kündigt Rückzug an

Der seit Herbst 2006 amtierende Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Vulkaneifel, Frank Mörsch, hat am Freitag erklärt, dass er auf einem Anfang 2010 anstehenden Parteitag nicht erneut für dieses Amt kandidieren wird.

Daun. An der Spitze des CDU-Kreisverbands Vulkaneifel wird es Anfang nächsten Jahres einen Wechsel geben: Der amtierende Vorsitzende Frank Mörsch wird sich beim nächsten Parteitag (genauer Termin steht noch nicht fest, voraussichtlich im Januar oder Februar) nicht zur Wiederwahl stellen. Das teilte er am Freitag mit. Persönliche und berufliche Gründe führt der 38-Jährige für seinen Rückzug von der Parteispitze an.

Mörsch: Berufliche Gründe führten zur Entscheidung



Mörsch arbeitet beim Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz und ist als Prüfer von Sparkassen im Land viel unterwegs. "Meine berufliche Situation erlaubt es mir nicht, den Parteivorsitz auf lange Sicht weiter zu machen", erklärte er im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. "Hinzu kommen private Dinge, die mich bewogen haben, nicht erneut zu kandidieren. Für die in der Partei nach der Aufarbeitung der Ergebnisse der Kommunalwahl anstehenden Aufgaben sehe ich mich derzeit zeitlich nicht in der Lage, diese aus dem Ehrenamt des Kreisvorsitzenden heraus zu leisten."

Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. "Darüber ist weder im Kreisvorstand noch mit den Gemeindeverbandsvorsitzenden gesprochen worden. Darüber ist in den kommenden Wochen zu beraten, und ich gehe davon aus, dass zum Parteitag ein guter Personalvorschlag präsentiert wird", erklärte Mörsch. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin ist auch nicht "aufgebaut" worden, deshalb läuft es bei den Spekulationen erst einmal auf bekannte Namen wie Herbert Schneiders (Parteivorsitzender von 1990 bis 2006) oder den aktuellen Stellvertreter Mörschs und früheren Kreistagsfraktionsvorsitzenden Gordon Schnieder (Birresborn) hinaus. Von den Jüngeren könnte möglicherweise der Name Thomas Klassmann (Daun, Vorsitzender der CDU-Verbandsgemeinderatsfraktion) in die Diskussion kommen.

Der Niederstadtfelder Mörsch steht seit Herbst 2006 an der Spitze des CDU-Kreisverbands Vulkaneifel. Damals hatte er die Nachfolge von Herbert Schneiders angetreten. In seine bisherige Amtszeit fielen die von der CDU befürwortete, aber gescheiterte Fusion der Kreissparkassen Vulkaneifel und Bitburg-Prüm sowie das katastrophale Abschneiden bei der Kommunalwahl im Juni. Auf Kreisebene hatte die CDU fast 20 Prozent eingebüßt und die absolute Mehrheit im Kreistag verloren.

"Ich hätte mir natürlich eine schönere Zeit als Vorsitzender gewünscht, aber neben den Tiefen gab es auch Höhen", bilanziert Mörsch. Dazu zählt für ihn der Landratswahlkampf 2007, als die CDU mit Gordon Schnieder einen Kandidaten aus der jüngeren Garde ins Rennen geschickt hatte. Schnieder verlor zwar gegen Amtsinhaber Heinz Onnertz, "aber die Partei hat dabei einen so engagierten Wahlkampf wie noch nie geführt."

Meinung

Chance und Problem

Der - zu diesem Zeitpunkt doch überraschende - Rückzug von Frank Mörsch ist für die CDU Chance und Problem zugleich. Beim Parteitag Anfang 2010 haben die Christdemokraten die große Chance, sich nach dem Tiefpunkt Kommunalwahl inhaltlich und nun auch personell neu aufzustellen. Aber Mörschs Rückzug beschert der Partei auch das Problem: Wer soll ihm nachfolgen? Die Personaldecke ist dünn. Unter den möglichen Kandidaten sind einige, die für die wenig ruhmreiche jüngere Vergangenheit stehen. Will man aber einen echten Schnitt machen, sollte ein neues Gesicht an der Parteispitze her. s.sartoris@volksfreund.deExtra Bei der politischen Konkurrenz hat die Ankündigung von Mörsch für Überraschung gesorgt. Karin Pinn (FWG-Kreisvorsitzende): "Ein Rückzug Mörschs von der Parteispitze direkt nach dem schlechten CDU-Ergebnis bei der Kommunalwahl hätte ich verstanden, aber gut ein halbes Jahr später, das wundert mich doch sehr. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es bei der CDU weitergeht." Ähnlich äußert sich auch die SPD-Kreisvorsitzende Astrid Schmitt: "Dass Frank Mörsch jetzt seinen Rückzug als CDU-Vorsitzender ankündigt, kommt für mich sehr überraschend. Ich bin gespannt, wer bei der CDU die Führung übernehmen wird." (sts)

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