Chinesen interessieren sich für Katastrophenschutz des Kreises

Daun · Was tun im Ernstfall, beispielsweise wenn der Strom ausfällt? Ein solches Szenario hat der Kreis Vulkaneifel im vergangenen Jahr theoretisch durchgespielt. Über die Erkenntnisse, die dabei gewonnen wurden, hat sich eine Delegation aus China informiert.

Die chinesische Delegation bei ihrem Besuch in der Kreisverwaltung. Foto: Kreisverwaltung

Foto: (e_daun )

Daun. Vertreter des sogenannten Emergency Management Office (EMO) der chinesischen Provinz Shaanxi haben - begleitet von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) - den Kreis Vulkaneifel besucht. In der Provinz läuft derzeit ein Projekt zum Ausbau der Katastrophenvorsorge. Darunter fällt auch die Erstellung einer Risikoanalyse mit Hilfe des BBK.
Eine solche Analyse hat der Landkreis Vulkaneifel bereits zum Thema Stromausfall gemacht. Das Szenario: Im Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fällt der Strom in der Stadt Gerolstein sowie den Ortschaften Berlingen und Pelm für mehr als drei Tage aus. Rund 8000 Menschen sind betroffen. Ziel der Analyse war es, zu bewerten, ob die im Katastrophenschutz tätigen Organisationen (vor allem Verwaltung, Polizei, Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk) dieses Szenario mit den vorhandenen Einsatzkräften, Fahrzeugen und Material bewerkstelligen können. Und ob sie erforderliche Hilfe von außen rasch bekommen. Das Ergebnis: Während die Krankenhäuser autark sind, hätten vor allem Seniorenheime Probleme, da sie nicht über Notstromaggregate verfügen. Aber auch bei vielen Landwirten, an Tankstellen und in Supermärkten gäbe es Schwierigkeiten.
Vor diesem Hintergrund gab es einen Erfahrungsaustausch in der Kreisverwaltung. Das Konzept der Risikoanalyse war bereits bekannt, weshalb die sechs Vertreter aus China besonders an der praktischen Umsetzung interessiert waren. In einem Vortrag wurde den Gästen erläutert, zu welchen Ergebnissen man im Landkreis Vulkaneifel gelangt ist und wie der Weg dorthin aussah.
Breite Basis


In den Gesprächen wurden schnell die Unterschiede zwischen China und Deutschland in Sachen Katastrophenschutz klar. Während man in Deutschland auf eine breite ehrenamtliche Basis in den Hilfsorganisationen zurückgreifen kann, befindet sich ein solches System in China erst im Aufbau. Hilfeleistungen werden dort von staatlicher Seite angeordnet, während in Deutschland die ehrenamtlichen Helfer auf Grund ihrer Ausbildung und entsprechend dem Hilfebedarf zum Teil eigenverantwortlich handeln können. red/sts