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Cobra 11 macht Monreal zu Scharfenberg

Cobra 11 macht Monreal zu Scharfenberg

Monreal ist mit seinen alten Häusern eine beliebte Filmkulisse. Jetzt ist der beschauliche Ort Schauplatz einer Actionserie: Das Team von "Alarm für Cobra 11" ist zu Gast in der Eifel und dreht eine neue Folge.

Monreal. Astrid Dott steht mit ihrer Tochter vor ihrem Haus in der Obertorstraße. Und etwas ist anders als sonst. Touristengruppen, die sich auch heute durch den malerischen Kern Monreals drängeln, ist sie hier gewohnt. Aber Männer mit schwarzen Jacken, dunklen Jeeps und großen Filmkameras? Gefolgt von tuschelnden, knipsenden Mädchen? Und dann hängt vor dem ehemaligen Lebensmittelladen auch noch ein Schild: "Polizei Scharfenberg" steht darauf.
Monreal wird für drei Tage zur Kulisse. Die Filmcrew der Fernsehserie "Alarm für Cobra 11" hält das Dorf auf Trab. Dabei sind die Monrealer eigentlich schon echte Profis im Filmgeschäft: Drei Folgen von "Der Bulle und das Landei" wurden dort in den vergangenen Jahren gedreht.
Astrid Dotts Tochter findet den Menschenauflauf trotzdem spannend: "Wollen wir nicht auch ein Foto von denen machen?", fragt das Mädchen seine Mutter aufgeregt. "Das mache ich nicht, das sind auch nur Menschen", antwortet Dott.
Drei Tage Dreh, das heißt für sie auch: drei Tage das Auto außerhalb des Dorfes parken, weil die Straße gesperrt ist. Und drei Tage Trubel vor der Haustür. Bei den anderen Filmen sei das aber noch schlimmer gewesen. "Da dauerte es eine ganze Woche", sagt sie. Und spannend sei es ja trotzdem. Auch für Franz Steffens. Wäre der Monrealer nicht so ein alter Hase, wäre er wohl auch aufgeregt.
In allen drei Filmen hat er schon mitgespielt und ist auch heute wieder dabei. Als Komparse: "Am Straßenrand stehen musste ich diesmal und klatschen", erzählt der 75-Jährige während der Mittagspause in der "Basis", dem Hauptquartier der Filmcrew, das sie am Bahnhof aufgeschlagen hat. Durch "Scharfenberg" ziehen nämlich in einer Szene Schützen und ein Spielmannszug, denen Steffens und andere Zuschauer applaudieren. Möglichst natürlich müsse man dabei aussehen, sagt Steffens: "Und nie in die Kamera gucken!"
Helmut Brück, ein anderer der insgesamt rund 70 Komparsen, kam gar nicht erst in Versuchung. Er hatte genug zu tun. Mit seinem Spielmannszug Glück Auf Düngenheim ist er durchs Dorf gezogen.
Immer das gleiche Musikstück


"Eigentlich war das wie sonst auch", erzählt er. Allerdings hätten sie immer das gleiche Stück spielen sollen. "Und die Kameras am Wegesrand waren größer als sonst", sagt er und lacht. Als Brück vormittags spielt und Steffens klatscht, sind die Hauptdarsteller Erdogan Atalay und Tom Beck noch gar nicht da. Mittags treffen sie am Bahnhof ein, unterschreiben geduldig Autogramme und lassen sich mit Fans ablichten. Dann geht es ins Dorf, die Kulisse erkunden und Interviews geben. "Das ist ja wirklich zuckersüß hier", sagt Atalay.
Schnell ein Interview auf der Brücke, ein Foto in der Gasse und zwischendurch weitere Autogramme im Akkord. Dann geht es erst einmal wieder zum Bahnhof, um vor der ersten Szene auszuruhen. Währenddessen wird es an der Unteren Schlossbrücke schon ernst. Eine große, schlanke Frau mit blonden Haaren tritt aus einer Tür. Sie dreht sich um und bleibt kurz stehen. An der Hauswand hängt ein Schild: "Praxis Claudia" steht darauf. Als sie den Schlüssel umdreht, spricht ein junger Mann sie an. Was sie reden, ist schwer zu verstehen.
Um sie herum stehen mehr als 20 Menschen, die filmen, pudern, Anweisungen geben - und dafür sorgen, dass man später in der fertigen Folge mit dem Titel "Das Landei" auch etwas hört. Wenn die ausgestrahlt wird, gibt es in der "Praxis Claudia" übrigens wieder Kaffee, Wein und Kunst. Dann ist die Praxis wieder das Café Arenz und Scharfenberg wieder Monreal.