Cognac am Schwarzen Mann

Cognac am Schwarzen Mann

EIFEL. Ganz schön knifflig, der Mordfall Gruehn. Noch sind die Spuren zum Täter nicht deutlich erkennbar. Oder doch? Grübeln lohnt sich! Wer den Mörder ermittelt und als Gewinner gezogen wird, darf einen Tag lang bei einer WDR-Tatort-Produktion in Köln dabei sein oder bekommt eins von mehren handsignierten Büchern der Eifel-Krimi-Autoren Jaques Berndorf und Ralf Kramp. Also: Dranbleiben!

"Ich vermutete, dass es bei Deuster um das Geld fremder Leute gegangen war. Und das nicht nur in beruflicher Hinsicht. Er blickte betroffen auf seine zitternden Hände und schwieg. Seine fleischigen Lippen hatte er fest aufeinander gepresst. Vermutlich hatte ich Recht. Als er wieder aufblickte, wisperte er: "Bitte denken Sie nicht, dass ich es getan habe. Ich war übers Wochenende bei meiner Mutter in Trier. Ich musste sie heute morgen schon in aller Frühe zurück ins Krankenhaus bringen und bin von dort aus ohne Umweg hierher gefahren. In Windmühle habe ich getankt, da hat man mich gesehen." Er blickte mich verstört an. "Die Polizei wird alles herausfinden, das mit dem Geld, den Konten ... Und dann bin ich meinen Job los." Ich hatte genug. Deusters fieses Deodorant hatte mittlerweile den ganzen Raum gefüllt. Während ich mich erhob, berichtete ich ihm von dem Umständen des Brandes in Gruehns Wohnung. Als ich ihn verließ, brabbelte er leise vor sich hin. Ich beschloss, gleich auf der B 51 nordwärts in Richtung Prüm zu fahren. Auf sich windenden Straßen erreichte ich die wenigen Häuser von Sellericherhöhe. Ein rasenmähender Nachbar erklärte mir, dass Frau Schlösser zwar von ihrer Reise zurück, aber nun noch kurz nach Prüm hinunter zum Einkaufen sei. Ich setzte mich in mein Auto und wartete geduldig. Als Irmgard Schlösser schließlich eine Dreiviertelstunde später zurückkehrte und mit mehreren prallen Einkaufstüten bepackt, ihrem Auto, einem knallblauen Ford Ka, entstieg, beeilte ich mich, ihr meine Hilfe anzubieten. Sie musterte mich fragend, und ich sagte: "Wir haben einen gemeinsamen Bekannten: Arno Gruehn." Ein bitterer Zug legte sich um die Mundwinkel der zierlichen jungen Frau und tonlos forderte sie mich auf, ihr ins Haus zu folgen. Drinnen war es stickig. Die Luft war abgestanden. Frau Schlösser knallte ihre Einkäufe auf den Küchentisch, stemmte die Hände in die schlanken Hüften und sagte: "Schickt Gruehn etwa zum Abkassieren jetzt schon seine Handlanger?" Als ich ihr sagte, dass Gruehn ermordet wurde, trat ein freudiges Glitzern in ihre dunkelbraunen Augen. Sie holte eine Flasche Cognac aus der Hausbar, öffnete die Balkontür, und wenig später saßen wir im Freien, tranken Cognac und betrachteten die prächtige Kulisse des bewaldeten Bergrückens des Schwarzen Mannes." Den nächsten Teil lesen in der morgigen TV-Ausgabe

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