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Corona-Ambulanzen im Kreis Vulkaneifel bleiben bis 2021 geöffnet

Trotz niedriger Fallzahlen in der Vulkaneifel : Corona-Ambulanzen bleiben vorerst bis 2021 bestehen

In Sachen Corona-Fälle ist der Kreis Vulkaneifel bislang glimpflich davongekommen. Aber angesichts bundesweit wieder steigender Zahlen will man kein Risiko eingehen: Die Corona-Ambulanzen bleiben.

Die Sommerferien sind vorbei, nach Monaten mit Schul- und Kindertagesstättenschließungen und eingeschränkten Regelbetrieben ist für die Kinder und Jugendlichen aus dem Kreis Vulkaneifel der Schulbetrieb wieder angelaufen – natürlich unter völlig anderen Begleitumständen als in der Vergangenheit.

Anlass für ein Treffen des sogenannten Verwaltungsstabs Corona des Kreises unter Leitung von Landrat Heinz-Peter Thiel. Zusammengekommen sind Vertreter der Verbandsgemeinden, der Feuerwehr sowie der Fachabteilungen der Kreisverwaltung, um sich über den aktuellen Stand auszutauschen. Volker Schneiders, Leiter des Gesundheitsamts des Kreises, berichtet über die Pandemie-Lage im Kreis. Am 10. März wurden die ersten Corona-Fälle im Kreis bekannt, seitdem sind insgesamt 130 Fälle einer Infektion mit dem Virus nachgewiesen worden. Sechs Todesfälle sind in Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen.

 Um einen möglichst reibungslosen Start des Betriebs in Schulen und Kitas zu ermöglichen, seien intensive Vorbereitungen nötig gewesen, teilt die Kreisverwaltung mit. Auch der Kreis als Träger von sieben Schulen habe mit den Schulleitungen und dem Gesundheitsamt die Vorkehrungen getroffen, um die vom Land vorgegebenen Hygienepläne einzuhalten. Dabei sei es unter anderem um den Bedarf an Klassenzimmern und zusätzlichen Räumen, das Vorhalten ausreichender Hygienemittel, die Sicherstellung der Gewährleistung der Mittagsverpflegung und der Beförderung der Schüler gegangen.

Nun werde beobachtet, wie sich das Infektionsgeschehen entwickele. Im Verwaltungsstab seien drei mögliche Szenarien erörtet worden: 1: Regelbetrieb ohne Abstandsgebot, 2: eingeschränkter Regelbetrieb mit Homeschooling, 3: zeitweilige Schulschließungen, sofern ein erhöhtes Infektionsgeschehen dies erforderlich macht.

Auf das Auftreten der ersten Fälle vor fast einem halben Jahr hat der Kreis reagiert und mit der Schaffung von zwei Corona-Ambulanzen eine Infrastruktur aufgebaut. Mit der sollte vermieden werden, dass höhere Corona-Fallzahlen Krankenhäuser und Arztpraxen überfordern würden.

Dass binnen weniger Tage in einem früheren Restaurant mit Kegelbahn in der Dauner Innenstadt medizinische Untersuchungsräume entstanden, sorgte bundesweit für viel Aufmerksamkeit. Carsten Schnieder, der in der Kreisstadt das Hausärztliche Versorgungszentrum (HVZ) betreibt und auch ärztlicher Koordinator der Corona-Ambulanz ist, hat dort mit seinem Team mittlerweile mehr als 1000 Patienten untersucht.

In jüngster Zeit wurde das Angebot wieder stärker in Anspruch genommen. „Die Zahl der Patienten ist deutlich gestiegen, an den letzten Wochenenden hatten wir jeweils über 30 Leute“, berichtet der Mediziner aus Birresborn. Verantwortlich für den größeren Andrang seien Urlaubsrückkehrer, „aber auch Leute mit normalen Sommererkältungen“. Zwar mehr Arbeit für Schnieder und Mannschaft, aber von Überlastung glücklicherweise weit entfernt: „Wir sind seit Eröffnung im März zu keiner Zeit an Kapazitätsgrenzen gestoßen.“

Schnieders Einschätzung nach kommt die viel diskutierte zweite Welle, „und wie schon bisher muss weiter alles getan werden, um sie so flach wie möglich zu halten“. Und auch wenn bislang im Kreis Vulkaneifel erfreulich wenig Corona-Fälle zu verzeichnen waren, an der bestehenden Infrastruktur soll auf jeden Fall festgehalten werden. „Aktuell steigen bundesweit die Fallzahlen. Wir wissen nicht, wie sich über den Herbst und in die Wintermonate hinein die Pandemie weiter entwickeln wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch bei uns mit steigenden Fallzahlen gerechnet werden muss. Es wäre daher fatal, eine bereits aufgebaute Infrastruktur wegen der derzeit bei uns niedrigen Fallzahlen zurückzufahren. Um auch weiterhin eine flächendeckende Versorgung für erkrankte Personen zu gewährleisten und mögliche Verdachtsfälle aus den Arztpraxen heraus behandeln zu können sowie den bestmöglichen Schutz für unsere Bevölkerung sicherzustellen, habe ich mich in Abstimmung mit allen Beteiligten dazu entschieden, die beiden Corona-Ambulanzen in Hillesheim und in Daun auf jeden Fall bis Ende Februar 2021 und damit über die Karnevalszeit aufrechtzuerhalten“, erklärt Landrat Heinz-Peter Thiel.

 Hat mit seinem Team seit März mehr als 1000 Patienten in der Corona-Ambulanz in Daun untersucht: Carsten Schnieder.
Hat mit seinem Team seit März mehr als 1000 Patienten in der Corona-Ambulanz in Daun untersucht: Carsten Schnieder. Foto: TV/Stephan Sartoris

„Diese Entscheidung ist absolut sinnvoll“, sagt Carsten Schnieder. Begründung: „Es wird in absehbarer Zeit keinen Impfstoff geben, in Herbst und Winter kommt die nächste Grippesaison, und rund um die heiße Phase der tollen Tage gibt es erfahrungsgemäß besonders viele Erkältungen.“