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Corona: Dauner Maria-Hilf-Krankenhaus kehrt zum Normalbetrieb zurück

Medizin : „Aus Krisen kann man immer etwas lernen“

Das Dauner Maria-Hilf-Krankenhaus will nach dem Corona bedingten Ausnahmezustand wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. Das heißt auch, dass neue Tremine für verschobene Operationen oder Eingriffe festgelegt werden.

(bb) Ja, Corona habe ihm zuweilen den Schlaf geraubt, sagt Franz-Josef Jax mit Blick auf die vergangenen Wochen seit Mitte März, als das Virus auch hierzulande die Welt auf den Kopf zu stellen begann – auch die des Maria-Hilf-Krankenhauses. An etlichen Tagen habe sich der interne Krisenstab nach dem üblichen allmorgendlichen Treffen ein paar Stunden später erneut zusammensetzen und kurzfristig umplanen müssen. „Und es gab Tage, da habe ich das letzte dienstliche Telefonat kurz vor Mitternacht von zu Hause aus geführt“, erzählt er.

   Um für einen Ansturm von schwer an Covid-19 erkrankten Patienten gerüstet zu sein, hatte auch das Dauner 236-Betten-Krankenhaus sich komplett umorganisieren müssen. Der Haupteingang wurde gesperrt und in den Innenhof verlegt, bereits terminierte planbare Operationen und Eingriffe wurden verschoben (der TV berichtete). Der Begriff Schutzausrüstung erhielt eine nie dagewesene Dimension. „Daran hat bei uns zu keiner Zeit Mangel geherrscht“, erklärt Jax. Dennoch sei auf einen sehr bewussten, sparsamen Umgang mit Schutzanzügen, Masken, Handschuhen und Hauben geachtet und neue Bezugsquellen seien ermittelt worden. Ärgerlich sei in diesem Zusammenhang, sagt der Geschäftsführer, dass die Preise für die Schutzausrüstungen quasi im Stundentakt in die Höhe geschnellt seien und allein für das Maria-Hilf-Krankenhaus Mehrkosten in sechsstelliger Höhe verursacht hätten.

   Womit wir beim Thema Geld wären. Ob die 560 Euro an Entschädigung  für jedes wegen Corona nicht belegte Bett pro Tag nach dem Krankenhausentlastungsgesetz letztlich ausreichen, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, erklärt Jax. „Eher nicht“, meint er; sei doch die Belegung auf die Hälfte heruntergefahren worden. Nun sollen die Auslastung und die Einnahmen wieder gesteigert werden. „Langsam und vorsichtig“, so bringt es der Ärztliche Direktor Dr. Sebastian Fürderer auf den Punkt – „und immer unter dem Vorbehalt, dass die Zahl der an Covid-19 Erkrankten jederzeit wieder größer werden kann.“ Es sei bereits eine Liste von Patienten, deren Operationen oder Eingriffe seinerzeit verschoben wurden, erstellt worden. Diese Liste werde nun nach Dringlichkeit abgearbeitet. Was ihm neben der Corona-Pandemie ebenfalls Sorgen bereite, sei, dass in dem besagten Zeitraum deutlich weniger akute Fälle vorstellig geworden oder eingewiesen worden seien. Seine Kollegen aus der Kardiologie und der Neurologie hätten schon sehr früh darauf hingewiesen, dass sich die Anzahl von Patienten mit Verdachtssymptomen von Herzinfarkt oder Schlaganfall auffallend verringert habe. „Dahinter steckt wahrscheinlich die Angst, sich zu infizieren“, meint Dr. Fürderer. „Aber das ist ein gefährliches, wenn nicht gar lebensgefährliches Verhalten“, warnt er. Jax’ Stellvertreter Günter Leyendecker versichert an dieser Stelle: „Die Angst ist unbegründet. Wir sind sehr vorsichtig.“ Und bedankt sich im Namen der Krankenhausleitung für das Verständnis und die Geduld der Patienten. „Darauf sind wir auch in Zukunft noch angewiesen“, erklärt er. „Denn es ist noch überhaupt nicht absehbar, wann der Krankenhausbetrieb sich wieder ganz normalisiert haben wird.“

Wenn Franz-Josef Jax sagt: „Aus Krisen kann man immer etwas lernen“, bezieht er dies vor allem auf das gemeinsame Agieren aller Beteiligten und Beschäftigten. Im Team und immer mit dem Wohl des Patienten im Mittelpunkt sei die von Corona bestimmte Zeit bisher gut gemeistert worden.

Dazu gehöre auch, dass Firmen und Privatleute Gesichtsmasken gestiftet und das Personal mit Eis, Kuchen, Keksen und Gutscheinen bedacht hätten.