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Corona: Novavax könnte Nachfrage am Impfzentrum Hillesheim wieder steigern

Corona : Warten auf Novavax - Warum das Impfzentrum Hillesheim nur noch samstags geöffnet ist

Vor drei Monaten ist die Impfstelle des Kreises Vulkaneifel eröffnet worden. Nach zunächst riesigem Andrang sind die Zahlen nun deutlich nach unten gegangen. Ob sich das ändert, wenn der neue Impfstoff Novavax verfügbar ist?

Ende September 2021: Das Impfzentrum in der Markt- und Messehalle in Hillesheim wird als zentrale Anlaufstelle im Kreis Vulkaneifel nach achteinhalb Monaten geschlossen. 54.000 Impfdosen sind  verabreicht worden, und das nicht nur an Bürger aus dem Kreis Vulkaneifel, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus.

Dennis Senft gehörte zunächst ehrenamtlich zur Impfzentrum-Mannschaft. Ab April arbeitete der Leiter der Rettungswache Gerolstein und DRK-Notfallsanitäter in Vollzeit in Hillesheim. Auch für ihn hieß es nach der vom Land verordneten Schließung der Impfzentren: zurück an seinen angestammten Arbeitsort Rettungswache. Aber nach zwei Monaten hieß nach der schon wieder: zurück nach Hillesheim. Denn der Kreis hatte sich entschlossen, mit Blick auf den enormen Andrang an den Impfbussen die Impfstelle des Landkreises Vulkan­eifel an bewährtem Standort wieder einzurichten. Was binnen kürzester Zeit möglich war, denn es kamen viele bekannte Gesichter wieder zusammen. „Das Team ist praktisch eins zu eins wieder übernommen worden“, berichtet Dennis Senft.

Novavax könnte ab Ende Februar Nachfrage wieder steigen lassen

Unterstützung gab es auch wieder von der Bundeswehr, zwei Monate lang bis Ende Januar. Und zuletzt bedurfte es auch keiner mehr so großen Mannschaft, denn „seit Mitte Januar ist die Impf-Nachfrage deutlich zurückgegangen“, stellt Senft fest. Ganz anders sah es in Zeit zuvor aus, wo im Dezember an vier Öffnungstagen durchschnittlich 650 Impfungen verzeichnet wurden, der Spitzenwert belief sich auf 750. Am 20. November wurden gemeinsam mit dem Impfbus des Landes sogar 909 Impfungen in Hillesheim registriert. „Der überwiegende Teil waren Booster-Impfungen, aber auch Erst- und Zweitimpfungen.“ Schlagartig seien die Zahlen vor gut zwei Wochen zurückgegangen, auf nun noch etwa 200 Impfungen an den Öffnungstagen. Eine Entwicklung, die auch Mediziner Carsten Schnieder, der das Hausärztliche  Versorgungszentrum in Daun betreibt, festgestellt hat: „Auch bei uns ist die Impf-Nachfrage deutlich zurückgegangen. Wir impfen noch etwa 50 bis 100 Personen pro Tag, davon etwa die Hälfte Kinder.“

Dennis Senft geht davon aus, dass das Interesse wieder größer werden wird, wenn das neue Vakzin Novavax in der Impfstelle in Hillesheim verabreicht werden kann: „Wir hatten schon einige Nachfragen.“ Beim Kreis rechnet man damit, dass der Impfstoff vermutlich ab Ende Februar verfügbar sein wird. Zuletzt hieß es, dass in der Woche nach dem 21. Februar die erste Lieferung mit 1,75 Millionen Dosen des Impfstoffs in Deutschland verfügbar sein würde. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte den Impfstoff im Dezember zugelassen. Das Präparat funktioniert anders als die bisher in Europa zugelassenen Stoffe, für die Grundimmunisierung sind zwei Dosen notwendig.

Basierend auf dem deutlich zurückgegangenen Impfinteresse sind die Öffnungszeiten in Hillesheim angepasst worden: Mit Beginn des Februar werden die Türen der Markt- und Messehalle zunächst nur am Samstagvormittag geöffnet. „Aber wir stehen bei Bedarf bereit: Wird das Interesse wieder größer, können wir die Öffnungszeiten wieder erweitern.“

(sts)