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Corona-Zahlen im Kreis Vulkaneifel steigen wieder deutlich an

Pandemie : Amtsarzt für Strategiewechsel

Corona-Zahlen im Kreis Vulkaneifel steigen wieder deutlich an. Dr. Schneiders warnt vor Überlastung des Gesundheitsamts.

Noch im Juli lag die Inzidenz im Kreis Vulkaneifel bei 0 und dann 3, innerhalb von zwei Monaten hat sie sich in etwa verzwanzigfacht und liegt bei 56,1 (Stand: Montagnachmittag). 77 Menschen sind aktuell infiziert, zwei Menschen werden stationär behandelt (jeweils einer in Gerolstein und in Daun).

Überraschend kommt das für Volker Schneiders, Leiter des Gesundheitsamts Daun, nicht, „denn durch die Reiserückkehrer und den Schulbeginn war das zu erwarten“. Im Wesentlichen hätten sich Kinder, Jugendliche und Menschen bis 40 Jahre, die nicht geimpft waren, mit dem Sars-Cov-II-Virus infiziert. Daher sein Credo: „Impfen, impfen, impfen. Denn  das schützt nachweislich gegen schwere Verläufe der Krankheit.“

Und er wartet mit einem weiteren eindringlichen Appell auf: „Wir müssen jetzt unbedingt bei den älteren und kranken Menschen, die eine schlechte Immunabwehr haben, über die dritte Impfung, den Booster, nachdenken. Denn bei dieser Gruppe haben wir bereits vor neun Monaten mit der ersten Impfung begonnen. Nicht, dass es unter ihnen wieder vermehrt zu Todesfällen kommt.“

Die Impfquote im Kreis liegt mit 77,02 Prozent (bei allen Menschen über 12 Jahren) relativ hoch, daher würden sowohl das Impfzentrum in Hillesheim sowie die beiden Corona-Ambulanzen Ende September auf „Stand by“ zurückgefahren – könnten aber rasch wieder hochgefahren werden.

Dennoch ist Schneiders besorgt: weniger wegen vieler zu erwartender schwerer Verläufe und übequellender Corona-Stationen in den Krankenhäusern (Schneiders: „Dagegen schützt die Impfung. Und wir haben, anders als vor einem Jahr, genügend Impfstoff.“). Vielmehr ist es das wieder rasch gestiegene Arbeitsaufkommen. So sagt Schneiders. „Der Kreis hat erneut ein Amtshilfeersuchen bei der Bundeswehr gestellt.“ Die hat das Gesundheitsamt in Daun noch bis Juni bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt. Grundsätzlich spricht sich Schneiders aber für einen Strategiewechsel aus: „Wir sollten uns auf die positiven Fälle und diejenigen mit Symptomen konzentrieren. Eine Massenkontaktnachverfolgung wie bisher ist erstens nicht mehr zu leisten und ist zweitens wenig erfolgversprechend. Wir sind nach zwei Jahren, in denen sich keiner erholen konnte, am Limit.“