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Dach des Kurmittelhauses wird repariert

Dach des Kurmittelhauses wird repariert

Die Schäden am Dach des Dauner Kurmittelhauses, die zur Schließung geführt haben, werden so schnell wie möglich beseitigt. Das hat der Stadtrat beschlossen. Kosten: bis zu 20 000 Euro. Wie die stadteigene Immobilie künftig genutzt wird, ist noch unklar.

Daun. Der Dachschaden wird zügig behoben, aber was mit dem Gesamtkomplex Kurmittelhaus künftig passiert, diese Diskussion kann erst später geführt werden: Das ist das Ergebnis der Beratung über das Thema in der jüngsten Stadtratssitzung.
In das Gebäude war kürzlich über das Dach Wasser eingedrungen, die Sicherheit der Nutzer des Hauses im Kurpark war aus Sicht von Fachleuten nicht mehr gewährleistet. Deshalb wurde das Kurmittelhaus Ende Januar geschlossen.
Die Folge: Das darin befindliche Kneippbad konnte nicht mehr genutzt werden, ein Problem, mit dem sich der Stadtrat am Donnerstag außerplanmäßig beschäftigt hat.

Genaue Summe steht noch nicht fest: Ergebnis der Beratung: Die undichten Teile des Dachs werden so schnell wie möglich repariert. Was an Kosten auf die Stadt zukommt, lässt sich noch nicht genau beziffern. Winfried Schäfer vom Dauner Ingenieurbüro Schäfer und Sicken, der den Schaden mit einem Dachdecker begutachtet hat, sprach in der Stadtratssitzung von Kosten zwischen 9000 und 20 000 Euro. Genauer lasse sich die Summe noch nicht näher beziffern, denn: "Wer weiß, was noch zutage tritt, wenn das Dach aufgemacht wird." Der Auftrag wird nun ausgeschrieben, die Schäden sollen bis Ende März behoben sein.
Zur Freude von Kneippvereins-Geschäftsführer Wolfgang von Wendt, denn er will so schnell wie möglich die Warmwassergymnastik- und Yogakurse wieder im Kurmittelhaus anbieten. Derzeit müssen die etwa 400 Kursteilnehmer auf das Dauner Krankenhaus, das Regina-Protmann-Seniorenhaus und ein Gebäude der Firma Apra im Dauner Stadtteil Boverath ausweichen.

"Es geht nicht mehr darum, was wir wollen, sondern was wir dürfen": Ob es nun 9000 oder 20 000 Euro werden: Die Dachreparatur ist ein Schritt. Was nach wie vor aussteht, ist ein Konzept, wie der Gesamtkomplex (Kurmittelhaus mit Nebengebäude) künftig genutzt wird. Wird nur das Notwendigste an Sanierungen gemacht, wären allein dafür schon 230 000 Euro fällig.
Allerdings liegt es nicht allein in der Hand der Stadt, zu entscheiden, was gemacht wird. SPD-Stadtratsfraktionssprecher Uli Domenghino hatte es in einer früheren Sitzung zusammengefasst: "Es geht nicht mehr darum, was wir wollen, sondern was wir dürfen."
Hintergrund dieser Aussage: Vertreter der Stadt haben sich Ende vergangenen Jahres mit Vertretern der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Koblenz und dem Landesamt für Geologie und Bergbau getroffen. Dabei wurde seitens der Behörden klargestellt, dass die Heilquellenschutzverordnung, unter die auch das Areal am Dauner Sprudel mit den Quellen für das Heilwasser mit dem Namen Dunaris fällt, nur sehr wenige Veränderungen erlaubt.

Beeinträchtigung der Quellen durch Baumaschinen nicht ausgeschlossen: Die beiden Dunaris-Quellen liegen nicht sehr tief, deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass sie beeinträchtigt werden, wenn beispielsweise schwere Baumaschinen auf dem Gelände im Einsatz sind. Deshalb hat die Stadt einen Fragenkatalog an die SGD geschickt. Die zentralen Fragen sind: Was darf überhaupt geändert werden am Kurmittelhaus? Wird ein Abriss von Teilen des Gebäudes genehmigt?
Die Antworten der SGD stehen aber noch aus. Erst wenn sie vorliegen, kann sich der Stadtrat an ein Konzept für die Zukunft machen.

Neue Variante fürs Freibad? Dass es auch künftig ein Nichtschwimmerbecken im Freibad am Gemündener Maar gibt, hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Klar ist auch: Das Becken soll direkt am Maar sein und nicht oberhalb auf der Liegewiese neu gebaut werden. Ungeklärt ist allerdings, ob es ein neues Becken gibt oder das alte bestehen bleiben kann. Ein Konzept, wie das alte Becken erhalten bleiben könnte, hat Hermann Hahn aus Boverath in der Ratssitzung vorgestellt. Ob das Konzept des Tiefbautechnikers aber tatsächlich umsetzbar ist oder doch das Modell des Ingenieurbüros Schäfer und Sicken, soll möglichst in der kommenden Woche geklärt werden (Bericht dazu folgt).Extra

´Einigkeit im Rat: Der Stadtrat hat sich in der jüngsten Sitzung einig gezeigt, das Kurmittelhaus mit dem Kneippbad erhalten zu wollen. "Das Bad steht nicht zur Disposition", erklärte SPD-Fraktionssprecher Uli Domenghino. Wenn Daun Prädikate wie das als Kneipp-Kurort behalten wolle, müsse die Stadt auch entsprechend investieren. Friedhelm Marder, neuer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, erinnerte daran, dass die Stadt bewusst das Warmwasserbad im Hallenbad aufgegeben habe, weil es mit dem Kneippbad eine Alternative gegeben habe. "Und ein solches Angebot sollten wir auch künftig bereitstellen", sagte Marder. Für die Fraktion der Bürgerunion Vulkaneifel habe das Kneippbad "eine höhere Priorität als ein neues Bürgerhaus in Pützborn oder ein Nichtschwimmerbecken am Gemündener Maar", erklärte Sprecher Frank Kirwel. sts