Dachschaden: Kneippbad ist zu

Daun · Das Mineralbad im Kurmittelhaus in Daun ist seit gestern geschlossen. Grund sind aktuelle Schäden am Dach, durch die Wasser eingedrungen ist. Während die Stadt ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben hat, sucht der Kneipp-Verein dringend nach Ausweichmöglichkeiten. Rund 350 Gäste nutzen pro Woche dessen Kurse im Bad.

Daun. "Das haben wir gerade noch gebraucht. Als ob uns das Nichtschwimmerbecken am Gemündener Maar nicht schon genug Probleme bereitet." Mit diesen Worten kommentiert Dauns Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen (SPD) die aktuelle Entwicklung beim Kurmittelhaus.
Während bereits klar war, dass in der nächsten Stadtratssitzung am 14. Februar entschieden wird, wie das fundamentlose Freibadbecken am Maar saniert oder ersetzt werden soll, stand das Kurmittelhaus nicht zur Debatte. Jenssen sagt: "Ich werde es aber auf die Tagesordnung setzen. Schließlich müssen wir entscheiden, wie es mit dem Kurmittelhaus und Kneippbad weitergeht, ob das Dach ausgebessert werden kann oder ob es komplett saniert werden muss. Und ob sich das überhaupt lohnt." (siehe Extra)
Aufgefallen sind die aktuellen Schäden einer Kursleiterin, die gerade eine Gruppe im 32 Grad warmen Mineralbad trainiert hat. Daraufhin haben Jenssen, ein Mitarbeiter der Bauverwaltung im Rathaus sowie ein Statiker das Dach in Augenschein genommen. Laut Jenssen ist an zwei Stellen durch das mit Kunstschieferbahnen eingedeckte Dach Wasser eingetreten, an einer Stelle hat sich eine Delle gebildet. Er sagt: "Ich habe das alles als nicht so gravierend erachtet, habe mich aber auf die Fachleute verlassen und das Bad bis auf weiteres geschlossen." Parallel hat die Stadt ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben. Jenssen: "Bis zur Stadtratssitzung erwarte ich Informationen, anhand derer wir dann entscheiden, wie es weitergeht." Die Frage, wie es nun weitergeht, stellt sich auch der Kneippverein Daun. Dessen Geschäftsführer Wolfgang von Wendt sagt: "Wir suchen momentan fieberhaft nach Ausweichmöglichkeiten. Schließlich besuchen rund 350 Gäste wöchentlich unsere Kurse im Mineralbad im Kurmittelhaus." Als mögliche Alternativen nennt von Wendt das Bad im Seniorenzentrum Regina-Protmann und im Hotel Panorama in Daun oder in Steineberg. Nicht mehr zur Verfügung steht das Hallenbad in der Kreisstadt. Bei dessen 3,4 Millionen Euro teurer Sanierung ist das Warmwasserbad im Keller aus Kostengründen geschlossen worden.
Was die Zukunft angeht, hat von Wendt eine klare Vorstellung. Er sagt: "Daun als zertifizierte Qualitätsstadt und heilklimatischer Kurort sowie als wichtiger Teil des Gesundlands Vulkaneifel braucht ein Kneippbad."Extra

Die Stadt Daun hat vor rund zwei Jahren vom Dauner Sprudel das rund 100 Jahre alte Kurmittelhaus gekauft, das sie seit Jahrzehnten gepachtet hatte. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig: Laut Gutachten kostet es 220 000 Euro, um nur die gröbsten Mängel zu beseitigen. Wünschenswerte Erneuerungen wie die der Sanitäreinrichtungen wären nochmals so teuer. mh