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Damit den Betrieben ein Licht aufgeht

Damit den Betrieben ein Licht aufgeht

Gleich vier Wünsche auf einmal will ein neues kreisübergreifendes Projekt erfüllen: Energie sparen, Geld sparen, das Klima schützen und die Wirtschaft ankurbeln. Zielgruppe sind rund 6000 kleine und mittlere Betriebe.

Bitburg. 15 Herren und eine Dame sitzen auf der einen, vier Journalisten auf der anderen Seite - eine ungewöhnliche Pressekonferenz.

Die Dame ist Landrätin, das gleiche Amt bekleiden auch zwei der Herren, die übrigen sind Bankdirektoren, Wissenschaftler, Kammer-, Verbands- oder Firmenvertreter… Sie alle sind gekommen, um die Journalisten über ihr gemeinsames Projekt "Energieeffizienz für kleine und mittlere Unternehmen" zu informieren.

So abstrakt dies zunächst auch klingen mag - das, was sich dahinter verbirgt, könnte zu einem kleinen, regionalen Konjunkturpaket werden. Wenn es denn genutzt wird.

Der Grundgedanke ist: Jeder Betrieb verbraucht Energie und viele Betriebe mehr als nötig. Um diese Energie zu sparen, die Umwelt zu schonen, die Betriebskosten zu senken und die Konjunktur anzukurbeln, haben sich die Wirtschaftsfördergesellschaften des Vulkaneifelkreises, des Eifelkreises Bitburg-Prüm und des Kreises Bernkastel-Wittlich Folgendes ausgedacht: Alle rund 6000 kleinen und mittleren Betriebe in den drei Kreisen - egal ob Metzger, Schreiner oder Steuerberater - werden gebeten, einen Fragebogen zu ihrem Energieverbrauch auszufüllen und aufzulisten, wie viel Heizöl, Strom, Gas & Co. sie jährlich verbrauchen.

Die ersten 2500 Unternehmen haben im Eifelkreis bereits Post erhalten. Das Ausfüllen dauere nur wenige Minuten, verspricht einer der Initiatoren. Ist das erledigt, geht der Bogen weiter zur FH Trier. Dort wertet Professor Dirk Brechtken mit Hilfe von "Branchenvergleichswerten" aus, ob ein Betrieb überdurchschnittlich viel Energie verbraucht. Falls ja, wird ihm auf Wunsch ein zertifizierter Energieberater zur Seite gestellt, der analysiert, wie sich dies ändern ließe.

Das Gute daran: Das alles kostet den Betrieb nichts. Denn nicht nur die EU und das Land Rheinland-Pfalz, sondern auch die Kreissparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken unterstützen das Projekt finanziell.

Wenn dann feststeht, dass neue Kühltruhen, eine bessere Dämmung oder ein andere Heizung hermüssten, wird der Betrieb über Fördermöglichkeiten beraten.

Ein Angebot, das für viele attraktiv sein dürfte: Die Auftaktveranstaltung, die gleich nach der Pressekonferenz im Haus Beda stattfand, war jedenfalls gut besucht.

"Klimaschutz ist die zen-trale Herausforderung des 21. Jahrhunderts", sagt Landrat Roger Graef, daher sei es ausgesprochen wichtig, auch die Wirtschaft zu sensibilisieren.

"Wir sind froh, dass so ein Projekt zustande kommt", sagte sein Dauner Kollege Landrat Heinz Onnertz, der sich ebenso wie Landrätin Beate Läsch-Weber über die kreisübergreifende Kooperation freut.

In Wittlich wird das Projekt am 2., in Daun am 20. März offiziell starten.

Meinung

Ein cleveres Projekt

Ganz schön clever. Wenn das Projekt "Energieeffizienz für kleine und mittlere Unternehmen" tatsächlich genutzt wird, verspricht es Vielen viele Vorteile. Der Planet kann sich über weniger Treibhausgase freuen, Betriebe über geringere laufende Kosten, Banken über Kreditnehmer, Energieberater über Aufträge, Heizungsbauer, Elektroinstallateure und Co. über Neukunden und Wissenschaftler über neue Erfahrungen. Alles, was die Betriebe dafür zunächst tun müssen, ist einen Bogen ausfüllen. Dieser und auch der nächste Schritt kosten nichts, außer ein wenig Zeit. Die könnte sich lohnen! k.hammermann@volksfreund.deEXTRA Kooperationspartner: Kreissparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, RWE, Kreishandwerkerschaft, Energieoffensive Rheinland-Pfalz, FH Trier, Kammern, Gebäudeenergieberater-Netzwerk. Infos: Bitburg: 06561/153510, Daun: 06592/933201, Wittlich: 06571/14324