Dank für Pflege der Schwarzenbergkapelle

Dank für Pflege der Schwarzenbergkapelle

35 Jahre lang hat Paul Gyr die Schwarzenbergkapelle und deren Umfeld gepflegt - mit großer Sorgfalt und Zuverlässigkeit. Nun hat der 78-Jährige das Ehrenamt aufgegeben. Um sich gebührend an Ort und Stelle bedanken zu können, lockte der Pfarrgemeinderat Gyr unter einem Vorwand auf den Schwarzenberg.

Kelberg. Die Kapelle auf dem Schwarzenberg (siehe Extra) ist eine beliebte Gebetsstätte und ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Und seit nunmehr 35 Jahren sind die Beter, Pilger und Wanderer gewohnt, dass die Kapelle innen und außen zu jeder Tages- und Jahreszeit gepflegt und mit Blumen geschmückt ist.
"Das ist das Verdienst von Paul Gyr", sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats (PGR), Agathe Simon, als sie und die weiteren Mitglieder des Gremiums sich jetzt mit dem 78-jährigen Kelberger auf dem Schwarzenberg trafen.
Unter einem Vorwand war Gyr dorthin gebeten worden: Er möge ihnen doch die wichtigsten Arbeiten vor Ort erläutern. Denn bis ein Nachfolger das Ehrenamt übernimmt, werden die PGR-Mitglieder den Schwarzenberg in Ordnung halten. Vor die Amtsübernahme hatte der PGR den Dank gesetzt, und Gyr erhielt ein von Stella Kaspers (Kelberg) gemaltes Bild der Schwarzenbergkapelle.
Ziemlich verwahrlost sei die Kapelle gewesen, als er ihre Pflege 1976 übernommen habe, erinnert sich Gyr. In den ersten Jahren habe er hin und wieder einen Obdachlosen vorgefunden, der in der Kapelle sein Nachtlager aufgeschlagen hatte. All die Jahre sei der Dienst für ihn selbstverständlich gewesen, betont er. "Aber allmählich wird es mir doch zu viel, besonders im Winter", begründet er seinen Entschluss.
Extra

Die Kapelle auf dem Schwarzenberg ist im Jahr 1719 erbaut worden. Die Chronik berichtet für das 18. und 19. Jahrhundert von einer alljährlichen Wallfahrt der Pfarrei Kelberg am Sonntag nach Allerseelen (2. November). Im Innern der Kapelle befindet sich eine Pietà. Der Altartisch war 1983 aus den Brüstungsteilen der Kanzel der Kelberger Pfarrkirche errichtet worden. Seit dieser Zeit gibt es auch einen Außenaltar, an dem von Mai bis September einmal im Monat eine Messe gefeiert wird. Über die Region hinaus bekannt ist auch der Stationen-Kreuzweg aus dem Jahr 1864. Zudem befinden sich ein Gefallenen-Ehrenmal und ein Ehrenfriedhof auf dem Schwarzenberg. bb