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Das Formel-1-Wochenende am Nürburgring

Motorsport : Formel-1-Wochenende beflügelt die Eifel

Das Rennereignis mit 20 000 Zuschauern ist für die Tourismus-Branche ein Glücksfall. In der Region sind viele Hotels schon ausgebucht. 

Am Nürburgring gaben sich im vergangenen Monat Rennfahrer und Zuschauer bei diversen Veranstaltungen die Türklinke quasi in die Hand. Wenn auch Letztere in weitaus geringerer Zahl, als man das aus den Vorjahren gewohnt ist. Aber immerhin: Es „dreht sich“ wieder etwas nach all den Monaten der erzwungenen Ruhe. Es kommen wieder Menschen an die Eifel-Rennstrecke. Leute, die sich versorgen müssen, die ein Dach über dem Kopf für die eine oder andere Nacht brauchen.

Nur noch gut eine Woche, dann kommt der erste richtige Ansturm von Motorsport-Fans an den „Ring.“ Eine sprichwörtliche „Rush Hour“, mit der kaum jemand gerechnet hat. Ein Glücksfall, den ausgerechnet jenes Virus den Machern der Rennstrecke beschert hat, das zuvor schuld an langer Ödnis und Leere war: Die Formel 1, wegen der globalen Reisebeschränkungen auf Kurs-Suche, hat den Nürburgring plötzlich wieder für sich entdeckt. Zum ersten Mal seit sieben Jahren wird am 11. Oktober dort wieder ein Rennen der sogenannten „Motorsport-Königsklasse“ ausgetragen.

Das Beste für Fahrer, Land und Leute: Es wird kein Geisterrennen geben. Und das Interesse an Tickets ist ungebrochen. Bis zu 20 000 Fans sind von den Genehmigungsbehörden zugelassen. Die ersten 5000 Tickets waren innerhalb von zwei Stunden weg. Der Server der Rennstrecke brach unter der Last der Anfragen zusammen. Mittlerweile sind weitere Plätze in den Online-Verkauf gegangen.

Wie bei anderen Großveranstaltungen auch, bedeutet das eine Auslastung eines Fünftels der gesamten Aufnahmekapazität. Eine „Hausnummer“, die auch für viele Betriebe in der Region einen „warmen Regen“ mit sich bringt. Erstens kommen vier bis fünfmal so viele Besucher wie bei den Veranstaltungen im September. Und zweitens werden die eingefleischten Fans daraus in der Regel gleich ein gesamtes Formel-1-Wochenende machen.

Einer, der mit den Menschen am Nürburgring leidet und zittert, wenn die Touristen ausbleiben, ist der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kelberg, Johannes Saxler. Die Aussicht, dass am übernächsten Wochenende Besucher in einer Anzahl, mit der man bis vor wenigen Wochen nicht rechnen konnte, anreisen werden, freut auch ihn ganz besonders. „Alles, was dazu dient, das Tourismus-Geschehen in der Region zu beleben, begrüßen wir. Und eine Veranstaltung mit 20 000 Leuten gehört da mit Sicherheit dazu. Die Folgen der Beschränkungen seit Beginn der weltweiten Pandemie haben auch die Menschen in der Region hart getroffen. Bei vielen geht das immer noch bis an die Existenz. Umso wichtiger ist es, dass mit einem solchen Großereignis etwas von dem entstandenen Schaden abgemildert werden kann.“

Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort sieht die Rennstrecke auch als „Motor der regionalen Wirtschaft“.  Er sagt: „Wir haben ein sehr breit gefächertes Angebot an Veranstaltungen. Das sind nicht nur Renn-Events, sondern auch Streckenvermietungen unter der Woche an Hersteller, Firmenkunden und Tourismusangebote für Endkunden. Wir haben 200 Angestellte, über das ganze Jahr verteilt mehr als 1000 Aushilfskräfte. Wir stehen da auch in einer sozialen Verantwortung.“

Die Hotels in der Nähe des Rings wurden nicht nur überrascht sondern zum Teil auch überrannt von der Wucht der Interessenten, als aus den Gerüchten gut zweieinhalb  Monate vor dem Renntermin schließlich Gewissheit wurde. Markus Theisen, Inhaber des „Hotel Stadt Daun“, erzählt im TV-Gespräch, dass „unser Haus an dem Formel-1-Wochenende völlig ausgebucht“ ist. Besucher, aber auch Teams oder Zulieferer hätten Buchungen vorgenommen. „Der Vorteil ist in diesem Falle, dass viele etwas länger bleiben als nur eine Nacht. Wir haben auch Ticketvermarkter, die bei uns gebucht haben und das Ganze dann als ein Gesamtpaket mit Eintritt und Übernachtung  weiterverkaufen.“

„Für den Oktober kommt uns dieses Rennen natürlich wie gerufen“, sagt Theisen, der auch für seine Kollegen in der Stadt und im Umland spricht: „Für die Region ist das natürlich ein riesiges Wirtschaftsereignis.“

Ob es das auch in Zukunft bleiben wird, ob also aus dem plötzlichen „Überraschungs-Ei Formel 1“ ein gern gesehener alter und neuer Dauergast für den Ring und die Region werden könnte, so weit in die Zukunft möchte der Geschäftsführer der Rennstrecke noch nicht blicken: „Jetzt sehen wir erst einmal, dass wir den Aramco Großen Preis der Eifel am zweiten Oktober-Wochenende zur allgemeinen Zufriedenheit über die Bühne kriegen und dann sehen wir weiter.“

Fazit: Das Formel-1-Rennen vom 9. bis 11. Oktober in diesem Jahr ist nicht nur ein Großer Preis in der Eifel, sondern auch einer für die Eifel.