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Das Gewächshaus wächst: Tomaten aus Mehren kommen voraussichtlich im Sommer auf den Markt

Das Gewächshaus wächst: Tomaten aus Mehren kommen voraussichtlich im Sommer auf den Markt

Im Mehrener Industriegebiet entsteht das große Gebäude, in dem künftig Tomaten angebaut werden. Dahinter steht ein niederländischer Gartenbaubetrieb, der gut sechs Millionen Euro investiert. Sein Ziel: In gut sechs Wochen soll endlich gepflanzt werden.

Mehren. Da waren die Planungen wohl etwas zu optimistisch: Als im vergangenen Jahr die Arbeiten im Industriegebiet in Mehren begannen, war vorgesehen, dass die ersten Eifel-Tomaten im großen Gewächshaus im März 2016 geerntet würden.

Aber es stellte sich schnell heraus, dass dieser Zeitplan nicht einzuhalten sein würde. Vor Kurzem wurde mit dem Bau des Gewächshauses aus Stahl und Glas begonnen, "ein imposantes Bild", findet der Mehrener Ortsbürgermeister Erwin Umbach, "nun sieht man, dass es richtig vorangeht".

Er freut sich nach wie vor darüber, dass es gelungen ist, die Investition von sechs Millionen Euro für die 1500-Einwohner-Gemeinde zu sichern. Was nicht ohne Widerstand abging, vor allem der zunächst geplante Standort in der Nähe des Naturschutzgebiets Mürmes (liegt zwischen Mehren und Ellscheid) sorgte für viel Kritik.
Die ist verebbt, nachdem es erreicht wurde, dass die Anlage - wie ursprünglich geplant - im eigentlichen Industriegebiet direkt an der Autobahn entsteht.

Seit Herbst vergangenen Jahres wird gebaut, nun hat das Gewächshaus "oberste Priorität", sagt Alois Sicken vom Ingenieurbüro Schäfer und Sicken in Daun. Die Dachverglasung soll diese Woche abgeschlossen sein, parallel wird mit der Verglasung der Wände begonnen. Dann gilt es laut Sicken, "mehrere Kilometer Heizleitungen im Gebäude zu verlegen."

Mittlerweile werden auch Schaulustige gesichtet, die sich ein Bild machen vom Stand der Arbeiten, und manch einer wird sicher erstaunt sein angesichts der Dimensionen. Denn in Mehren wird künftig industriell produziert, insgesamt dreieinhalb Hektar umfasst das Gelände, was etwa der Größe von vier Fußballfeldern entspricht. Hinter dem Millionen-Projekt steht der Investor Donné Jacobs. Seine Firma Jacobs Rieter hat ihren Sitz im niederländischen Belfeld (gehört zur Stadt Venlo), wo Tomaten und Erdbeeren angebaut werden, und liefert ihre Produkte auch an Aldi und Edeka. Beheizt wird das Gewächshaus in Mehren durch das benachbarte Biomassekraftwerk. Auf dem Gelände wird es eine Verpackungsstation und einen Hofladen geben, in dem neben den Tomaten auch anderes Obst und Gemüse angeboten werden.

Der Investor will nach eigener Aussage 25 Arbeitsplätze in Mehren schaffen. Aber wann kommen sie denn auf den Markt, die Eifel-Tomaten? "Wenn alles störungsfrei läuft, soll Ende April, Anfang Mai mit dem Pflanzen begonnen werden", sagt Alois Sicken. Mit der ersten Ernte sei dann für voraussichtlich Juli/August zu rechnen.