Das Heimatjahrbuch 2019 des Kreises Vulkaneifel mit dem Schwerpunktthema „1000 Ideen für die Zukunft – Der demografische Wandel als Chance“ ist auf dem Markt.

Brauchtum : Ein Klassiker mit 260 Seiten Lesestoff

Das Heimatjahrbuch 2019 des Kreises Vulkaneifel mit dem Schwerpunktthema „1000 Ideen für die Zukunft – Der demografische Wandel als Chance“ ist auf dem Markt. Rund achtzig Autoren haben literarische Zeitreisen unternommen.

Angst vor der Zukunft wollte bei der Präsentation des neuen Heimatjahrbuches nun wirklich nicht aufkommen: Kaffee und Kuchen, ein Rundgang über den Veranstaltungsort, dem Gröner Hof im Kerpener Ortsteil Loogh, und ganz viel Sonnenschein waren die zuversichtlich stimmenden Zutaten.

Zwischen den bunten und von der Kerpener Burg verzierten Buchdeckeln ist jedoch auch Platz für Visionen, die warnen. Zum Beispiel für das Stück „Ich hatte einen (Alb-)Traum“ von Ernst Krämer aus Gerolstein, der sich im kommenden Jahrhundert in einen Rotmilan verwandelt, der seine Eifelheimat durch allzu viel Windkraft und allzu viel Lavaabbau verloren hat. Krämer jedenfalls wacht schweißgebadet in der heutigen Eifel auf und findet Munterley und Papenkaule bislang unversehrt, zum Glück.

Landrat Heinz-Peter Thiel hatte bei der Vorstellung des Heimatjahrbuchs 2019 auch anderes mit Happy End wie etwa die entstehenden Sorgenden Gemeinschaften parat: „Kreisentwicklung ist heute mehr als der Bau von Straßen und Schulen. Wir müssen schauen, wie wir die Menschen hier binden und hierher locken.“

Die schöne dörfliche Lage der Vulkaneifel sei zugleich Herausforderung, was Themen wie Mobilität, schnelles Internet oder die ärztliche Versorgung angehe. Ob das „Niederstadtfeld im Jahr 2119“ von Harald Billen Realität wird mit Menschen, die über einen Chip im Ohr ihre Mahlzeiten beim Überregionalen Essensversorgungsverband bestellen? Oder die Kühlschränke für den Lieferdienst, die laut einer Fantasie von Tamara Retterath aus Lirstal künftig jeder an der Haustür hat?

„Wie verändert sich unsere Lebenswelt? Das haben die Beiträge mal auf wissenschaftliche, mal auf poetische Weise vorweggenommen“, erklärte Thiel zum Inhalt des beliebten Klassikers, den es seit 1973 gibt.  „Es war für den Redaktionsausschuss, der die Einreichungen sichtete und wertete, ein ‚hartes Geschäft‘, die Auswahl zu treffen.“ Zum ersten Mal platzierten Lydia Schend aus Pützborn und Lydia Albersmann aus Weiersbach eine gemeinsam geschriebene Geschichte im Heimatjahrbuch. Der Titel: „Das Gesicht der Löhley“. Darin geht es um eine einzigartige Felsformation am neu eingerichteten Wasser- und Felsenwanderweg in der Nähe von Üdersdorf, die jedoch durch den nahen Basaltbruch buchstäblich erschüttert wird.

So nehmen auch sie – wie Ernst Krämer oder auch die Autorin Ute Bales – das Thema Rohstoffabbau auf und sind „froh, dass wir nicht allein mit unseren Sorgen sind“, sagt Schend. Sie ist wie auch ihre Ko-Autorin bildende Künstlerin. „Als ich den Begriff ‚Heimatjahrbuch‘ hörte, dachte ich erst, das müsse etwas Verstaubtes sein“, erzählt die seit zwei Jahren in Weiersbach lebende Wahl-Eifelerin Lydia Albersmann. „Aber das ist es gar nicht. Im Gegenteil, es ist wunderbar, dass sich Menschen auf diese Weise so intensiv damit auseinandersetzen, wo und wie sie leben.“

Das Hauptthema des Jahrbuches 2020 steht bereits fest: „Früher war alles besser?!“ Bis zum 31. Mai 2019 können bei der Kreisverwaltung Beiträge eingereicht werden, die sich zum Beispiel mit der Entwicklung des Schulwesens und der Erziehung oder der Art und Weise, Ferien zu machen, beschäftigen.

Ab sofort ist das in einer Auflage von 5000 Stück erschienene Heimatjahrbuch 2019 (gebunden, rund 260 Seiten) in Supermärkten und Buchhandlungen der Region für 7,50 Euro erhältlich.

Mehr von Volksfreund