Das Heimatjahrbuch 2020 des Landkreises Vulkaneifel bringt Schulgeschichten von gestern und heute

SCHALKENMEHREN : Vulkaneifel macht Schule

Das Heimatjahrbuch 2020 des Landkreises Vulkaneifel bringt Schulgeschichten aus der Vergangenheit und von heute. 

Das Maardorf zeigt derzeit, was es kann: Kürzlich erhielt es den Sonderpreis des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums für vorbildliches ökologisches Handeln (der TV berichtete), jetzt wurde dort das Heimatjahrbuch des Kreises vorgestellt. Und wieder gab es viel Lob für die Gemeinde, diesmal von Landrat Heinz-Peter Thiel: „Schalkenmehren ist ein Vorzeigedorf mit ganz vielen Facetten, wir sind stolz darauf.“ Ein Dorfspaziergang mit ihm, der Heimatjahrbuch-Redaktion und einem Teil der achtzig Autorinnen und Autoren, die Texte zugeliefert hatten, offenbarte die Qualitäten als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung und der Dorfmoderation. Und endlich ziert nun eine Luftaufnahme der berühmten drei Maare – „eigentlich nicht Dauner, sondern Schalkenmehrener Maare“, so Thiel – das Cover des Heimatjahrbuchs. „Man sollte meinen, dass dieses Wahrzeichen der Vulkaneifel schon früher zu dieser Ehre kam, aber tatsächlich ist es jetzt das erste Mal.“

Die Aufmerksamkeit im Buchhandel ist also gewährleistet. „Das Heimatjahrbuch ist immer ein Renner“, freute sich der Landrat, „und dürfte auch in diesem Jahr bei vielen als Weihnachtsgeschenk dienen.“

Und bei vielen für Erinnerungen an Kindheit und Jugend sorgen, denn das Schwerpunktthema lautet: „Meine Schulzeit – Schulgeschichten gestern und heute“ und geht also jeden an. Zum ersten Mal sind auch Porträts der im Landkreis existierenden Schulen versammelt, so dass komprimierte Informationen über die Bildungslandschaft und die pädagogischen Konzepte der einzelnen Schulen zugänglich sind. „Schulen sind der Dreh- und Angelpunkt, über den Jugendliche und junge Erwachsene Kontakt halten“, betonte Thiel, „so dass die Thematik auch wichtig ist, wenn zum Beispiel die Rückkehr in die Eifelheimat ansteht.“ Es gehe also um mehr als „nur“ um die Ansicht, dass früher alles anders und vielleicht besser war. „Vielfach ist auch die Entwicklung nachvollziehbar, von der einstigen Dorfschule bis zum Umbau in ein Mehrgenerationenhaus.“

Doch natürlich kommen auch anekdotenhafte Erzählungen, welche die Lektüre des Heimatjahrbuchs würzen, nicht zu kurz. Wenn sich etwa Angela Ehrhard aus Winterspelt an ihre Zeit Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre in der Gerolsteiner Volksschule erinnert, dann liest sich das für moderne Schüler sehr exotisch: Als i-Dötzchen zur Einschulung mit einer karierten Schürze erscheinen, bei kleinen Verfehlungen im Unterricht nachsitzen oder in der Ecke stehen zu müssen und im Pausenhof streng nach Geschlechtern getrennt zu sein sind Erscheinungen einer Vergangenheit, die weit entfernt klingt.

Immer wieder standen Autoren und Redaktionsteam auch vor der Frage, wie man angesichts derartiger Erlebnisse mit den Klarnamen der in den Berichten genannten Menschen umgeht. „Da war viel Fingerspitzengefühl gefragt“, erläuterte der Landrat, „denn der heutige Datenschutz muss beachtet werden. Der eine oder andere Beitrag musste deswegen außen vor bleiben.“ Dennoch sei es gelungen, eine „hundertprozentig passende Auswahl und den Idealzustand des Heimatjahrbuchs“ zu erreichen.

Darauf hoffen er und das Team auch für die neue Ausgabe 2021, denn da steht der Redaktionsschluss schon fest: Bis Ende Mai 2020 müssen die unentgeltlichen Beiträge bei der Kreisverwaltung (Mail: hjb@vulkaneifel.de) eingereicht werden. Interessierte Schreibende können also umgehend loslegen, das neue Schwerpunktthema lautet „Dorf- und Stadtplätze im Porträt – Treffpunkt für Jung und Alt?“

Der Hintergrund der Themenwahl: Viele Orte haben in den letzten Jahren ihre Dorf- und Marktplätze, ihre Brunnen und Sitzgruppen oder Kirchvorplätze erneuert und es geschafft, sie als Treffpunkte wiederzubeleben. Welche Erinnerungen und Anekdoten ranken sich um solche Plätze, welche Feste wurden und werden dort gefeiert, wie haben sich die Plätze im Laufe der Jahre verändert? Nicht nur Texte, sondern auch Fotos sind willkommen.

Dass das Vulkaneifeler Heimatjahrbuch durchaus eine wertvolle Anlage werden kann, zeigt ein Blick ins Amazon-Sortiment. Dort ist die Taschenbuchausgabe von 1975 für 114 Euro zu haben.

Die Schalkenmehrener Maare zieren den Titel des Heimatjahrbuchs. Foto: Tv/mueller_an

Info: Landkreis Vulkaneifel – Heimatjahrbuch 2020. Hardcover, 258 Seiten, ISSN 0720-6976, 7,50 Euro, Auflage 5000 Stück. Redaktion: Verena Bernardy, Dorothea Geßner-Blum, Madlene Steffes, Brigitte Bettscheider, Siegfried Czernohorsky, Hubert Pitzen.