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Das Image der Bauern muss besser werden

Landwirtschaft : Sorge um das Image der Bauern

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Marco Weber, zieht eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Für 2018 aber sieht er neue Probleme.

Mit dem von den landwirtschaftlichen Vereinen und Verbänden im Landkreis Vulkaneifel ausgerichteten Fest der Landwirtschaft, im Volksmund traditionell Knollenball genannt, beginnt für die Landwirte das neue Jahr zunächst einmal fröhlich.

Zum dritten Mal eröffnete Marco Weber als Vorsitzender des Kreisbauernverbands Daun vor rund 150 Gästen das Fest der Landwirtschaft im Forum Daun. Nein, nicht über das Wetter, Grasernte und Getreideernte wolle er sprechen, sondern das Bild der Landwirtschaft in der Bevölkerung mache ihm Sorgen.

„Die Landwirtschaft kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Vieles, wie etwa, dass wir Glyphosat nicht auf wachsendem Getreide einsetzen, bekommen wir nicht vermittelt. Da läuft einiges schief. Und wir produzieren Lebensmittel, wie es sie dergleichen auf der Welt nicht gibt, nur den Verbrauchern bekommen wir dies nicht vermittelt. 2018 müssen wir mehr an unserem Image arbeiten“, forderte Weber.

Sein persönlicher Rückblick auf das vergangene Jahr ist positiv. „2017 war bezüglich der Ernte und der preislichen Entwicklung ein normales Jahr“, resümiert der Lissendorfer.

Für das neue Jahr sieht er jedoch schwarz, gerade sei es durch die Medien gegangen: Die Butterpreise werden wieder sinken, weil viele Landwirte die guten Milchpreise dazu verlockt haben, mehr Milch zu produzieren. Die Folge: Es sei zu viel Milch auf dem Markt, der Preis werde sinken.

„Ich befürchte, das neue Jahr 2018 wird ein negatives werden mit Preisen von unter 30 Cent für den Liter Milch“, sagt Weber.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Daun ist der Meinung, dass die Molkereien zukünftig eine Grundmenge für die Landwirte festsetzen sollen, die sie liefern können.

„Eine freie Produktion ist nach meinem Erachten nicht zielführend. Wenn die Molkereien zu viel gelieferte Milch nicht loswerden, dann sollten die Landwirte eben weniger Geld dafür bekommen und so am Risiko beteiligt werden“, fordert Weber.

Bei allen Problemen in der Landwirtschaft bemängelt der Eifeler auch die Unterstützung des Bauernverbandes auf Landes- und Bundesebene. „Eine Wahrnehmung unserer Forderungen findet absolut nicht statt“, moniert er.