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„Das ist eine sehr gute Sache“

Engagement : „Das ist eine sehr gute Sache“

Mit der Aktion „#wirsagendanke“ möchte der Verein Adventsmenschen e.V. zu Weihnachten ein Zeichen gegen die zunehmende Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Einsatzkräften setzen. Unsere Zeitung war beim Danksagen an die Freiwillige Feuerwehr Bodenbach dabei.

(bb) 50 Kilo Plätzchen sind selbst gebacken und verpackt, 500 Schokoladenweihnachtsmänner über Patenschaften besorgt worden.

Neun Mitglieder des Vereins „Adventsmenschen“ verteilen die süßen Gaben in drei Bundesländern (Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen) an die Einsatzkräfte von 15 Rettungswachen, Notaufnahmen, Feuerwehren, Polizeidienststellen.

Im Landkreis Vulkaneifel werden fünf Einrichtungen beglückt: die DRK-Rettungswachen in Daun und Kelberg, die Freiwilligen Feuerwehren Bodenbach und Gerolstein und das Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun. Soweit die Fakten. Was für eine Idee dahinter steckt, kommt bei der Übergabe der Weihnachtsgeschenke durch die Vorsitzende Sylvia Pitzen an den Wehrführer Tobias Weiler und - stellvertretend für seine Mann- beziehungsweise Frauschaft - Sascha Heintz, Alexander Pitzen und Jenny Weiler von der Freiwilligen Feuerwehr Bodenbach zur Sprache.

Das Treffen findet am Feuerwehrhaus statt. Dort, wo erst kürzlich, am 11. Dezember nachts kurz nach drei, die Feuerwehrleute als Erste zu dem verheerenden Brand in der örtlichen Schreinerei Daniels ausgerückt waren (der TV berichtete). Nebenan ist das Bürgerhaus, wo Sylvia Pitzen im Laufe jener eiskalten Nacht eine Kanne Kaffee um die andere für die Dutzenden von Einsatzkräften kochte.

Ortsbürgermeister Thorsten Krämer habe sie um halb vier angerufen und sie darum gebeten, erzählt die 40-jährige, freiberuflich im Gastronomiehandel tätige Vorsitzende der „Adventsmenschen“ (siehe Info) – „da er wusste, dass das Hauptanliegen unseres Vereins die Hilfe in Notlagen ist“, erklärt sie.

In den Tagen danach sei dann im Vorstand der Plan gefasst worden, dass den Bodenbacher Feuerwehrleuten zu Weihnachten eine besondere Freude gemacht werden solle.

„Das ist eine sehr gute Sache“, findet nun Wehrleiter Tobias Weiler. „Ich freue mich sehr, dass unserer Feuerwehr auf diese Weise Respekt gezollt wird, und ich denke, dass diese Geste auch ein Motivationsschub sein wird.“

Zu dem Begriff „freiwillig“ im Titel der Feuerwehren meint er mit Blick auf eine Vielzahl von Übungen, Fortbildungen und Einsätzen im Laufe eines Jahres: „Ja, der Eintritt ist freiwillig, aber man geht dann eine Menge Verpflichtungen ein.“

Die Aktion „#wirsagendanke“ findet in diesem Jahr zum zweiten Mal zu Weihnachten statt. Die Premiere im vorigen Jahr war aus der Beobachtung heraus entstanden, dass Rettungs- und Einsatzkräfte zunehmend Gewalt ausgesetzt sind und angepöbelt und beleidigt werden.

„Dagegen möchten wir ein Zeichen setzen“, sagt Sylvia Pitzen, „denn nur mit Empörung zu reagieren oder den Zeigefinger zu erheben, bringt nicht viel.“

Dass die Aktion bundesweit stattfinde, habe damit zu tun, dass die Vereinsmitglieder weit verstreut in Deutschland lebten, erklärt die Vorsitzende. Die Rückmeldungen von Seiten der Beschenkten im vorigen Jahr seien überaus positiv gewesen. So stehe heute schon fest, dass es auch im kommenden Jahr wieder „#wirsagendanke“ geben werde.