Das kleine Landcafé in Kerpen steht für Kaffee und Kuchen, Musik und Kabarett.

Kultur : Wo Künstler dem Publikum beinahe auf dem Schoß sitzen

Kaffee und Kuchen, Musik und Kabarett: Seit Jahren beweist das Kleine Landcafé in Kerpen, dass feine Kultur keine große Bühne braucht.

Neben den rund 30 angebotenen Veranstaltungen im Jahr ist das kleine Landcafé eben auch ein Café – und zwar ein gut besuchtes. Das mag an der schönen Inneneinrichtung liegen, am netten Servicepersonal oder einfach nur am leckeren Kuchen – vielleicht auch daran, dass der Eifel-Krimi-Wanderweg und der Geopfad unmittelbar vorbeiführen und das restaurierte Bauernhaus in der Fritz-von-Wille-Straße ein Blickfang ist.

„Gastronomie war nicht unser Fachgebiet, als wir das kleine Landcafé 2015 übernahmen“, sagt Claudia Kirfel-Meyer. Dank der vielen guten Tipps der Vorbesitzerin Thea Greif  sei dies aber nie ein Problem gewesen. Doch Claudia Kirfel-Meyer und ihr Ehemann Michael Meyer bringen Kenntnisse mit, die für die Leitung einer, wenn auch kleinen Veranstaltungsstätte von unbedingtem Vorteil sind: Beide sind Musiker und haben Erfahrung im Kulturbetrieb. Kirfel-Meyer arbeitete unter anderem lange Zeit für eine Kölner Musikagentur, ihr Mann ist Musiklehrer und in der Kölner Musikszene gut vernetzt. Und beide nutzen die eigene Kleinkunstbühne auch selbst: Ihr gemeinsames Konzert im September vergangenen Jahres war in Windeseile ausverkauft, deshalb wird es am Samstag, den 23. Februar eine Zugabe geben. Dann wird Gastgeber Michael Meyer mit viel Augenzwinkern wieder seine erfolglose Bewerbung als Sänger bei Deutschlands erfolgreichster und 2017 aufgelösten A-Capella-Band „Wise Guys“ verarbeiten – indem er ihre Songs singt, auch im Duett mit der Landcafé-Chefin.

Das Programm für das erste Halbjahr dieses Jahres stehe, sagt Claudia Kirfel-Meyer. „Dabei heißt unser Anspruch an uns selbst, dass wir kulturell beweglich bleiben und professionelle Künstler unterstützen, deren Lebensinhalt es ist, gute Unterhaltung zu machen.“ (siehe Info)

Angesichts der lediglich 50 Zuschauerplätze, die das kleine Landcafé bietet, erwartete niemand hohe Gagen, ergänzt die Geschäftsführerin, „doch alle, die hier auftreten, schwärmen vom Publikum und der tollen Atmosphäre“. Es sei eben auch ein Ansporn, hautnah am Publikum zu sein: „Bei uns sitzt der Künstler fast auf dem Schoß des Gastes. Da kann man sich nicht verstecken – da muss man alles geben.“

Von kultureller Seite sei für das laufende Jahr bestens vorgesorgt. Auch deshalb, weil das Kleine Landcafé in Kabarett- und Musikerkreisen einen ausgezeichneten Ruf genieße. „Und dank unserer rund 14 freien, sehr engagierten Mitarbeiter, läuft auch die Gastronomie reibungslos“, sagt Kirfel-Meyer.

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