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Das lange Laden hat bald ein Ende

Das lange Laden hat bald ein Ende

Bund und Land unterstützen den Kreis beim Ausbau von schnellem Internet. Von den Millionen aus Berlin und Mainz sollen 38 Orte und 16 Gewerbegebiete profitieren. In Gemeinden wie Schutz wartet man schon sehnlichst darauf.

Daun/Gerolstein Um die Internetversorgung in Schutz zu beschreiben, braucht Ortsbürgermeisterin Nadine Bläser drei Worte: "Eine einzige Katastrophe". Es gebe Bereiche im 145-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde (VG) Daun, in denen "sehr wenig bis gar nichts geht." Deshalb sitze sie schon seit geraumer Zeit "auf heißen Kohlen", um endlich zu erfahren, ob der Kreis Vulkaneifel erfolgreich gewesen ist mit seinem Antrag, Geld von Bund und Land zum Ausbau der Breitbandversorgung zu bekommen.
Die gute Nachricht für die Ortsbürgermeisterin: Ja, der Kreis war erfolgreich dabei, etwas von dem mehr als vier 4 Milliarden Euro schweren Förderprogramm des Bundes abzubekommen.
Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, hat Landrat Heinz-Peter Thiel in dieser Woche in Berlin einen Förderbescheid über 4,7 Millionen Euro übergeben.
Zur Freude auch von Gottfried Wawers, Ortsbürgermeister von Duppach (VG Gerolstein), wo die Internetversorgung "mehr schlecht als recht ist." Wenn nun in absehbarer Zeit Glasfaser verlegt ist, "wird das ein wichtiger Schritt fürs Dorf sein. Schnelles Internet ist längst unverzichtbar für die Bürger und das Gewerbe."
Knapp fünf Millionen Euro steuert der Bund zur geschätzten Gesamtfördersumme bei, die sich laut Landrat Thiel auf 8,9 Millionen Euro beläuft. "Das Land hat in Aussicht gestellt, bis zu 40 Prozent der Investitionen beizusteuern. Unser Eigenanteil soll sich auf gut zehn Prozent belaufen."
Mit dem Geld wird der Ausbau unterversorgter Privathaushalte in 38 Orten in allen fünf Verbandsgemeinden und 16 Gewerbegebieten finanziert. Hinzu kommt ein sogenannter Sonderstandort, das Klärwerk Obere Kyll.
Für gut 2600 Haushalte bedeutet das, dass sie künftig auf eine Internetgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/S, Erläuterung siehe Extra) und mehr verfügen können.
Den Betrieben stehen dann schnelle und stabile Internetanbindungen zur Verfügung. Als Beispiel führt die SPD-Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt die Firma Rauschert in Oberbettingen an, für die "das als Teil einer weltweit agierenden Unternehmensgruppe geradezu lebensnotwendig ist."
"Die Bagger können kommen", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder, aber das wird noch etwas dauern. Denn der Ausbau der Breitbandversorgung muss laut Landrat europaweit ausgeschrieben werden. Thiel ist gespannt: "Mal schauen, wer sich dem Wettbewerb stellt." Für die Schutzer Ortsbürgermeisterin kann es gar nicht schnell genug gehen. "Hoffentlich geht es in absehbarer Zeit endlich los", sagt Nadine Bläser.
Ihr Duppacher Amtskollege hat Verständnis dafür, wenn es noch etwas dauert, bis das schnelle Internet eingezogen ist. Gottfried Wawers: "Hauptsache, das Endergebnis stimmt."GESCHWINDIGKEIT IM INTERNET


Extra

Eine wichtige Maßeinheit im Digitalzeitalter: Megabit pro Sekunde (Mbit/S) gibt an, mit welcher Geschwindigkeit Daten im Internet übertragen werden. Sechs bis acht Mbit pro Sekunde genügen, um etwa im Internet zu surfen, Nachrichten zu lesen, E-Mails abzurufen, Online-Banking abzuwickeln oder Musik herunterzuladen. Internetseiten mit hochauflösenden Fotos und Filmen lassen sich nur noch mit schnellen Breitbandverbindungen von mindestens 16 Mbit schnell öffnen. Mit 50 Mbit pro Sekunde kann über einen Internetanschluss gleichzeitig telefoniert, gesurft und ferngesehen werden.