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Das Lieblingseis des Staatssekretärs

Das Lieblingseis des Staatssekretärs

Berlin/Hillesheim/Ludwigshafen. (red) Zwei Hillesheimer Schülerinnen haben im Bundeswettbewerb "Zeigt her Eure Schule" mit ihrem generationenübergreifenden Medienprojekt gewonnen. Dafür durften sie nach Berlin – und das Projekt der "Videofuzzies" an der Grundschule Hillesheim vorstellen.

"Sagt mal, seid ihr gar nicht aufgeregt?", fragt Inka Schneider, bekannt als Moderatorin des ARD-Morgenmagazins, und schaut in die Augen von zwei quirligen Mädchen aus der Eifel. "Nein wieso?", entgegnet Nina Corz (neun Jahre). "Ich gehe jeden Donnerstagnachmittag in das Projekt ,Die Videofuzzies' an unserer Ganztagsschule - da habe ich gelernt, wie man Interviews führt." Doch dann ist es so weit, und die beiden Hillesheimerinnen betreten das Podium auf dem dritten bundesweiten Ganztagsschulkongress in Berlin. Nun wird es Rebecca Schauster (neun Jahre) doch ein wenig mulmig. Schließlich sollen sie vor 1400 Lehrern, Politikern und Schulentwicklern erklären, was an dem Medienprojekt "Die Videofuzzies" an ihrer Grundschule in Hillesheim so besonders ist. Doch der Konrektor Christian Linden und Christian Kleinhanß, Medienpädagoge des Bildungszentrums BürgerMedien (BZBM) sind zur Unterstützung mitgereist. Die Grundschule Hillesheim informiert auf Wunsch der Veranstalter gemeinsam mit ihrem außerschulischen Kooperationspartner Bildungszentrum BürgerMedien das Fachpublikum über Bedingungen des Gelingens guter Kooperationen. Für diese Teilnahme hatte sich das Team im Vorfeld durch den Gewinn im Bundeswettbewerb "Zeigt her Eure Schule" mit ihrem generationenübergreifenden Medienprojekt "Egal, ob jung oder alt" qualifiziert. Die Frage, was einen guten außerschulischen Kooperationspartner auszeichne, beantwortet Christian Linden: "Ein Partner, den ich für den Nachmittag gewinne, muss der Schule längerfristig zur Verfügung stehen. Nur so können wir gemeinsam Nachhaltigkeit garantieren. Es ist besonders wichtig, dass sich der außerschulische Partner in die Aktivitäten der Schule mit einbringt. Schule soll sich vom Lernort zu einem Lebensort wandeln, das ist eines der großen Ziele des neuen Ganztagsschulmodells in Rheinland-Pfalz." Eine Anforderung, die das BZBM seit 2004 in Kooperation mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) und dem Ministerium für Frauen, Bildung und Jugend (MFBJ) nicht nur in Hillesheim, sondern an 18 Partnerschulen in Rheinland-Pfalz erbringt. "Neben der aktiven Medienbildung der Kinder in den Schulprojekten bieten wir auch den Lehrerinnen und Lehrern unsere Kooperation an", erläutert Christian Kleinhanß (BZBM). "Wir beraten sie, wie man Medienarbeit in den gesamten Unterricht einbinden kann." Das Medium wird entzaubert

Auf "seine Kinder" ist er stolz: "Wenn die Kinder lernen, wie sie selbst Filme drehen können, entzaubern wir das Medium. Wer die Codes der digitalen Welt versteht, braucht keine Scheu davor zu haben, sondern kann sie für sich nutzen." So fit gemacht, war es für Rebecca und Nina ein Erlebnis, ihre Videoarbeiten auf DVD an Messstandbesucherinnen wie Ministerin Annette Schavan, die Frau des Bundespräsidenten Eva-Luise Köhler oder Ute Erdsiek-Rave (Vorsitzende der Kultusministerkonferenz) überreichen zu dürfen. Auch die Vertreterinnen und Vertreter des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums waren begeistert. Staatssekretär Michael Ebling lobte die lebendige Präsentation der Hillesheimer "Videofuzzies": "So charmant bin ich noch in keinem Interview über die Schwerpunkte meiner Arbeit und über mein Lieblingseis befragt worden!"