"Das muss man erlebt haben"

"Das muss man erlebt haben"

Etwa 20 Mal hat Bettina Wirtz schon an der Nachtwallfahrt und der Springprozession teilgenommen - und kann es einfach nicht lassen. Inzwischen sind auch ihre Töchter mit von der Partie. Wie in den vergangenen Jahren geht sie die von Gemeindereferent Markus Göbel (Pfarreiengemeinschaft Daun) organisierte Route von Welschbillig nach Echternach.

Dreis-Brück. An ihre erste Teilnahme erinnert Bettina Wirtz sich noch gut. Sie war 16, wohnte in Gillenbeuren (Kreis Cochem-Zell) und war in die Jugendseelsorge des nahen Klosters Maria Martental eingebunden. Sie lernte Katholikentage und Jugendwallfahrten kennen, darunter die Springprozession in Echternach. "Ich war von Anfang an total begeistert", erzählt sie. "Und bin es heute noch." Am meisten fasziniere sie, wie ernsthaft und fröhlich gleichermaßen die Jugendlichen ihren Glauben im Pilgern, Springen, Beten und Singen zum Ausdruck bringen. "Das muss man erlebt haben", sagt die gelernte Krankenschwester, die seit ihrer Heirat auf dem Wiesenhof in Dreis-Brück lebt und sich lachend als die Managerin des landwirtschaftlichen Betriebs und der Familie mit drei Kindern bezeichnet: Hannah (19), Elena (16) und Johannes (10).
"Sonst würde mir was fehlen", erklärt Bettina Wirtz im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund zur Motivation für die beinahe alljährlichen Teilnahmen. Wie seit fünf Jahren hat sie sich - dieses Mal gemeinsam mit ihrer Tochter Elena - der Gruppe von Gemeindereferent Markus Göbel angeschlossen.
16 Kilometer zu Fuß


Am Pfingstmontagabend geht es zunächst von Daun aus mit dem Bus nach Welschbillig, von dort um Mitternacht zu Fuß die 16 Kilometer lange Strecke - bergauf und bergab über Edingen (mit Stärkung und Pause im Pfarrhaus) bis nach Echternach.
Zu Markus Göbels Gruppe gehören 30 Jugendliche (darunter ein Dutzend Firmbewerber aus Kelberg) und jung gebliebene Erwachsene sowie als prominenter Mitpilger der Trierer Weihbischof Jörg-Michael Peters.
Am Dienstagmorgen um halb sechs wird ein Jugendgottesdienst in der Basilika in Echternach gefeiert. Nach dem Gottesdienst gibt es in einer Turnhalle Frühstück und Gelegenheit zum Ausruhen und Umziehen (weißes T-Shirt, schwarze Hose). Um 9 Uhr wird sich zur Springprozession aufgestellt.
"Ich bin immer wieder fasziniert, wie perfekt das System mit fünf Pilgern nebeneinander und jeweils einer zur Musik springenden und einer gehenden Gruppe hintereinander funktioniert", erklärt Bettina Wirtz. Der am meisten bewegende Augenblick für sie persönlich sei der Segen kurz vor dem Besuch der Grabstelle des Heiligen Willibrord in der Krypta der Basilika. "Und wenn ich einmal nicht mehr springen kann, bin ich unter Garantie unter den Zuschauern am Straßenrand", sagt sie. bb

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