Das passende Geburtstagsgeschenk

Das passende Geburtstagsgeschenk

Der Kreistag hat einstimmig der Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Kombination mit der Ganztagsschule (G8GTS) zum Schuljahr 2009/2010 am Thomas-Morus-Gymnasium zugestimmt. Der entsprechende Antrag muss bis Ende Mai gestellt werden, eine Entscheidung des Landes wird für den Herbst erwartet.

Daun. Am Samstag wurde offiziell das 50-jährige Bestehen des Thomas-Morus-Gymnasiums (TMG) gefeiert, zwei Tage später hat der Kreistag das passende Geburtstagsgeschenk nachgeliefert: Einstimmig wurde der Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Kombination mit der Ganztagsschule (G8GTS) zum Schuljahr 2009/2010 zugestimmt. Vor einem Jahr schien eine solche Einstimmigkeit ausgeschlossen zu sein, weil die CDU das G8GTS-Modell zunächst ablehnte. Am Montag war davon keine Rede mehr: CDU-Kreistagsmitglied Heike Hermes erklärte, neue Bildungs- und angemessene Betreuungsangebote seien heute unverzichtbar, und zu diesen zähle auch das G8GTS-Modell des TMG. Für die CDU sei es "selbstverständlich", dem Beschlussvorschlag zuzustimmen. Astrid Schmitt (SPD) nahm die "Lernfähigkeit" der CDU zur Kenntnis, ließ es sich aber nicht nehmen, auf die Haltung der Christdemokraten während des Landrats-Wahlkampfs vor einem Jahr hinzuweisen. Bei den Grünen hielt sich die Begeisterung für das Modell in Grenzen. Zwar wertete es Tim Steen als Bereicherung für die Schullandschaft im Kreis, weil dann die Möglichkeit bestehe zwischen dem "normalen" Weg zum Abitur und dem in Ganztagsschul-Form. Aber er äußerte sich auch kritisch zum "Turboabitur": "Ich weiß nicht, ob wir den Kindern unbedingt einen Gefallen tun mit der Variante, über die wir heute zu entscheiden haben." Für das TMG freute sich der stellvertretende Schulleiter Bernd Krings über die Entscheidung des Kreistags, noch größer ist seine Freude aber darüber, dass großes Interesse an dem Ganztagsschul-Modell besteht. Große Resonanz nach den Informationsveranstaltungen

Dieses war in mehreren Informationsveranstaltungen im Kreisgebiet den Eltern der derzeitigen Drittklässler vorgestellt worden. "Inzwischen haben wir 128 Rückmeldungen von Eltern, die ein ernsthaftes Interesse bekundet haben", berichtete Krings auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. "Diese große Zustimmung seitens der Eltern spricht aus unserer Sicht dafür, dass sie von unserem Modell überzeugt sind. Angesichts dieser positiven Resonanz sind wir guter Hoffnung, dass wir vom Land den Zuschlag für die Option zur Einrichtung von G8GTS zum Schuljahr 2009/2010 bekommen", erklärte der stellvertretende Schulleiter. Diese Entscheidung des Mainzer Bildungsministeriums wird für Oktober erwartet. Zuvor muss die Schule den entsprechenden Antrag gemeinsam mit dem Schulträger, dem Kreis, bis zum 31. Mai bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier als die zuständige Schulaufsichtsbehörde eingereicht haben. Meinung Raus aus der Sackgasse Ein Glück: Die CDU hat rechtzeitig gemerkt, dass sie mit ihrer Ablehnung des G8GTS-Modell des Thomas-Morus-Gymnasiums in einer bildungspolitischen Sackgasse steckte. Eine Haltung, die der Öffentlichkeit nicht auf Dauer vermittelbar gewesen wäre. Gut, dass sie die ideologischen Scheuklappen abgenommen und ihre Position im Interesse von Eltern und Kindern geändert hat. Der Kreistag hat nun mit seiner Entscheidung den Weg dafür frei gemacht, dass das schulische Angebot im Kreis mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen sinnvoll erweitert werden kann. s.sartoris@volksfreund.de

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