Das passt!

Das Dauner Thomas-Morus-Gymnasium (TMG) wird am Dienstag in Trier für sein Konzept einer innovativen Berufsorientierung in Verbindung mit dem USA-Schüleraustausch mit dem Titel "Modellschule" sowie einem mit 3000 Euro dotierten Förderpreis der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Nikolaus- Koch-Stiftung ausgezeichnet. Die Projektleiterinnen stellen dem Trierischen Volksfreund das Konzept vor.

Daun/Trier. Diana Grogan-Schomers und Felicia Lauer sind "happy". Die beiden Studiendirektorinnen am TMG haben von September bis November 2016 gemeinsam mit weiteren Lehrkräften, einem Elternvertreter und zwei Schülerinnen (siehe Extra) das Projekt "Berufswege - Chancen im Ausland erkunden" entwickelt und sich damit bei "passt!", einem Ideen- und Förderwettbewerb für die Region Trier (siehe Hintergrund), beworben. Seit Mitte Dezember wissen sie, dass sie unter den fünf Preisträgern sind - als einziges Gymnasium. Am Dienstag ist die feierliche Übergabe der Zertifikate in Trier.
Das Konzept vereint zwei bisher unabhängig voneinander verlaufende Elemente am TMG: einerseits die mehr als ein Dutzend Maßnahmen zur beruflichen Orientierung ab der achten Klasse, andererseits den Austausch mit der Grafton und der Lomira High School in Wisconsin/USA mit bisher 250 TMG-Schülern als Teilnehmern.
Programm "gespiegelt"


Im Zuge des neuen Projekts erhält das Thema Beruf in Zukunft im Englischunterricht der fünften und sechsten Klassen mehr Raum. Im Rahmen des Schüleraustauschs finden über das bisherige familiäre, schulische und kulturelle Programm hinaus Firmenbesichtigungen und ein Universitätsbesuch in Wisconsin statt sowie ein sogenanntes Shadowing-Programm. Diana Grogan-Schomers beschreibt es so: "Schüler arbeiten nicht wie bei einem Praktikum mit, sondern beobachten, beschatten jemanden bei dessen Berufsausübung." Im Idealfall ergäben sich in Wisconsin mehrmonatige Praktikumsplätze für die TMG-Austauschschüler, die im Jahr darauf das Abitur machen, betont Felicia Lauer - "und die Gastfamilie aus dem Schüleraustausch käme noch einmal zum Tragen", sagt sie. Für die amerikanischen Schüler wird das Programm bei ihrem Deutschlandbesuch "gespiegelt".
Soll heißen: Wenn im kommenden Juni Schüler aus Wisconsin am TMG zu Gast sind, absolvieren sie einen Tag in einem Unternehmen in der Vulkaneifel, beispielsweise beim Landesbetrieb für Mobilität in Gerolstein oder in der Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun.
Das Projekt sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zu noch mehr Internationalität des Thomas-Morus-Gymnasiums. "Daran sind viele Schüler und Eltern sehr interessiert", erklären die Projektleiterinnen. "Und wir erfüllen den neuerdings gesetzlich verankerten Anspruch auf mehr Maßnahmen beruflicher Orientierung am Gymnasium", sagen sie.Extra

Extra

"passt!" ist ein gemeinsames Programm der Nikolaus-Koch-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Regionalstelle Rheinland-Pfalz, ebenfalls mit Sitz in Trier. Zu dem Fördergeld von 3000 Euro und dem Titel "Modellschule" für den Zeitraum von zwei Jahren wird den prämierten Schulen die Teilnahme an Workshops ermöglicht sowie Unterstützung von den beiden Stiftungen, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer gewährt. Den Abschluss bildet ein gemeinsamer Fachtag 2018. bbExtra

Neben den Leiterinnen Diana Grogan-Schomers und Felicia Lauer gehören zum Projektteam: die Lehrerinnen Stefanie Redwanz-Becker und Sheila Vogtherr (TMG), die Lehrerinnen Karen Frey (Grafton High School/Wisconsin) und Lyndsy Schiegg (Lomira High School/Wisconsin), Uwe Hastedt (TMG-Schulelternbeirat) sowie die Schülerinnen Daria Ewertz und Mona Karst (TMG/MSS 10). bb