Das Recht auf Selbstbestimmung bleibt

Gerolstein · Der Betreuungsverein Westeifel kümmert sich seit 20 Jahren um Menschen mit Behinderung. Im Gespräch mit dem Volksfreund erklären Mitarbeiter des Vereins, wie sie Menschen mit den verschiedensten Krankheiten im Alltag unterstützen.

 Bernhard Schmitz, Günter Loch-Glücks und Anja Verheyen (von links) besprechen ihre Einsätze für den Verein. TV-Foto: Alwin Ixfeld

Bernhard Schmitz, Günter Loch-Glücks und Anja Verheyen (von links) besprechen ihre Einsätze für den Verein. TV-Foto: Alwin Ixfeld

Gerolstein. Herr M. ist Anfang 80, leidet unter körperlichen Beeinträchtigungen und ist dement. Er wohnt in einem Haus, das der Familie seiner verstorbenen Frau gehört. Dort hat er lebenslanges Wohnrecht. Weil er nicht mehr alleine zurechtkommt, hat die Familie sich an den Betreuungsverein gewandt. "Als gesetzlicher Betreuer muss ich hier ermitteln, wie die finanzielle Situation aussieht", erklärt Günter Loch-Glücks, Geschäftsführer des Betreuungsvereins Westeifel. Der Sozialpädagoge arbeitet dort mit vier weiteren Mitarbeitern. Ihre Aufgaben sind die gesetzliche Betreuung und die Begleitung ehrenamtlicher Betreuer.
Mehr als 130 Menschen aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Vulkaneifelkreis werden derzeit vom Verein betreut. Die meisten von ihnen sind Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen aus den Westeifelwerken oder den Einrichtungen der Lebenshilfe. "Wir sind nur dem Wohl und den Wünschen der Betreuten verpflichtet, das Selbstbestimmungsrecht bleibt", betont Loch-Glücks. Vermögenssorge, das Aufenthalts-Bestimmungsrecht und die Gesundheitssorge seien die Hauptbereiche für einen Betreuer, erklärt der Geschäftsführer, "aber die Einrichtung einer Betreuung hat nichts mit der Geschäftsfähigkeit des Betreuten zu tun".
Probleme gebe es gelegentlich: "Wenn man fragt, wer bezahlt das, weil man dann zerrieben wird zwischen den Zuständigkeiten der Kostenträger", bedauert Loch-Glücks. "Aber meistens ist es eine schöne Arbeit, bei der man viel zurückbekommt", ergänzt seine Kollegin Anja Verheyen. Sie ist auch für die Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter zuständig und betont: "Das ist ein Ehrenamt mit hoher Verantwortung."
Hauptamtliche Mitarbeiter unterstüzen die Ehrenamtlichen: "Manchmal gehen wir auch mit zu Gerichtsverhandlungen oder zum Chefarzt", erläutert Verheyen. Für ehrenamtliche und hauptamtliche Betreuer sei im Umgang mit ihren Betreuten eines aber gleich wichtig, sagt Verheyen: "Man muss ein Vertrauensverhältnis zu den Bedürftigen aufbauen." AIX

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