Das Schlupfloch wird zur Sackgasse
Wegen der Unsicherheit, wann mit der Sanierung der Bahnhofstraße in Daun begonnen werden kann, soll ein anderes Projekt vorgezogen werden: der seit vielen Jahren diskutierte Ausbau der Arensbergstraße.
Daun. Bernd Hein ist erleichtert, dass nun für ihn und auch die anderen Anlieger Hoffnung besteht, dass sich an der Verkehrsführung in der Arensbergstraße in Daun etwas ändert. "Seit so vielen Jahren haben wir den Verkehr ertragen, der unmittelbar an unserem Haus vorbeiführt, und darauf gewartet, dass sich diese unhaltbare Situation ändert. Jetzt scheint es ja endlich zu klappen."
Hein ist Besitzer eines Mietshauses (in dem er auch selbst wohnt) mit elf Wohnungen an der Arensbergstraße, die aus seiner Sicht das "Haupteinfalltor der Stadt von Süden her" ist. Vor allem am Morgen reiht sich Auto an Auto, deren Fahrer den vermeintlich schnellsten Weg vom südlichen Ende von Daun über dieses Schlupfloch beispielsweise in Richtung Behördenzentrum nehmen. Allerdings ist das schmale Sträßchen für viel Verkehr nicht ausgebaut, was Hein und die anderen Anwohner seit den 1980-er Jahren zu spüren bekommen.
Ursprünglich hatte der Ausbau der Bahnhofstraße für die Stadt Daun die höchste Priorität auf der Vorhabensliste 2010, aber es ist ungewiss, wann damit begonnen werden kann. Die Stadt hat sich mit einem Anlieger in einer Grundstücksangelegenheit nicht einigen können und hat deshalb ein Enteignungsverfahren auf den Weg gebracht (der TV berichtete). "Wegen der Unsicherheit bei der Bahnhofstraße wollen wir den Ausbau der Arensbergstraße vorziehen. Wenn der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zustimmt, werden die Aufträge ausgeschrieben", berichtet Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen.
In den vergangenen Jahren sind viele Gespräche geführt und mehrere Varianten durchgespielt worden, nun aber steht die Planung, der auch der städtische Bauausschuss zugestimmt hat.
Vorgesehen ist, dass durch den Ausbau der über die Arensbergstraße in die Stadt führende Verkehr komplett in Richtung Parkplatz Wirichstraße geleitet wird. Die derzeitige Möglichkeit, über die Arensbergstraße in Richtung Post zu kommen, gibt es nach dem Ausbau nicht mehr. Dieses Teilstück, das an Bernd Heins Haus vorbeiführt, wird Sackgasse.
Verändern wird sich die Verkehrsführung aus Richtung Innenstadt. Wie bisher können Autofahrer von der Lindenstraße/AOK auf den Wirich-Parkplatz fahren. Künftig wird es aber auch möglich sein, aus dieser Richtung stadtauswärts über die Arensbergstraße Richtung Bahnhofstraße zu fahren, was bisher nicht erlaubt war. Diese Variante wird allerdings zunächst nur probehalber eingerichtet. Jenssen: "Etwas Zeit wollen wir uns nehmen, um Erfahrungen zu sammeln, wie sich der Verkehr durch diese Änderung entwickelt." Die Kosten für den Ausbau der Arensbergstraße werden auf rund 350 000 Euro geschätzt.