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"Das war eine tolle Geschichte"

"Das war eine tolle Geschichte"

Über tausend Fans haben in Gerolstein die erfolgreichen Fahrer des Teams Gerolsteiner empfangen - zum letztes Mal. Bei vielen Besuchern schwingt großes Bedauern mit, dass nun das Kapitel Profi-Radsport in der Vulkaneifel abgeschlossen sein soll.

Rund 1500 Fans empfingen das erfolgreiche Gerolsteiner Team in der Brunnenstraße. TV-Foto: Helmut Gassen

Gerolstein. "Danke Gerolstein für zehn tolle Jahre! - Wir wären gern geblieben." Mit einem Spruchband verabschieden sich die Fahrer des Teams Gerolsteiner von ihren Fans in der Brunnenstadt. "Wir hätten euch gerne behalten" - das denken die meisten, die an diesem Tag auf den Parkplatz vor dem Rondell gekommen sind. Einige Stunden vor den Fahrern tummeln sich die ersten Fans vor der Bühne. Mitarbeiter des Gerolsteiner Brunnens sortieren noch die Autogrammkarten und erfüllen die ersten Wünsche nach Schlüsselbändern, Gerolsteiner-Modell-Trucks, cyanblauen Winkehänden und Tour-de-France-Postern. Ein großer blauer Bogen überspannt den Eingang zum Parkplatz, auf dem vor dem großen Tour-Truck ein Laufsteg aufgebaut ist - stilecht mit einer Umgrenzung aus Getränkekisten.

"Es ist einfach schade, dass sich Gerolsteiner zurückzieht", sagt Heide Walther, die mit ihrem Mann Peter aus Ludwigshafen gekommen ist. "Bei dem großen Erfolg, den die Mannschaft bei dieser Tour hatte, hätten sie auch weitermachen können."

Wie so viele an diesem Tag sind sie und ihr Mann große Radsportfans. "Es ist einfach schade. Wir waren von Anfang an dabei und waren auch schon drei Mal in Paris dabei", sagt Christel Kurzhals. Auch sie hat für "ihr" Team eine weite Anreise auf sich genommen und ist aus Wiesbaden hergefahren. "Aber das nehme ich gerne in Kauf, denn ich war bisher noch bei jedem Tour-Empfang dabei."

Viele der blauen Klatschhände recken sich dann in den wolkenverhangenen Himmel, als die Fahrer um kurz vor fünf Uhr auf der Bühne erscheinen. Mit viel Applaus werden Schumacher, Kohl, Wegmann und die anderen begrüßt. "Das ist schon toll zu sehen, was für eine Radsport-Begeisterung hier herrscht", sagt Kletterkönig Bernard Kohl, bevor er sich an den langen Tisch setzt, um mit seinen Mannschaftskollegen fleißig Autogramme zu schreiben. Über eineinhalb Stunden nehmen sich die Profis Zeit, um wirklich jeden Autogramm-Wunsch zu erfüllen. Angesichts der Begeisterung schwingt auch ein bisschen Wehmut mit bei Hans Peter Böffgen, Geschäftsführer der Tourismus- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Gerolsteiner Land. "Das war eine ganz tolle Geschichte - sowohl für die Ferienregion Gerolsteiner Land als auch für mich persönlich, weil ich mich auch sehr für den Radsport interessiere." Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwarz macht aber deutlich, dass auch ohne das Profi-Team nicht alles vorbei ist. "Wir sind in den vergangenen Jahren in die zehn beliebtesten Radregionen Deutschlands aufgestiegen. Es wird auf jeden Fall auch weiterhin Radsport in der Vulkaneifel geben."