Dat woar jut su!

GEROLSTEIN-ROTH. Der zwölfjährige Andreas Meis spricht am liebsten den Dialekt seines Heimatdorfs. Beim Eifeler Mundartwettbewerb der Kinder und Jugendlichen überzeugte er mit der Übersetzung und dem Vortrag einer Fabel in Rother Platt und wurde Kreissieger.

"Oss dat jut su?" fragte Andreas Meis vor kurzem seine Kunstlehrerin Jutta Richter, ob ihr sein Bild gefalle. "Mit Frau Richter spreche ich gerne Platt, weil sie aus Pelm ist und versteht, was ich meine", erzählt der Zwölfjährige im TV -Gespräch. Andreas Meis besucht die siebte Klasse der Regionalschule Gerolstein und ist bekannt dafür, dass er am liebsten Dialekt redet. Das hatte sich bis zu Rektor Günther Mehles herumgesprochen. Denn als das Jugendamt als Organisator des Vorlesewettbewerbs um Meldungen für den Mundartwettbewerb bat, sprach der Schulleiter den Jungen persönlich an. Die Teilnehmer erhielten den Text der Romulus-Fabel "Das Pferd und der Esel" mit dem Auftrag, ihn in ihren Heimat-Dialekt zu übersetzen und ihn am Wettbewerbstag vorzutragen. Andreas' Mutter Brigida Meis und seine Oma Anna Hoffmann halfen beim Übersetzen. Nun war keine Rede mehr davon, dass das Pferd "mit silbernem Zaumzeug und einem teuren Sattel herausgeputzt" war. "Rusjebutzt woar et mot em silberen Zom un em däeren Saddel", lautet die Stelle in der Version des Siebtklässlers. Mit dem Ausdruck "Zom" habe bei der Generalprobe in seiner Klasse niemand etwas anfangen können, erzählt Andreas. Aber gerade auf solche echten alten Mundartwörter achteten die beiden Jurorinnen Marianne Trappen und Wilma Herzog besonders. Bewertet wurde auch der Klang beim Vortrag, und der sei bei Andreas besonders authentisch, meinte die Jury. Auch wenn er jetzt kreisweit als Sieger im Mundartwettbewerb bekannt ist, so ist das für ihn "ke Schront, die Nas hie ze recken un ob annere runner ze kicke". So hat Andreas nämlich die Lehre der Fabel übersetzt, die sagen will, dass Glück kein Grund ist, die Nase hoch zu halten und auf andere herab zu schauen. Andreas Meis spielt in seiner Freizeit Fußball bei der JSG Dorsa, in der Schule ist Sport sein Lieblingsfach, und im TV favorisiert er den Sportteil. Beruflich will er in die Fußstapfen seines Vaters treten. "Ich möchte Landmaschinenmechaniker werden", sagt er. Andreas' Mitstreiter beim Mundartwettbewerb waren Philipp Burggraf (Gelenberg), Katharina Hoffmann (Hallschlag), Tobias Jaax (Dreis-Brück), Maria Kröffges (Dockweiler), Matthias Meis (Kalenborn-Scheuern), Daniel Möller (Feusdorf), Julia Roden (Manderscheid) und Thomas Sungen (Schutz).

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