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Daun bekommt private Lehr- und Forschungseinrichtung für junge Menschen

Stadtentwicklung : Der bunte Turm von Daun

Auf dem Gelände der vor fünf Jahren geschlossenen Brotfabrik in der Kreis­stadt soll eine sogenannte Junior Uni entstehen, eine private Lehr- und Forschungseinrichtung für junge Menschen zwischen vier und 20 Jahren. Hinter dem Projekt steht die Lepper-Stiftung, die nun Details präsentiert hat.

Die Adresse Alter Weg in Daun wurde viele Jahre lang mit der Brotfabrik, in der Backwaren produziert wurden, in Verbindung gebracht. Besonders begehrt waren die Berliner aus der Eifel, aber dieses Kapitel städtischer Wirtschaftsgeschichte wurde vor fünf Jahre mit der Schließung der Fabrik geschlossen.

Künftig wird auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen, direkt an der Bundesstraße 257 gelegenen Gelände „geistige Nahrung“ im Mittelpunkt stehen. Denn dort soll eine sogenannte Junior Uni entstehen, aber nicht nur das: „Das Areal wird sich in einen attraktiven und belebten Ort verwandeln, dessen Park- und Grünanlagen sowie Kinderspielplatz auch von Anwohnern genutzt werden können“, stellt die Lepper-Stiftung (siehe Info), die hinter dem Projekt steht, in Aussicht. Die Vulkaneifel mit ihren natürlich geformten Maaren sei als Inspirationsquelle für Gebäude- und Freiraumplanung ausschlaggebend gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung. So würden sich die Gebäude der Junior Uni Daun „perfekt in die Landschaft einfügen, ohne diese zu dominieren oder das höher gelegene Regina-Protmann-Seniorenhaus zu verdecken.“ Ingesamt fünf Gebäude sollen auf dem ehemaligen Fabrikareal entstehen: zwei zweistöckige, ein dreistöckiges, ein vierstöckiges und ein achtstöckiges.

Die Idee für die Junior Uni ist nicht neu, sie wird nach dem Vorbild der gleichnamigen Einrichtung in  Wuppertal errichtet. Als die  Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Doris G. Lepper, und ihr Mann, der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Peter Lepper, die Junior Uni in Wuppertal zum ersten Mal besuchten, waren sie von diesem bundesweit einmaligen Konzept sehr angetan und entschlossen sich, eine solche Institution in Zusammenarbeit mit den Machern aus der Stadt in Nordrhein-Westfalen auch in Daun auf den Weg zu bringen.

Dazu wurde das Wuppertaler Architektenbüro GNA (Josef Niedworok und Anja Schacht) in Zusammenarbeit mit Hans Christoph Goedeking mit dem Entwurf des Projekts beauftragt.  Das Team um Hans Christoph Goedeking hat das sehr farbenfohe Gebäude der Junior Uni Wuppertal entworfen. Das soll auch das Hauptgebäude im Alter Weg werden, also quasi der bunte Turm von Daun, mit besten Aussichten, ein weiteres Wahrzeichen der Kreisstadt zu werden.

Vor einigen Tagen ist das Vorhaben den Mitgliedern des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses der Stadt Daun vorgestellt worden. Der für die Bebauung notwendige Änderungsantrag wurde vom Ausschuss einstimmig angenommen. In den Sitzungsunterlagen finden sich Details zum weiteren Ablauf: Angestrebt wird ein Baustart im Frühjahr/Sommer 2021, die Eröffnung soll im Sommer/Herbst 2022 erfolgen. Die geschätzten Gesamtkosten für das Vorhaben, das zu 100 Prozent von der Stiftung finanziert und getragen wird, sollen sich auf etwa sechs bis sieben Millionen Euro belaufen. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat Daun. Der trifft sich am Donnerstag kommender Woche, in der Sitzung wird das Projekt der Lepper-Stiftung auch in der größeren Runde noch einmal vorgestellt.

Der Modellbau zeigt, wie sich die Junior Uni in die Landschaft einfügt. Besonders das Hauptgebäude sticht mit seinem farbenfrohen Design heraus und setzt damit einen städtebaulichen Akzent. Foto: TV/GNA Architekten Wuppertal
Ein echter Blickfang: das Gebäude der Junior Uni in Wuppertal. Foto: TV/Junior Uni Wupperal

An der Junior Uni sollen Kinder und Jugendliche zwischen vier und zwanzig Jahren – ohne Notendruck und unabhängig von Sozial- und Bildungshintergrund – vor allem in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), aber auch in den Gebieten Kunst und Kultur (Musik, Tanz, Theater) lernen und forschen können.