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Daun: Fliegerbombe entdeckt - Evakuierung und Entschärfung am Sonntag

Explosiver Fund : Alte Fliegerbombe in Daun entdeckt: Entschärfung am Sonntag

In Daun ist auf einer Baustelle eine fünf Zentner schwere Fliegerbombe gefunden worden. Die Entschärfung ist für Sonntag, 10. Oktober, 11 Uhr terminiert. Evakuiert werden muss auch das Regina-Protmann-Seniorenheim.

Seit Mitte des Jahres wird auf dem Gelände der früheren Brotfabrik in Daun gebaut. Auf dem Areal, das sich direkt neben der viel befahrenen Umgehungsstraße (Teil der Bundesstraße 257) befindet, entsteht die sogenannte Junior-Uni, eine Lehr- und Forschungseinrichtung für Menschen zwischen vier und 20 Jahren. Die Gesamtkosten für die Realisierung des Vorhabens werden auf etwa zehn bis zwölf Millionen Euro geschätzt, finanziert von der Stiftung des Dauner Unternehmers Peter Lepper und seiner Frau Doris G. Lepper.

Dort mussten die Arbeiten am Mittwoch gestoppt werden, denn ein Baggerfahrer hat eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, ein Relikt des Bombenangriffs auf Daun an Heiligabend 1944. Die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz waren nach Mitteilung der Verbandsgemeinde-Verwaltung Daun bereits vor Ort.

Die Bombe mit vermutlich zwei Zündern befinde sich in einem abgesperrten und bewachten Bereich. Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Krisenstab gebildet. Thomas Scheppe, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, stellt klar: „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“

 Entschärft werden soll die Bombe am kommenden Sonntag, 10. Oktober. Die Feuerwehr wird am Freitag und Samstag Flugblätter an die betroffenen Haushalte verteilen. Parallel werden die Anwohner per Lautsprecherdurchsagen verständigt.

Im Radius von 300 Metern des Fundortes müssen alle Anwohner für die Dauer der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Bis 10 Uhr müssen alle Anwohnerinnen und Anwohner im Umkreis von 300 Metern um den Fundort der Bombe vorsichtshalber evakuiert werden.

Betroffen davon ist auch das Seniorenheim Regina Protmann, das oberhalb der Baustelle liegt. Dessen Leiter Michael Förster berichtet, dass rund 170 Bewohner betroffen sein werden. „Zehn Bewohner werden ins Krankenhaus und weitere ins Regina-Protmann-Stift nach Kelberg gebracht. Etwa 110 werden im Kunden- und Logistikzentrum im Dauner Stadtteil Boverath, das von der Firma Technisat zur Verfügung gestellt wird, betreut.“ Die VG-Verwaltung geht zudem darüber hinaus davon aus, dass etwa 350 Personen zeitweilig ihr Heim verlassen müssen.

Polizei, Landesbetrieb Mobilität, Bauhof Stadt Daun, DRK und Energieversorger bereiten den Einsatz am Sonntag vor. Und natürlich die Feuerwehr: „Die Dauner Wehr wird am Sonntag, ab 9 Uhr in Alarmbereitschaft sein. Das heißt alle Mann an Bord“, kündigt VG-Wehrleiter Thomas Simonis an.

Um 11 Uhr wird es ernst: Dann wollen Kurt Mazzucco und seine Kollegen vom Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung beginnen. Er geht von 30 bis 60 Minuten aus, bis die Weltkriegs-Altlast unschädlich gemacht worden sein sollte.