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Daun, Gerolstein und Hillesheim sagen Weihnachtsmärkte wegen Corona ab

Corona-Pandemie : Daun, Gerolstein und Hillesheim sagen Weihnachtsmärkte wegen Corona ab

Glühwein trinken, Leute treffen und sich durchs Gedränge schieben? Deshalb haben die Städte Daun, Hillesheim und Gerolstein mit Blick auf die Corona-Pandemie ihre Adventsveranstaltungen für dieses Jahr abgesagt.

Schlechte Nachrichten für alle Glühweinliebhaber: Als Reaktion darauf, dass der Kreis Vulkaneifel mittlerweile Corona-Risikogebiet ist, wird es in den drei Städten keine Weihnachtsmärkte geben.

Noch bis vor wenigen Tagen wurde in Daun noch über eine Alternative zum bisherigen Standort auf dem Burgberg nachgedacht. „Dort wären die Abstandsregeln ohnehin nicht durchzusetzen“, sagt Wolfgang von Wendt, Geschäftsführer des Gewerbe- und Verkehrsvereins Daun.

Rüdiger Herres, der in der Verbandsgemeindeverwaltung für die Jugendpflege zuständig ist und den Markt, der in der Kreisstadt „Adventsleuchten“ heißt, gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen organisiert, hat noch über einen Standort im Kurpark nachgedacht. Aber diese Option hat sich mit Blick auf die stark gestiegenen Infektionszahlen in der Vulkaneifel nun ebenfalls erledigt:  „Wir haben uns entschlossen, den Weihnachtsmarkt abzusagen“, teilt Herres mit. Auch auf einem größeren Gelände bliebe das Risiko zu hoch: „Wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit unserer ehrenamtlichen Helfer und auch der Gäste.“

So sieht man das auch in Gerolstein. Die Stadt verzichtet ebenfalls auf ihren winterlichen Budenzauber. „Es wird in diesem Jahr nicht den bekannten Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende geben“, sagt Gewerbevereinsvorsitzender Hans-Hermann Grewe. Aber ganz will man in der Brunnenstadt dennoch nicht auf Weihnachtszauber verzichten. Grewe verspricht: „Wir werden dafür sorgen, dass in der Stadt Weihnachtsstimmung aufkommt.“ So startet mit Beginn der Adventszeit sowohl die Rubbellos-Aktion, bei der jeder Kunde in den teilnehmenden Geschäften ein Los erhält, als auch die traditionelle Weihnachtstombola mit rund 1000 Preisen, für die man Lose zum ­Stückpreis von 50 Cent in Gerolstein erwerben kann.

Weitere Maßnahmen: Es würden mehr Tannenbäume in Gerolstein aufgestellt werden, Weihnachtsmusik vom Band zu hören sein, festliche Beleuchtung installiert und über dem Rondellvorplatz ein LED-Sternenhimmel aufgespannt werden. Und darüber hinaus kündigt Grewe an, dass am dritten und vierten Adventswochenende vier Büdchen mit Essen und Trinken aufgestellt werden. Mehr aber nicht.

„Es soll kein Menschenauflauf entstehen, doch ein bisschen Weihnachtszauber muss schon sein. Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass in diesem Jahr viele Menschen nicht so gerne zum Weihnachtseinkauf in die Großstädte fahren“, sagt Grewe. Und wer vor Ort sein Weihnachtsshopping mache, solle auch was zu essen bekommen und einen Glühwein trinken können.

Ob der Plan aber tatsächlich so umgesetzt werden kann, sei, sagt Grewe, letztendlich von der weitere Entwicklung der Pandemie abhängig: „Falls die Corona-Zahlen weiterhin so rasant wie im Moment steigen und der Kreis nach wie vor als Risikogebiet eingestuft ist, werden wir auch auf dieses kleine Weihnachts-Event verzichten.“

Die Werbegemeinschaft Hillesheim hätte ihren Hallen-Weihnachtsmarkt ohnehin nicht durchführen können. In der Markthalle ist seit dem Frühjahr die Corona-Ambulanz der Stadt untergebracht und anhand des derzeitigen Infektionsgeschehens wird sie dort wohl bis weit in das kommende Jahr hinein auch bleiben. Daher habe man sich in Hillesheim Gedanken gemacht, einige Weihnachtsmarktstände über die ganze Innenstadt zu verteilen, sagt Pressewart Jochen Hank.

Geplant waren Buden vor dem Rathaus, auf dem Graf-Mirbach-Platz, dem Augustinerplatz, an der Stadtmauer und an weiteren Stellen. „Durch ein Entzerren der Stände und Buden werden sich die Besucher verteilen und Gruppenansammlungen vermieden“, erläuterte die Vorsitzende Jessica Klein ihr Konzept.

Dicht an dicht: So feierten die Besucher des Dauner Adventsleuchtens 2019 auf dem Burgberg. Das geht wegen der Corona-Auflagen dieses Jahr nicht. Foto: Alwin Ixfeld
Die Krippe mit ihren lebensgroßen Holzfiguren hat Premiere beim Gerolsteiner Weihnachtsmarkt. Jahr für Jahr sollen dank Sponsoren weitere Figuren hinzukommen. Foto: Vladi Nowakowski

Doch auch Hillesheim wird den Weihnachtsmarkt nicht realisieren. „Soeben kam die Nachricht vom Vorstand, dass die Veranstaltung abgesagt wird“, berichtet Jochen Hank am Donnerstagmorgen. Nichts zu machen. Sicherheit geht vor.