Verkaufsoffener Sonntag : Daun spielt – auch wenn das Wetter nicht mitmacht

Trotz niedriger Temperaturen und Nieselregen sind viele Besucher zum ersten verkaufsoffenen Sonntag seit beinahe zwei Jahren gekommen.

Das Wetter sei ihnen egal, sagt ein älteres Ehepaar. „Dafür gibt es ja Regenschirme, und in den Geschäften ist es ja trocken.“ Und wer wisse schon, ob die Einzelhändler nicht bald wieder schließen müssten, fügt der Mann hinzu. Seit gestern liege die Inzidenzzahl über 35 – es zeichne sich ab, dass die Kurve erneut nach oben gehe. „Deswegen nutzen wir heute die Chance für einen Einkaufs­bummel am Sonntag.“ Die Geschäfte öffnen für die Kunden um 13 Uhr – ab diesem Zeitpunkt füllt sich die Stadt zusehends. Aber „Daun spielt“ hat ja noch mehr zu bieten: Zahlreiche Vereine, Ehrenamtliche, Selbsthilfegruppen und gemeinnützige Initiativen stellen sich und ihre Arbeit vor. An allen Ecken warten Mitmach­aktionen und Spiele­angebote und werden von den Besuchern – vor allem den Kindern – gerne angenommen. 

Ein Spektakel fehlt allerdings: Das vom Service Club Round Table 168 Daun ausgerichtete Bälle­rennen in der Innenstadt wurde auf die virtuelle Schiene verlegt. Um der Corona-Schutzverordnung zu genügen, gibt es das Rennen auf einem Bauernhof außerhalb Dauns, und es wird via Livestream im Internet übertragen. Damit aber auch wirklich alle einen oder mehrere mögliche Sieger­bälle ergattern können, verkaufen die Lose wie immer alle teilnehmenden Geschäfte. Der gesamte Erlös geht in diesem Jahr an die Opfer der Flutkatastrophe. 

 Nass, kühle zwölf Grad und dennoch gut besucht: Wegen der Pandemie war „Daun spielt“ der erste verkaufsoffene Sonntag seit fast zwei Jahren.
Nass, kühle zwölf Grad und dennoch gut besucht: Wegen der Pandemie war „Daun spielt“ der erste verkaufsoffene Sonntag seit fast zwei Jahren. Foto: Vladi Nowakowski

Es füllen sich auch die Geschäfte, während die Kinder (und ja, auch ihre Väter) sich mit einem Elektrobagger in einer Sandkiste austoben, in einem echten Segelflugzeug des Segelflugvereins Vulkaneifel auf dem Platz vor dem Dauner Forum Pilot spielen dürfen und die Schlangen vor den Eissalons – bei zwölf Grad Außentemperatur – und den Frittenbuden immer länger werden.

Rolf Krolczik, gemeinsam mit seiner Ehefrau Inhaber des Landhauses Daun, sieht das gerne. Er sagt aber auch, dass sich das Kaufverhalten der Kundschaft seit der Corona-Krise grundlegend verändert habe: „Einkäufe werden zunehmend im Internet getätigt, wer will es den Leuten auch verdenken.“ Das Geschäft sei ab Sommer nur verhalten gelaufen, erzählt Krolczik, der exklusive Wohn-Accessoires anbietet. „Und auch an diesem Verkaufs­offenen Sonntag bleiben die Kunden zurückhaltend.“ Seiner Meinung nach habe die Pandemie auch für höhere Preise bei den Endprodukten gesorgt: „Vertriebswege sind noch nicht vollständig wieder­hergestellt, die Preise für Roh­materialien sind hoch wie nie.“ Viele Kunden hätten zudem ihre Jobs verloren, das Geld sei knapp. „Wir wollen hoffen, dass es bald wieder aufwärts geht“, sagt er.