TV-Interview „Der Kreis muss sich einbringen!“

Günter Leyendecker, Prokurist im Krankenhaus Maria Hilf Daun, äußert sich zum aktuelle Stand der Dinge in Sachen Lehrkrankenhaus.

Herr Leyendecker, wie werten Sie die Bereitschaft des Kreises, sich ebenfalls finanziell (Stipendium) einzubringen?

Günter Leyendecker: Wir planen seit Juli 2020 gemeinsam mit der Kreisverwaltung Vulkaneifel an einem möglichen Konzept, selber Medizinstudenten über die medizinische Universität Hamburg, Campus Neuhaus auszubilden. Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Kreis ist das Projekt nicht möglich.

Weshalb möchten Sie, dass das Krankenhaus Daun Lehrkrankenhaus wird?

Leyendecker: Seit 2002 haben wir erkannt, dass wir einen akuten Ärztemangel bekommen. Wir haben die Situation damals allen wichtigen Stellen schriftlich angezeigt. Die Antwort vom Ministerium, „es würden mehr Medizinstudenten gegenüber den Vorjahren studieren.“ Im Jahre 2008 hatten wir bei einer Ausschreibung einen Antrag auf „Akademisches Lehrkrankenhaus an der Uni-Medizin in Mainz“ gestellt. Leider wurde der Antrag abgelehnt. Beim Nachfragen wurde uns mitgeteilt, dass es den Studenten nicht zuzumuten wäre, von Mainz bis nach Daun zu kommen. Simmern im Hunsrück hat damals den Zuschlag erhalten. Wir unterstützen seit Jahren viele Medizinstudenten aus der Region bei ihren Famulaturen, die Voraussetzungen für ein Lehrkrankenhaus sind 2008 schon geprüft worden und für o.k. befunden worden. Es wäre eine weitere Aufwertung des Krankenhauses Daun, akademisches Lehrkrankenhaus zu sein.

Wie hoch wird Ihr Einsatz sein, um dies zu bewerkstelligen (finanziell, zeitlich, personell)?

Leyendecker: Für das Krankenhaus muss vieles organisiert werden. Wir müssen Kooperationsverträge mit medizinischen Einrichtungen schließen, die wir nicht führen. Die praktische Ausbildung, Wohnraumstellung etc. muss geregelt sein. Eine Zertifizierung folgt. Das heißt, wir werden geprüft, ob wir alle Voraussetzungen erfüllen. Der zeitliche Aufwand wird erheblich sein. Finanziell können wir noch keine Aussagen treffen.

Wann soll es losgehen?

Leyendecker: Die Verträge von der Universität Hamburg, Campus Neuhaus, liegen unterschriftsreif vor. Es fehlt die Zusage der finanziellen Unterstützung des Kreises. Er muss sich einbringen, wenn er das Thema Ärztemangel angehen will. Und dies ist dabei nur ein Baustein.  Zeitlich wäre der Start ab 2022 möglich.

Wie viele Studierende sollen in der Regel in Daun tätig sein?

Leyendecker: Das ist noch offen von der Finanzierung.

Wie viele Plätze werden für angehende Mediziner aus der Vulkaneifel reserviert?

Leyendecker: Wir gehen beim Start vorerst von zwei Plätzen aus, deren Aufwendungen muss der Kreis dann aber auch übernehmen. Eine Erhöhung ist nicht ausgeschlossen.

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