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Dauner Amtsarzt zieht eine Corona-Bilanz

Corona-Pandemie : Corona: Sinkende Zahlen, ernste Lage

Der oberste Amtsarzt Volker Schneiders zieht bei der regelmäßig abgehaltenen Besprechung zur Pandemie-Lage Bilanz

Der Vulkaneifelkreis ist auf der Übersichtskarte der Inzidenzwerte in Deutschland inzwischen nicht mehr rot, sondern dunkelgelb eingefärbt. Die Anzahl der Infektionen sinkt – jedoch leider viel zu langsam, von Entspannung kann keine Rede sein. „Der Verlauf entspricht dem bundesweiten Trend“, sagt Volker Schneiders in einer Online-Schalte, der auch der erste Kreisbeigeordnete Alois Manstein beiwohnt. „Offensichtlich könnten die Lockdown-Maßnahmen in der Fläche greifen.“ Doch die Gefahr eines erneuten Anstiegs sei nicht gebannt.

„Es kann immer die Situation auftreten, dass es zu einem Ausbruch in einer Schule oder in einem Altersheim kommt“, gibt Schneiders zu bedenken. Erst in der Nacht von Montag auf Dienstag sei im Alten- und Pflegeheim Haus Helena in Mehren ein zweiter Bewohner an Corona verstorben.

Aktuell seien 201 Menschen im Kreis erkrankt, 14 würden stationär behandelt und der Sieben-Tage-Inzidenzwert pro 100 000 Einwohner liege nun bei 72,6 Krankheitsfällen, berichtet Schneiders. Noch vor rund zehn Tagen meldete die Kreisverwaltung einen Inzidenzwert von 131,9. „Es war richtig, im November die Reißleine zu ziehen“, sagt der Dauner Amtsarzt. „Es deutete einiges darauf hin, dass ansonsten die Kapazität der Intensivbetten an ihre Grenzen gestoßen wäre.“

Wie die aktuelle Lage in den Krankenhäusern ist, beantwort Schneiders nach einem kurzen Blick auf sein Mobiltelefon: „In der Gerolsteiner Klinik befindet sich zurzeit ein Corona-Patient auf der Intensivstation, weitere Erkrankte liegen in der Covid-Station und müssen nicht intensivmedizinisch behandelt werden.“ Im Dauner Maria-Hilf-Krankenhaus seien Infizierte in der Isolierstation untergebracht, Intensivbetten seien bisher nicht durch an Covid-19 Erkrankte belegt.

„Die Kapazitäten im Kreis sind also nicht erschöpft“, sagt Volker Schneiders. Die vorgesehenen Lockerungen zu Weihnachten sieht Schneiders vorsichtig positiv: „Es ist richtig, Weihnachten für ein familiäres Beisammensein – und ich sage hier ausdrücklich nicht „Familienfeste“ - zu öffnen.“ Die Gefahr einer Verbreitung des Virus sei dadurch leicht minimiert, weil Schulferien herrschten. „Aber danach und im Januar werden wir uns kein phlegmatisches Vorgehen leisten können.“

Wichtig sei die am Dienstag vom Land beschlossene Beschränkung der Besucherzahlen in den Seniorenheimen, sagt Schneiders. „Es dürfen je Tag nur noch zwei Angehörige aus einem Hausstand hinein. Damit soll verhindert werden, dass bei dem derzeit immer noch zu hohen Inzidenzwert der Virus von außen hereingetragen wird.“

Die Umsetzung der Pläne für Impfzentren nehme inzwischen konkrete Gestalt an, berichtet der Amtsarzt. In der Hillesheimer Markthalle, in der bereits eine Corona-Ambulanz und ein Testzentrum untergebracht sind, könnten täglich bis zu 1000 Menschen geimpft werden. „Wir sind in dieser Sache in intensiven Gesprächen mit dem Land, da noch Einzelheiten abgeklärt werden müssen.“

Dabei ginge es beispielsweise um Haftungs- und Personalfragen. Auch mobile Impf-Teams, die unter anderem in Altersheimen arbeiten sollen, werden organisiert. „In dieser Sache sind wir ebenfalls im Dialog mit den Landesbehörden“, sagt Schneiders. Eine Impfung auch der Nicht-Risikogruppen, also der „normalen“ Bevölkerung, könne er sich im Zeitraum vor Ostern vorstellen, sagte Schneiders dem Trierischen Volksfreund bereits vor einigen Tagen.