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Dauner Geburtshilfe: Gegner der Schließung gehen auf die Straße

Gesundheitswesen : Dauner Geburtshilfe: Gegner der Schließung gehen auf die Straße

Das angekündigte Aus für die Geburtshilfe zieht immer weitere Kreise. Am Mittwoch wird ein Protestmarsch in Daun stattfinden und es ist eine Online-Petition gestartet worden – mit großer Resonanz.

„ich war so sauer und enttäuscht, als ich gehört habe, dass die Geburtshilfe-Station des Dauner Krankenhauses geschlossen werden soll“, sagt Melanie Steffes-Binz aus Mückeln. „Es wird doch so viel getan, damit junge Familien hier bleiben oder hierher ziehen, und dann wird die Geburtshilfe geschlossen? Das kann doch wohl nicht wahr sein.“ Sie hat vor sieben Monaten ihr zweites Kind bekommen und sich für die Entbindung ganz bewusst für Daun entschieden, „auch wenn es von Mückeln zum Krankenhaus in Wittlich auch nicht so weit ist.“ Sie habe nur gute Erfahrungen in Daun gemacht.  Die 41-Jährige hat sich entschlossen, für den Erhalt der Geburtshilfe in Daun zu kämpfen und nach Absprache mit Mitstreitern stellvertretend eine Online-Petition gestartet.

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Zur Begründung heißt es dort unter anderem: „Der Wegfall der Geburtshilfestation wäre ein großer Rückschlag, da einige weite Wege von mehr als 50 Kilometer auf sich nehmen müssen. Und um zu zeigen, dass es uns nicht egal ist, wenn die ländlichen Regionen verwaisen. Und das auch für uns eine flächendeckende medizinische Versorgung wichtig ist.“ Von der großen Resonanz ist Melanie Steffes-Binz „fast überrollt“  worden, „aber ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Anliegen so Fahrt aufgenommen hat.“ Bis Freitagnachmittag sind bereits an die 4000 Unterschriften zusammengekommen.

In der Tat tut sich mittlerweile einiges, was das Engagement für den Fortbestand der Geburtshilfe angeht. So lädt die Interessengemeinschaft Geburtshilfe Daun für den kommenden Mittwoch, 21. November, zu einem Protestmarsch durch die Kreisstadt ein. Los geht es um 16 Uhr, die Strecke führt vom Laurentiusplatz bis zum Krankenhaus.

Unterstützung für den Erhalt der Geburtshilfe kommt auch vom Kreisverband von Bündnis 90/Grüne. Es könne nicht sein, dass Frauen zur Entbindung einen Anfahrtsweg von etwa einer Stunde in die Krankenhäuser nach Wittlich, Bitburg, Trier, Mayen, Bad Neuenahr oder Mechernich in  Kauf nehmen müssten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Andere Lösungsansätze seien gefragt, wie zum Beispiel ein Geburtshaus im Kreis. Bis dahin müsse die Geburtshilfe im Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun aufrechterhalten werden.

Ein gut gefülltes Haus dürfte es in der Kreisverwaltung in Daun am Montag. Um 17 Uhr kommt der Kreisausschuss zusammen, um über dieses derzeit alles beherrschende Thema zu diskutieren. beraten.

Der Zugang zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-geburtshilfe-im-krankenhaus-maria-hilf-daun