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Dauner Stadtteil Pützborn bekommt neues Bürgerhaus

Dorfentwicklung : Pützborn packt an bei Bürgerhaus-Projekt

Das in die Jahre gekommene Gemeindehaus im größten Dauner Stadtteil Pützborn wird voraussichlich Ende März abgerissen. Ein neuer Treffpunkt kostet knapp 800 000 Euro und entsteht an gleicher Stelle.

 Wenn Wahlen anstanden – wie zuletzt Ende November und Mitte Dezember vergangenen Jahres – war das Bürgerhaus in Pützborn Anlaufstelle für die wahlberechtigten Bürger des größten Stadtteils Daun, die keine Briefwahl gemacht hatten.

Für die Landtagswahl Mitte März werden sie sich aber in ein Ausweich-Wahllokal begeben müssen, weil das Gebäude im Ortskern dann nicht mehr genutzt werden kann. Denn bis dahin soll es schon komplett entkernt und damit fertig sein für den Abriss, der für Ende März vorgesehen ist.

Über das Projekt ist gut 30 Jahre diskutiert worden, bis man sich letztlich für den Abbruch des alten und den Bau eines neuen Bürgerhauses entschied. Den Großteil der geschätzten Kosten von etwa 780 000 Euro steuert das Land aus seinem Dorferneuerungsprogramm bei: 496♦100 Euro.

Allerdings gibt es die nicht auf einmal, sondern verteilt auf mehrere Jahre. „Für dieses Jahr sollen 100 000 Euro fließen“, erklärt der Pützborner Ortsvorsteher Johann „Hennes“ Strunk, für den das Vorhaben ein Dauerbrenner in seiner kommunalpolitischen Laufbahn ist, befasst er sich doch schon mehr als 20 Jahre damit. Das aktuelle Gebäude wurde Mitte der 1950er-Jahre als Gefrierhaus errichtet und später zum Bürgerhaus umgebaut.

Mit 60 Sitzplätzen war es mittlerweile aber für viele Veranstaltungen zu klein und auch die Bausubstanz durchweg marode.

2019 sorgte das Projekt noch einmal für hitzige Diskussionen, als die Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel den für den Neubau des Bürgerhauses erforderlichen Kredit nur genehmigen wollte, wenn der Stadtrat die Grundsteuer erhöhen würde. Was der vor der Kommunalwahl noch ablehnte, in neuer Besetzung aber dann doch zustimmte. Rund 780♦000 Euro soll das neue Bürgerhaus kosten, „eine konkretere Summe haben wir, wenn die Ergebnisse der Ausschreibungen vorliegen, die derzeit vorbereitet werden“, sagt Strunk, der damit rechnet, dass die Baugenehmigung bald vorliegen wird.

Am 13. Dezember war das Bürgerhaus nochmal als Wahllokal genutzt worden, aber gleich danach begann die Entkernung. „Wir sind dabei auch schon recht weit vorangekommen“, berichtet der Ortsvorsteher. „Fast 200 Stunden an Eigenleistungen stehen bereits zu Buche.“

Die Pützborner haben sich verpflichtet, mit anzupacken bei der Realisierung des Vorhabens. „Die Entkernung läuft praktisch komplett in Eigenregie, aber auch beim Neubau werden wur uns einbringen, beispielsweise durch Malerarbeiten.“

Alles muss raus: Ortsvorsteher Johann Strunk freut sich, dass die Entkernung des Gebäudes schon recht weit vorangeschritten ist. Foto: TV/Stephan Sartoris
Dieses Schild hat ausgedient: Im aktuellen Bürgerhaus des größten Dauner Stadtteils wird es kein Wahllokal mehr geben. Foto: TV/Stephan Sartoris

Vorgesehen ist laut Strunk ein Eigenanteil des Orts, der sich auf 50 000 Euro belaufen soll. „Wir liegen gut im Zeitplan, ich gehe davon aus, dass wie vorgesehen Ende März der Abriss erfolgen kann.“ Wenn im September der Bundestag neu gewählt wird, werden die Pützborner noch kein Wahllokal im neuen Bürgerhaus (mit künftig 80 Quadratmeter Nutzfläche) haben, denn es soll voraussichtlich Ende des Jahres fertig werden.