Dauner Taler und GeroBons sind im Kommen

Dauner Taler und GeroBons sind im Kommen

Die Vulkaneifel hat eine eigene Währung: In Daun, Gillenfeld, Ulmen, Gerolstein oder Birresborn haben Geschäftsleute ein eigenes Zahlungsmittel geschaffen. Damit soll der Einkauf am Ort ankurbelt werden. Als Geschenkidee ist die Währung schon mal gut angekommen.

Daun/ Birresborn/ Gerolstein/ Gillenfeld/Ulmen. Es ist gar nicht so selten, dass bei den Dauner Geschäftsleuten gar nicht mit dem Euro bezahlt wird. Stattdessen legen die Kunden den Dauner Taler auf die Theke und bezahlen damit ihren Einkauf. Vor neun Jahren hat der Gewerbe- und Verkehrsverein (GVV) Daun den Taler eingeführt und der hat nicht nur seinen Siegeszug angetreten, sondern auch viele Nachahmer in der Region gefunden. Ob "Heiermann" in Birresborn, "Maarhexen-Gold" in Ulmen, GeroBon in Gerolstein oder der "Gillenfelder Groschen", alle haben sie einen Zweck, nämlich die Kunden mehr an den jeweiligen Einkaufsort zu binden.
"Der Dauner Taler ist eine Motivation, bei uns zu kaufen und wir haben damit unsere eigene Währung. Wir waren die Ersten, wir sind die Pioniere gewesen, alle anderen haben sich an uns angelehnt", sagt Hans-Dieter Wilhelm stolz. Und er ergänzt: "Die anderen haben auch nicht so ein Angebot wie wir hier in Daun". Immerhin, der Dauner Taler musste schon mehrfach nachgeprägt werden, so groß ist die Nachfrage. Angefangen hat der GVV mit 2000 Stück, heute sind 6500 im Umlauf.
Im kleinen Maarstädchen Ulmen sind im vergangenen Jahr die Maarhexen zum Zahlungsmittel auserkoren wurden, aber Marian Chruscz, Vorsitzender des Ulmener Gewerbevereins, versichert hoch und heilig, dass man sich beim großen Bruder in Daun nichts abgeschaut hat. "Wir haben nicht abgekupfert, ich wollte in Daun schon immer eine Fünf-Euro-Münze zum Verschenken haben", sagt er. Das ist einfach zu erklären, der Chef des Hauses der Gesundheit ist sowohl im Dauner Gewerbeverein als auch im Ulmener Gewerbeverein dabei. "Ich habe das auch nicht nur als Vorsitzender des Gewerbevereins Ulmen, sondern auch vom Vorstand der Gesundland Genossenschaft gesehen. Mein Hauptziel und Konzept war es, dass wir jetzt im GesundLand Vulkaneifel in den drei Hauptorten Bad Bertrich mit dem Zwei-Euro-Bachus, in Ulmen mit dem Maarhexen-Gold und Daun mit dem Dauner Taler eine Zwei-, Fünf- und Zehn-Euro-Münze zum Verschenken und bezahlen haben", erklärt Chruscz. Das Maarhexen- Gold im Wert von Fünf Euro wurde in einer Auflage von 2500 Stück geprägt, zurzeit sind rund 1000 Stück im Umlauf.
84 Betriebe machen mit


Chruscz würde die Sache mit der Ersatzwährung sogar noch weiter ausbauen. "Ich würde es gerne sehen, dass die Kunden etwa in Daun mit dem Maarhexen-Gold und die Dauner in Ulmen mit dem Dauner Taler bezahlen können. Ich selbst nehme übrigens in meinen Unternehmen in Ulmen den Dauner Taler schon immer an und verschenke ihn dann an meine Kunden." Und ist Chruscz zufrieden mit dem Maarhexen-Gold? "Das Maarhexen-Gold ist zum Selbstläufer geworden." Insgesamt 34 Gewerbevereinsmitglieder unterstützen die Aktion.
In Birresborn hat der Verkehrs- und Gewerbeverein Birresborn im Dezember 2015 den "Heiermann", ein Begriff, den man noch von früher für das Ein Mark Stück kannte, mit einer Auflage von 1000 Stück unters Volk gebracht. Dabei handelt es sich um eine Münze, die dem alten Fünf-Mark-Stück nachempfunden ist und auf der Rückseite das Birresborner Wappen trägt. "Wir haben gedacht, was andere können, können wir auch und noch besser und haben den Heiermann kreiert", erzählt Christoph Böhnke, Vorsitzender des Verkehrs- und Gewerbevereins Birresborn. Mit dem "Heiermann" können die Kunden in 17 Birresborner Geschäften und bei Gewerbetreibenden einkaufen. "Der Heiermann wird sehr gut angenommen, wir haben schon für über 1300 Euro die Münze unters Volk gebracht und sind froh, dass wir ihn haben", sagt Böhnke, der auch weiß, woher die meisten "Heiermänner" zurückkommen. "Die kommen vom Frisör", erzählt er.
Das GeroTeam setzt mehr auf Papiergeld, so wurde die "Regionalwährung" GeroBon ins Leben gerufen. Die ist in Werten zu fünf, zehn und 25 Euro mit Gerolsteiner Motiven von der Erlöserkirche, dem Auberg und der Munterley erhältlich und hat sich zu einem Geschenktipp entwickelt. Mehr als 10 000 GeroBons mit einem Gesamtwert von nahezu 250 000 Euro wurden seit 2000 verkauft und weiter verschenkt.
Das freut natürlich Hans Hermann Grewe, Vorsitzender des GeroTeams. "Wir haben bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht", sagt er. 84 Betriebe in Gerolstein machen mit, rund 10 000 Euro sind dauernd im Umlauf und werden, so Grewe, besonders bei der Aral- Tankstelle, Edeka und im Schuhparadies eingelöst.