Deal mit Staatsanwaltschaft - Glück für Gefängniswärter

Ein Waffen- und Sprengstoffarsenal hatte die Polizei am 27. Mai 2006 bei dem 42-jährigen Angeklagten ausgehoben. Ein Prozess Mitte Dezember wurde von Amts wegen vertagt. Jetzt wurde vor dem Amtsgericht Daun das Verfahren - in Absprache mit der Staatsanwaltschaft - gegen Zahlung einer Geldbuße über 600 Euro eingestellt.

Daun/Gerolstein. (vog) Exakt 14 Minuten dauerte die Verhandlung. Bis zur Einsicht des Angeklagten hatte es länger gedauert. Beim Prozess Mitte Dezember (der TV berichtete am 18. Dezember) hatte der 42-jährige Angeklagte aus der Verbandsgemeinde Gerolstein noch dem Einzug und der Vernichtung aller beschlagnahmten Waffen, Munition, Übungshandgranaten, Sprengsätzen und selbstgebauten Zünder mit Batterie widersprochen. Seine jetzige Zusage ebnete schließlich den Weg für einen Deal mit der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Christian Peters erklärte: "Er hatte sich die Sachen angeeignet und weggeschlossen."

Aufgeflogen war die Angelegenheit, weil die Ehefrau des ehemaligen Zeitsoldaten und heutigen Vollzugsbeamten eines Gefängnisses in Nordrhein-Westfalen der Polizei den entscheidenden Hinweis gab.

Rechtsanwalt Peters sagte nach der Verhandlung: "Es steckte doch keine kriminelle Energie dahinter. Er hat die Sachen lediglich gehortet. Beruflich hat für ihn die Angelegenheit keinerlei Konsequenzen." Staatsanwalt Volker Blindert stellte ebenso wie die Verteidigung den Antrag auf vorläufige Einstellung des Verfahrens. Wenn der 42-Jährige 600 Euro Geldbuße an den Solidaritätskreis Westafrika gezahlt hat, ist die Sache endgültig vom Tisch.