Delikates Traumpaar

DARSCHEID. (ako) Ausgebucht war die Veranstaltung des Wein- und Gourmet Festivals International 2004 in Kuchers Landhotel.

Mittlerweile zieht das kulinarische Ereignis, so Küchenchef Martin Kucher, Gäste aus ganz Deutschland an: "Wir nutzen das Festival immer wieder als Ansporn, unsere Kompetenz zu beweisen." Er würde es begrüßen, wenn sich mehr Eifeler Restaurants an der vierwöchigen Veranstaltungsreihe beteiligten, die die Region von Luxemburg bis nach Koblenz einbezieht. "Das Festival lockt in jedem Jahr neue Weinliebhaber und Gourmets an, die die Region noch nicht kennen. Daher lohnt es sich in jedem Fall, und es ist eine hervorragende Gelegenheit, auf diese Landschaft aufmerksam zu machen." In diesem Jahr sind in der Eifel neben Kuchers Landhotel das Hotel-Restaurant Waldschlösschen in Plein, der Gillenfelder Hof und das Hotel-Restaurant Irreler Mühle mit von der Partie. Anders als üblich beginnt Kucher die Planung seines Festival-Abends nicht mit der Menüfolge, sondern mit einer Blindverkostung von Weinen: "Aus 26 Weinproben haben wir neun ausgewählt und dann erst die Speisen kreiert, die dazu passen." Avokadotatar, eine Chartreuse von Jakobsmuschel und Rotbarbe, Thai Spargelsuppe mit Flusskrebsen und Gewürzente auf Sauerampferrisotto kamen als Delikatesse auf den Tisch und belegten, welche geschmackliche Vielfalt sich mit Moselriesling verbinden lässt. Die Weingüter Franzen aus Bremm, Schömann aus Zeltingen und Grans-Fassian aus Leiwen steuerten die edlen Tropfen bei, und alle hohen Erwartungen an den 2003er Jahrgang erwiesen sich unter dem Motto "Ein Traumpaar - Wein und Kulinarik" als erfüllt. Alle drei Winzer, die selbst die Schätze aus ihren Kellern vorstellten, haben sich auf die Fahnen geschrieben, auf hohe Erträge zu verzichten und sich stattdessen auf niveauvolle Weine zu konzentrieren, die das Besondere des Terroir in ihrem Geschmack widerspiegeln. Kucher machte seine Gäste aufmerksam auf die Besonderheiten der Terrassenlagen. An der Rekultivierung des Bremmer Calmont, des steilsten Weinberges Europas, ist er als Pate beteiligt. Dort sind 1800 Rebstöcke neu hinzugepflanzt worden: "Den Jungfernwein erwarten wir im nächsten Jahr." Musikalisch begleitet wurde das "Traumpaar" von Wolfram Herms am Klavier, und besinnliche Gedichtrezitationen trugen dazu bei, dass der Genuss des Abends nicht allein leiblicher Natur blieb.

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